Der Dreifarben- oder Kuba-Ara (Ara tricolor) ist eine ausgestorbene Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Aras (Ara) innerhalb der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Seine Größe betrug etwa 50 bis 60 Zentimeter.
Weltweit gibt es 19 Häute und Präparate des Kuba-Aras in Museen.
Merkmale mini|links|Balg eines Kuba-Aras im Museum für Naturkunde, Berlin. Der Kuba-Ara war größtenteils rot, mit einem gelben Nacken und einem blauen Bürzel, einer blauen Schwanzspitze und blauen Flügeln. Das Gesicht war weiß mit einem großen schwarzen Schnabel; die Beine und Füße waren schiefergrau.
Lebensraum und Verbreitung 300px|mini|Verbreitungsgebiet Kuba Der Kuba-Ara bewohnte Wälder und offene Lebensräume mit vereinzelten Bäumen und Palmen. Er benötigte Bäume mit großen Höhlen zum Nisten.
Der Kuba-Ara war auf dem gesamten Festland von Kuba und wahrscheinlich auch auf der Nebeninsel Isla de la Juventud (früher Isla de Pinos genannt) heimisch.
Geschichte des Aussterbens Um 1800 war der Dreifarbenara noch relativ häufig auf Kuba vertreten. Die rasche Besiedelung und starke landwirtschaftliche Nutzung der Insel führten innerhalb kürzester Zeit zur Ausrottung der Art. Die letzte Freilandsichtung war im Zapata-Sumpf im Jahr 1864. Der letzte Kuba-Ara starb vermutlich 1885. In verschiedenen naturwissenschaftlichen Sammlungen, darunter Berlin und Dresden, befinden sich noch Bälge dieses Vogels.
Ein Pärchen wurde ab 1760 in der Menagerie des kaiserlichen Schlosses Schönbrunn in Wien gehalten.
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Präparat in den Niederlanden Die Erstbeschreibung des Kuba-Aras erfolgte 1811 durch Johann Matthäus Bechstein unter dem wissenschaftlichen Namen Ara tricolor. Das Typusexemplars geht auf François Levaillant L'Ara tricolor zurück, der bei seiner Beschreibung keinen wissenschaftlichen Namen verwendet hatte. 1799 führte Bernard Germain Lacépède die neue Gattung Ara ein. Dieses Wort stammt aus der Sprache der Tupi und beschreibt onomatopoetisch die Laute der Aras. Der Artname »tricolor« ist ein lateinisches Wortgebilde aus »tri-, tres« für »drei-, drei« und »color, coloris« für »Farbe, farbig«.
Literatur
Joseph Michael Forshaw: Parrots of the World. Princeton University Press, Princeton 2006, ISBN 978-0-691-09251-5. Dieter Hoppe: Aras. Ulmer, Stuttgart 1983, ISBN 3-8001-7081-7.
Werner Lantermann: Aras. Müller, Walsrode 1983, ISBN 3-923269-11-0. Tony Juniper, Michael Parr: Parrots. Pica, Robertsbridge 1998, ISBN 1-873403-40-2.
Lars Lepperhoff: Aras. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3821-2.
Lionel Walter Rothschild: Extinct Birds London 1907
Weblinks
3D-Ansicht eines Balgs der Universität Leiden
Einzelnachweise
Kategorie:Neuweltpapageien Kategorie:Neuzeitlich ausgestorbener Vogel Kategorie:Endemischer Vogel Kubas