mini|Das Fisk Memorial (2018) Das Fisk Memorial ist eine Gedenkstätte zu Ehren des Funkpioniers Ernest Fisk (1886–1965) und seiner Leistung beim erstmaligen Empfang einer per Funktelegrafie direkt aus Großbritannien gesendeten Nachricht in Australien. Sie steht in Wahroonga, einem Vorort der australischen Metropole Sydney.

Geschichte Im Jahr 1918 war Australien nachrichtentechnisch über elektrische Untersee-Telegrafenlinien, wie der Telegrafenlinie Java–Australien und dem transpazifischen Telegrafenkabel, mit dem Rest der Welt verbunden. Mithilfe der damals neu aufkommenenden Funktechnik gab es revolutionäre Änderungen, denn diese ermöglichte erstmals eine kabellose Telekommunikation auch über große Entfernungen.

Noch gab es aber Einschränkungen bei den Reichweiten, denn die Qualität der damaligen Sender und auch die Empfindlichkeit der Funkempfänger war begrenzt. Man behalf sich mit Funkrelaisketten und übergab Funktelegramme von einer Funkstelle zur nächsten, ähnlich wie den Staffelstab beim Staffellauf. Insbesondere gab es keine Direktverbindung zwischen Australien und dem Vereinigten Königreich. Diese beiden Länder befinden sich schließlich nahezu an den Antipoden auf dem Globus in einer Entfernung von fast 20.000 km zueinander.

Der in England geborene und nach Australien ausgewanderte Ernest Fisk wollte dies überwinden: Für seine Versuche hatte er – noch während des Ersten Weltkriegs – die offizielle Genehmigung erhalten, einen Funkempfänger in seinem Wohnhaus in Wahroonga in New South Wales zu benutzen. Zuvor hatte er bei einem seiner zahlreichen Besuche in seinem Geburtsland über den dort wirkenden Funkpionier und Unternehmer Guglielmo Marconi (1874–1937) veranlasst, dass der 1914 im Nordwesten von Wales in Betrieb genommene Marconi-Längstwellensender Carnarvon zu bestimmten Zeiten Testsendungen ausstrahlte.

Am 22. September 1918 gelang ihm der Empfang der Signale. Damit hatte er experimentell bewiesen, dass eine drahtlose Kommunikation über diese weite Distanz (mehr als 17.000 km) zwischen Wales und New South Wales möglich ist.

Denkmal Das Fisk Memorial wurde vor seinem Wohnhaus namens Lucania an der Ecke Stuart Street und Cleveland Street errichtet und im Jahr 1935 durch ihn selbst feierlich enthüllt. Dabei anwesend war William Hughes (1862–1952), allen bekannt als „Billy“, der von 1915 bis 1923 der Premierminister Australiens war und der 1918 den Text der zu übermittelnden Nachricht vorgegeben hatte.

Von der Gestaltung her ähnelt es, wenn auch in deutlich verkleinertem Maßstab, der Nelson-Säule auf dem Londoner Trafalgar Square. Zentrales Element ist hier wie dort eine Säule im klassischen Stil, die hier jedoch von einer Weltkugel gekrönt wird, über der eine Statue des „Götterboten“ Merkur allegorisch die Nachricht überbringt (die Figur fehlt inzwischen).

Die Säule steht auf einem viereckigen Sockel, der seinerseits auf einem kreisrunden Podest ruht. Dorthin führt eine dreistufige Treppe, an der 1988, während der 200‑Jahr-Feier Australiens (Australian Bicentenary, siehe auch: First Fleet) eine Plakette angebracht wurde mit dem Text: „This memorial commemorates the sending of the first wireless message from England to Australia in 1918“ ().

An jeder der vier Ecken des Sockels liegt jeweils ein Löwe. Ähnlich wie die bei der Nelson-Säule, blicken sie in alle vier Himmelsrichtungen. Zusätzlich gibt es an drei der vier Seiten des Sockels jeweils eine Schrifttafel:

Weblinks

Foto von Fisk (links) mit dem ehemaligen Premierminister Hughes bei der Enthüllung (1935). Foto der Spitze des Memorials mit „Götterboten“.

Einzelnachweise

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