Klaus Osterwald (* 22. Oktober 1946 in Oldenburg) ist ein deutscher bildender Künstler.
Leben Osterwald studierte 1970 bis 1975 an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen.Biografie Klaus Osterwald auf der Website von Südkunst Köln e.V. Abgerufen am 18. März 2026. Von 1982 bis 1983 lebte er, ausgestattet mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium,Liste der Ausstellungen des Lehmbruck Museums. S. 27. Abgerufen am 5. Februar 2026. in Duisburg. Im Rahmen zweier Arbeitsstipendien des European Ceramic Work CentreKlaus Osterwald. In: European Ceramic Work Centre, abgerufen am 4. Februar 2026.Klaus Osterwald. In: European Ceramic Work Centre, abgerufen am 7. Februar 2026. in ’s-Hertogenbosch, Niederlande, befasste er sich 2002 und 2005 ausführlich mit dem Werkstoff Keramik und der Herstellung keramischer Skulpturen.
Werk Osterwalds künstlerisches Werk zeichnet sich durch eine Vielfalt an Techniken, Gattungen und Materialien aus.Gabriele Uelsberg: Von der Dimension des Tons. Das Werk von Klaus Osterwald. In: Klaus Osterwald, Ausstellungskatalog Rheinisches Landesmuseum Bonn, 8. Februar – 18. März 2007, o. S.
mini|hochkant|Klaus Osterwald, Blau und rot, 1990, Wellpolyester, 2-teilig, je 44 × 100 × 99 cm Als Maler und Bildhauer arbeitet er mit unterschiedlichen, industriell produzierten Materialien wie Plexiglas, Kunststoffen und Stahl. So entstehen von den 1980er Jahren an Malereien und Skulpturen mit Wellpolyester, unter anderem pseudo-funktionale an Vordächer erinnernde, Objekte unter dem Titel „Shelter“.Klaus Osterwald. Abbildungen. In: kuenstlerverzeichnis-koeln.de, abgerufen am 6. Februar 2026.
Von den frühen 2000er-Jahren an fertigt Osterwald großformatige Bilder mit schwarzer Acrylfarbe auf farbigem Plexiglas, wobei die Scheiben in gewissem Abstand von der Wand aufgehängt werden, sodass der Gegensatz von Flächigkeit und Räumlichkeit sowie gemalter Form und Schattenwurf thematisch werden.
Einen wichtigen Schwerpunkt in Osterwalds Werk bildet die Klangkunst. Es entstanden zahlreiche Klanginstallationen und -kompositionen, die er zum Teil mit seinen bildhauerischen Objekten verbindet. Viel beachtet ist sein fortlaufendes Projekt „Donatus subaqua“,Laura Cumming: Underwater. In: The Guardian, 4. April 2010, abgerufen am 4. Februar 2026 für das Osterwald spezielle Hydrophone entwickelte, mit denen er die Klänge und Geräusche der Unterwasserwelt aufnahm, zuerst in heimischen Binnengewässern wie dem Donatussee im Stadtgebiet von Brühl und später auch, unter dem Projekt-Titel „sonar system“, im Bodensee, in England und in Kolumbien.Klaus Osterwald (Hrsg.): Donatussee. Dokumentation mit Beschreibung, Fotografien und Klangbeispielen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026. mini|Klaus Osterwald: Donatus Subaqua, 2010, Klanginstallation, Tullie House, Carlisle, UK mini|Klaus Osterwald: Sounds of Clay, 2002, Schall-Trichter, gebrannter Ton, Druckkammertreiber, 210 × 55 × 55 cm mini|Klaus Osterwald: Verdächtige Geräusche, Geräusch Nr. 6, 2006–07, gebrannter Ton, glasiert, 130 × 50 × 50 cm In seinem keramischen Werk entwickelte Osterwald die Kombination aus Skulptur und Klangkunst. So schuf er sogenannte „Schalltrichter“ aus Keramik, die seinen Tonaufnahmen als Verstärker dienen. Abbildungen von Schalltrichtern. In: suedkunst-koeln.de, abgerufen am 6. Februar 2026. Zudem entdeckte er die Möglichkeiten, akustische Ereignisse in dreidimensionale Objekte zu transformieren, zum Beispiel in den Werkgruppen „Verdächtige Geräusche“Klaus Osterwald (Hrsg.): Verdächtige Geräusche. Abbildungen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026. und „Versteinerte Geräusche“Klaus Osterwald (Hrsg.): Versteinerte Geräusche. Abbildungen. In: klausosterwald.de, abgerufen am 6. Februar 2026.. Dabei gelang es ihm, die akustischen Tonkurven seiner Aufnahmen dreidimensional in rotationssymmetrischen keramischen Objekten abzubilden.
