Daphne Hardy Henrion (geboren als Daphne Hardy 20. Oktober 1917 in Amersham; gestorben 31. Oktober 2003 in Cambridge) war eine britische Bildhauerin.

Leben Daphne Hardy war eine Tochter des britischen Diplomaten Clive Hardy und der Judith Hardy. Ihr Vater arbeitete nach dem Ersten Weltkrieg als Übersetzer am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag in den Niederlanden, wo sie aufwuchs. Sie besuchte niederländische, französische und deutsche Schulen. 1931 war sie Bildhauerschülerin der niederländischen Bildhauerin Marian Gobius und des Belgiers Albert Termote. Von 1934 bis 1937 studierte sie Bildhauerei an den Royal Academy Schools in London. Sie gewann ein Reisestipendium und hielt sich zwischen 1938 und 1940 in Frankreich und Italien auf.

In Südfrankreich lebte sie 1939 mit dem Schriftsteller Arthur Koestler (1905–1983) zusammen und übersetzte 1940 dessen Roman Sonnenfinsternis (Darkness at Noon) aus dem Deutschen ins Englische, diese Fassung war auch die Basis für die deutsche Ausgabe und andere internationale Ausgaben, da ein Durchschlag des Originalmanuskripts für Jahrzehnte als verschollen galtMatthias Weßel: Zur Entstehungs- und Textgeschichte von Arthur Koestlers Roman «Sonnenfinsternis», in: Artur Koestler: Sonnenfinsternis. Roman. Erstausgabe nach dem deutschen Originaltyposkript. Vorwort von Michael Scammell, Nachwort von Matthias Weßel. Coesfeld: Elsinor, 2018, S. 234–247. In Koestlers autobiografischem Roman Scum of the Earth erhielt sie den Namen „G“. mini|hochkant|FHK Henrion und Daphne Hardy Henrion in Hampstead (ca. 1947). Foto von Anneli Bunyard Beim Einmarsch der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 floh Hardy nach Großbritannien und arbeitete in London für das britische Ministry of Information. Sie heiratete 1947 den deutschen Flüchtling und Grafikdesigner Henri Kay Henrion (1914–1990), sie hatten drei Kinder, die Ehe wurde 1970 geschieden. Danach lebte sie auf der Pope Mill Farm bei Haverhill und zuletzt in Cambridge.

1951 nahm Hardy-Henrion am Festival of Britain mit der Plastik Youth (oder Girl) teil. In den nächsten Jahren war sie wiederholt Gast bei den Sommerausstellungen der Royal Academy of Arts. Hardy wurde 1980 Mitglied der Royal Society of Sculptors.

Hardy Henrion modellierte vorwiegend konventionell und figurativ mit Terrakotta, Gips und Bronze, teilweise mit stilisierten Zügen. Sie schuf Porträtköpfe und -büsten, bekannt wurden die von Arthur Koestler, Laurie Lee und ihrem Mann. Es entstanden Kinderbildnisse, auch von kleinen Gruppen, auch als Auftragswerke. Sie schuf eine Plastik zu Ehren des jüdischen Fallschirmagenten Enzo Sereni und eine Plastik für die Holocaustopfer des KZ Bergen-Belsen.

Literatur Daphne Hardy Henrion, Nachruf, The Guardian, 27. November 2003 Henrion, Frederick Henri Kay, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 491f.

Michael Scammell: Koestler: The Literary and Political Odyssey of a Twentieth-Century Skeptic. New York: Random House, 2009

Weblinks

The Parachutist: Monument to Enzo Sereni, bei The Women's Art Collection, Murray Edwards College Anglia Television: Exhibition of Sculptures by Daphne Hardy Henrion. Figurative sculptor of the human form. Daphne Hardy Henrion’s solo exhibition at the Old Fire Engine House in Ely, Cambs., Feature 1976. Abrufbar bei British Film Institute (BFI) Francis Marshall: Youth: A rare Festival of Britain sculpture by Daphne Henrion, bei Museum of London, 25. Oktober 2023 Porträtfoto, ohne Angabe der Quelle, ohne Urheberrechte, bei Wikipedia:en

Einzelnachweise

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