mini|Haus Frische in Bochum-Stiepel, Ansichtskarte, Lithographie, 1898 mini|Haus Frische in Bochum-Stiepel, Ansichtskarte 1912
Haus Frische war eine Restauration in Stiepel, heute Bochum. Sie befand sich an der Kemnader Straße Ecke Haarholzer Straße auf dem Stiepeler Berg.Bochumer Anzeiger, 15. Juni 192975 Jahre Gaststätte Frische Stiepel. In: Bochumer Anzeiger, 23. Juni 1932Frank Dengler: Gruß aus Bochum - Haus Frische. Ruhrnachrichten, 26. März 2013Jürgen Boebers-Süßmann: Bochumer genossen die schöne Aussicht vom Haus Frische. WAZ Bochum, 27. Juli 2014Stiepeler Verein für Heimatforschung: Haus Frische.Ruhrbauten: Haus Frische.
Der Schlosser und Krämer Friedrich Frische gründete hier im Jahr 1857 eine „Schenkwirthschaft“. Bis 1905 bestand im Gebäude noch eine Postagentur und Räumlichkeiten, in denen wechselnde Ärzte praktizierten. Zeitweise gab es sogar eine kleine Zahnarztpraxis. Erst 1919 ließ sich der erste Arzt in Stiepel nieder. Ab den 1860er Jahren begann Frische, Konzerte und Festlichkeiten zu organisieren und in der Zeitung zu inserieren. Das Haus entwickelte sich zum Ausflugslokal. Ein Saalbau wurde angebaut und ein Biergarten angelegt. Im Haupthaus installierte Frische 1885 einen Dachreiter mit Panoramaplattform als Aussichtsturm.
Um 1900 trug das Haus bereits den Beinamen „Restauration zur schönen Aussicht“. Die Aussicht reichte über die Auen der Ruhr bis in das bergisch-märkische Bergland und das Ardeygebirge, auf der anderen Seite bis zum Bochumer Verein. Die Gaststätte diente als Vereinslokal, darunter der Krieger- und Landwehrverein Stiepel und der Dilettantenverein Breziola. Der evangelische Kirchenchor probte hier. Die Turner der „Deutschen Eiche“ nutzten den großen Saal als Turnhalle. Ab 1935 übernahm die Gaststätte Hedwig Niepmann, 1938 Walter Klein.
Ein Umbau wurde 1929 im Bochumer Anzeiger beschrieben: Ab 1935 übernahm die Gaststätte Hedwig Niepmann, 1938 Walter Klein. Die NSDAP-Gauleitung des Gaus Westfalen-Süd richtete im Haus in der Zeit des Nationalsozialismus eine Befehlsstelle ein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb als Lokal noch weitergeführt. Bis etwa 1960 beherbergte der Saalbau das Kino „Alhambra“. Um 1970 wurde auch die Gaststätte endgültig geschlossen. Das Haus wurde nur noch als Wohnhaus genutzt. 1976 erfolgte der Abriss. 1993/94 erfolgte eine Neubebauung. Architekt des neuen Gebäudekomplexes war Karl Friedrich Gehse.
Die Straßenbahn-Linie 5 führte von 1927 an von Bochum bis zur Restauration. Die Straßenbahn-Linie 15 verband Stiepel bis Februar 1960 über die Kosterbrücke mit Welper und bis 1963 mit der Bochumer Innenstadt. Sie wurden Ende 1963 durch eine Buslinie ersetzt. Die Haltestelle hieß noch bis 1978 „Bochum Frische“. Die auf der Karte von 1912 erkennbare Straße wurde 1893 fertiggestellt.Andreas Finke: Eine Hauptstraße im Bochumer Süden. Die Geschichte der Kemnader Straße von den Anfängen der Chaussee bis zum Anschluss an die Königsallee In: Zeitpunkte, Nr. 34, 2015
Siehe auch Steinenhaus
Literatur Andreas Finke: Stiepeler Geheimnisse – 20 interessante Details aus der Geschichte des Stadtteils. 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Bochum Kategorie:Restaurant