Seine künstlerische Arbeiten sind durch Experimentierlust und Forschergeist geprägt, zeigen sich aber stets auch offen für Humor und Ironie: „Klaus Osterwald sucht in seinen konzeptionell angelegten Werkzyklen meist zwei sich anscheinend widersprechende Aspekte unserer Welt gegenüber zu stellen, sie – in künstlerisch-wissenschaftlichem Ernst und (teilweise) mit leicht ironisierender Phantasie – miteinander zu verbinden und auf diese Weise sinnliche Momente in einem umfassenderen und ganzheitlichen Kunsterlebnis zu vereinen.“Uwe Rüth: o.ton – Die Wirkung von Veränderung auf Ursprünglichkeit. In: Klaus Osterwald. o-ton, Ausstellungskatalog Keramikmuseum Westerwald, 2012, S. 10.
Osterwalds Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1989: Klaus Osterwald, Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen 1997: Total Museum of Contemporary Art, Seoul, SüdkoreaKlaus Osterwald (Hrsg.): Donatus Subaqua. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026. 2007: Klaus Osterwald. Rheinisches Landesmuseum, BonnChristina zu Mecklenburg: Atemfrequenzen eines Künstlers. Rezension im General-Anzeiger (Bonn) vom 17. Februar 2007, abgerufen am 4. März 2026. 2008: Ludwig Forum für Internationale Kunst, AachenVersteinerte Geräusche/Petrified Sounds. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026. 2010: Klaus Osterwald 'Sonar Systems' . Museum Haus Kasuya, Yokosuka, JapanKlaus Osterwald "Sonar Systems". In: tokyoartbeat.com, abgerufen am 5. Februar 2026 (englisch, japanisch). 2012: Klaus Osterwald. o-ton Keramikmuseum Westerwald, Höhr-GrenzhausenKlaus Osterwald. O-TON. In: karin-abt-straubinger-stiftung.de, 2012, abgerufen am 5. Februar 2026. 2022: „Schritte“, Audioinstallation und Live-Performance im Rahmen des LTK4 – Centre Court Festivals, KölnSchritte. Ausstellungsansichten. In: klausosterwald.de, abgerufen am 5. Februar 2026.
Gruppenausstellungen 1983/84: Charles Hewlings, Michael Kortländer, Jan Mladovsky, Klaus Osterwald. Die Wilhelm-Lehmbruck-Stipendiaten 1982–1983. Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg 1985: Westdeutscher Künstlerbund, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen 1988 „Köln Kunst“, Kunsthalle Köln 1995: „Köln Kunst“, Kunsthalle Köln 2002: „Brückenmusik 08“, Kölner Gesellschaft für Neue MusikINSTALLATIONEN. In: brueckenmusik.de, 2002. 2003: „ZwischenRäume“, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl 2004: „90 Jahre“, Vorgebirkspark Skulptur, KölnKlaus Osterwald. In: Vorgebirkspark Skulptur. 2006: International Architectural Ceramic Exhibition, Clayarch Gimhae Museum, Gimhae, Südkorea 2015: „Zona de Convergencia“, Museo de Arte Contemporaneo de BogotáKlaus Osterwald. In: macbogota.wordpress.com, abgerufen am 7. Februar 2026., Kolumbien und Universidad Nacional de Colombia, Facultad de Artes 2023: Panorama #3, Jaisalmer Fort Palace Museum, Rajasthan/IN (Audioscreening)
Publikationen Klaus Osterwald Duos 1981–83, Stadtmuseum Oldenburg 1984 (Broschüre) Klaus Osterwald. Zeichnungen, Galerie Hintemann, Bonn 1988 (Katalog) Rückblende, Städtische Galerie und grafisches Kabinett Museum Folkwang, Essen 1991 (Katalog) Klaus Osterwald, Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen 1998 (Katalog) Klaus Osterwald. 90 Jahre, Vorgebirgspark Skulptur, Köln 2004 (Broschüre) Klaus Osterwald, Rheinisches Landesmuseum, Bonn 2007, ISBN 978-3-00-020791-4 (Katalog) Klaus Osterwald. o-ton, Keramikmuseum Westerwald 2012, ISBN 978-3-00-037457-9 (Katalog) Tube Dust Drone Brückenmusik Köln 1995–2015, Therapeutische Hörgruppe Köln 2016 (Katalog) Klaus Osterwald. Geister, Köln 2016, ISBN 978-3-00-063696-7 (Buch) Ausstellen. 13 Jahre neues kunstforum e.V., Köln 2017, ISBN 978-3-00-056031-6 (Buch) Klaus Osterwald. Gespenster, Köln 2019, ISBN 978-3-00-063697-4 (Buch)
Weblinks Webpräsenz von Klaus Osterwald
Einzelnachweise
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