Die Nord 5.601 bis 5.670 und Nord-Belge 501 bis 520 waren normalspurige, laufachsenlose fünffach gekuppelte Tenderlokomotiven von verschiedenen Herstellern.

Die 90 Lokomotiven wurden bei der französischen sowie der belgischen Nordbahn bis Ende 1960er Jahre eingesetzt. Einige der in Frankreich ausgemusterten Lokomotiven wurden noch bei Kohlebahnen im Nordfranzösischen Kohlerevier eingesetzt.

Eine von dieser Baureihe abgeleitete Konstruktion war die Grafenstaden U.G. 181, die im deutschen Tagebau Espenhain eingesetzt wurde.

Geschichte Entstehungsgeschichte Nord 5.601 bis 5.670 Der Lokomotivtyp entstand 1929 bis 1933 bei den Firmen Grafenstaden und Société française de constructions mécaniques (SFCM), weil die nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich verbliebenen Sächsische XI HT, Preußische T 16 sowie Preußische T 16.1 sehr gut entsprochen haben.

Die ersten zehn Lokomotiven hatten tiefere seitliche Wasserkästen, die vorn etwas abgeschrägt waren. Um die Reichweite zu erhöhen, erhielten die folgenden Maschinen höher liegende, durchgängig in der Schräge liegende Wasserkästen mit mehr Volumen. Dadurch vergrößerte sich auch die Gesamtmasse und der Achsdruck.

Zahlreich vertreten waren die Lokomotiven in Aulnoye, Creil, Dunkerque und Le Bourget und in einigen anderen Betriebswerken.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Seite 374

SNCF 2-050 TD Alle Lokomotiven waren 1938 von der SNCF übernommen und als SNCF 2-050-TD 1-70 bezeichnet worden. Bis auf eine Maschine, die aufgrund von Bombenschäden 1946 ausgemustert wurde, überlebten alle der bulligen und etwas rustikalen Lokomotiven den Zweiten Weltkrieg. Die Lokomotiven blieben bei der Staatsbahn ungefähr bis zum Ende der 1960er Jahre im Dienst und erreichten somit mit etwa 30 Dienstjahren eine etwas längere Einsatzzeit als die belgischen Lokomotiven.

Die bereits in den 1950er Jahren ausgemusterten Lokomotiven der wurden durchweg an Gesellschaften im nordfranzösischen Kohlerevier verkauft. Die Lokomotiven ersetzten dort mehrere ältere dreiachsige bzw. vierachsige Dampflokomotiven. Das änderte aber nichts an dem absoluten Dienstende der Reihe um 1968. Einsatzberichte der Lokomotiven waren nicht aufgeführt.

NORD-Belge 501–520 mini|links|Fünffach gekuppelte Tenderlokomotive der Belgischen Nordbahn 1930 entstanden, nachdem sich die ersten Lokomotiven der französischen Compagnie des chemins de fer du Nord (NORD) bewährt hatten, auch im benachbarten Belgien 20 derartiger Lokomotiven. Sie wurden bezeichnet als NORD-Belge 501 bis 520, wobei die ersten zehn Lokomotiven 501–510 von der belgischen Lokomotivfabrik la Meuse, die restlichen zehn Exemplare wurden von Cockerill hergestellt. Die Lokomotiven entsprachen fast vollständig den Lokomotiven der Französischen Nordbahn. Die Unterschiede waren landesspezifische Kleinigkeiten und die Beschriftungen.

Eingesetzt waren ab 1930 zwölf Lokomotiven im Übergabedienst um Lüttich, wo sie auf den Strecken ältere und leistungsschwächere Maschinen ablösen konnten. Beheimatet waren sie im Depot Kinkempois. Weitere acht Lokomotiven wurden auf der Bahnstrecke von Mons nach Hautmont eingesetzt. Alle Lokomotiven wurden 1940 verstaatlicht.

NMBS/SNCB-Reihe 99 Nach 1945 erhielten alle Lokomotiven die Baureihenbezeichnung 99 der Belgischen Eisenbahngesellschaft SNCB. Ein Teil der Lokomotiven war auf dem Rangierbahnhof in Antwerpen eingesetzt, der wichtigste Dienst war aber der Schiebedienst auf der Steilstrecke von Lüttich nach Ans mit 30 ‰. Zum Nachschieben der schweren Schnellzüge wurden teilweise zwei Lokomotiven Reihe 99 verwendet.

Zwischen 1955 und 1957 schieden alle Lokomotiven der SNCB-Reihe 99 aus dem Dienst aus und wurden durch Maschinen der NMBS/SNCB-Reihe 202 der NOHAB AA16 und andere Diesellokomotiven ersetzt.

Konstruktion Die Lokomotiven sind laufachslose Fünfkuppler und wurden als Tenderlokomotiven für Nassdampf gebaut. Im Vergleich mit ähnlichen Lokomotiven wiesen sie einen deutlich höheren Kohleverbrauch auf. Die Baureihe verkehrte im Gebiet des Nordfranzösischen Kohlereviers, wo Kohle billig zu bekommen war. Sie waren mit einem Blechrahmen ausgestattet, in dem die fünf Achsen gelagert waren. Die dritte Achse war die Treibachse. Der Dampfdruck betrug 14 bar höher. Anfangs waren die Lokomotiven mit einem Wasserkasten wie bei der Preußischen T 16.1 ausgestattet. Die Kesselaufbauten, Dampfdom und Sandkasten, besaßen eine auffällige Verkleidung. Ab der zehnten Lokomotive bekamen alle weiteren Lokomotiven, auch die belgischen, höhere Wasserkästen mit einer Abschrägung vom Führerhaus bis vorn. Dazu wurde das vordere Führerhausfenster nur noch als rundes Fenster ausgeführt.

Siehe auch Liste der Lokomotiven und Triebwagen der SNCF

Literatur

Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Anhang Ausland B und Anhang Ausland F

Weblinks

PDF-Seite mit Berichtigungen über das Buch Schwere Brocken auf www.beitraege.lokomotive.de

Einzelnachweise

Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge E Kategorie:Schienenfahrzeug (Elsässische Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden) Kategorie:Schienenfahrzeug (SFCM) Kategorie:Schienenfahrzeug (Cockerill) Kategorie:Schienenfahrzeug (La Meuse) Kategorie:Triebfahrzeug (Compagnie des chemins de fer du Nord) Kategorie:Triebfahrzeug (Belgien)