Agrícola Himalaya S.A. ist ein kolumbianisches Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, das sich auf die Herstellung von Tee, Kräutertee und Früchtetee spezialisiert hat. Mit den Marken Té Hindú und Bitaco gilt es als einer der führenden Anbieter in diesem Marktsegment in Kolumbien. Das Familienunternehmen betreibt das einzige kommerzielle Teeanbaugebiet Kolumbiens.

Wirtschaftliche Kennzahlen In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung La República nannte das Unternehmen für das Jahr 2015 einen Jahresumsatz von rund 32 Milliarden kolumbianischen Pesos. Zudem wurde für die Marke Té Hindú ein Marktanteil von rund 45 % im Kräuter- und Früchtetee-Segment in Kolumbien angegeben.

Für das Jahr 2018 berichtete La República über eine Umsatzprognose von rund 55.000 Millionen kolumbianischen Pesos.

Nach Angaben des Unternehmens aus dem Jahr 2025 wurden in seinem Werk 50 % der in Kolumbien konsumierten Kräutertees und 40 % der in Mittelamerika konsumierten Kräutertees hergestellt.

Produktion und Standorte Die industrielle Verarbeitung und Verpackung der Produkte erfolgt im Departamento Valle del Cauca im Centro Industrial Palmaseca (Acopi) in Yumbo.

Die in Bitaco geernteten rund 13 Tonnen Tee sind Rohstoffbasis für einen Teil der Teeproduktion.

Export Im Jahr 2015 entfielen rund 15 % des Jahresumsatzes von rund 32 Milliarden kolumbianischen Pesos auf den Export. Der Tee wurde vor allem nach Nord- und Mittelamerika sowie in einzelne weitere Märkte exportiert.

Teeplantage Die Teeplantage liegt bei Bitaco in der Gemeinde La Cumbre im Valle del Cauca auf einer Höhe von 1.700 bis 2.5000 m. ü. M., im Bosque de Niebla de San Antonio innerhalb des regionalen Schutzgebietes Reserva Forestal Protectora Regional Bitaco. Rund die Hälfte der 210 Hektare sind Naturschutzgebiet.

Geschichte Die ersten Teepflanzen wurden 1946 auf der Farm "La Sofia" der Familie Llano González in Bitaco gepflanzt, nachdem der Landwirtschaftssekretär des Valle del Cauca Joaquín Llano González und seinen Sohn Alberto Llano Buenaventura bat, Versuche mit Teepflanzen auf ihren Anwesen La Sofía und Himalaya durchzuführen. Die Pflanzen waren vorgängig zehn Jahre lang in Sasaima, Cundinamarca angebaut und an das kolumbianische Klima akklimatisiert worden.

Joaquín Llano baute auf seinen Ländereien bereits Kaffee in Höhenlagen zwischen 1.500 und 1.700 Metern über dem Meeresspiegel an; die Teepflanzen wurden zwischen 1.800 und 2.000 Metern gepflanzt. Anfang der 1950er-Jahre gelangte der erste Tee unter dem Namen „La Sofía“ auf den Markt. Alberto Llano beschloss, die Plantage in größerem Maßstab zu entwickeln und 45 Hektar Tee auf seiner Hacienda „Himalaya“ anzupflanzen.

In 1960 ließ Alberto Llano Buenaventura die fertig verarbeiteten Tees neu etikettieren und führte die Marke „Hindú“ ein. Diese Bezeichnung wurde zur Marke für einen massenmarkttauglichen Schwarztee, der in Teebeuteln und lose verkauft wurde. Der Markenname bezieht sich auf die Hacienda Himalaya, auf der die Familie Llano die Plantage bewirtschaftete. Zugleich verweist er auf das Himalaya-Gebirge, das höchste Gebirgssystem der Erde, das sich unter anderem über Teile Indiens erstreckt. Aus Indien stammten die Samen, mit denen der Anbau auf der Hacienda begründet wurde.

Während des größten Teils des 20. Jahrhunderts war Kaffee das wichtigste landwirtschaftliche Produkt im Gebiet von Bitaco. Die Familienfincas bauten ihren eigenen Kaffee an und rösteten ihn. Doch im Laufe der Zeit änderten sich die Rahmenbedingungen. Die verwendeten Kaffeesorten wechselten von traditionellen Arábica-Sorten zu Caturra und gleichzeitig kamen Schädlinge und Krankheiten hinzu. Dadurch verlor der Kaffee an Bedeutung und Produktivität. In der Folge diversifizierte Bitaco seine landwirtschaftliche Nutzung auf Tee, Viehzucht, Gemüse und Schnittblumen.

Die Marke Hindú verkaufte weiterhin zwei Teequalitäten – gerollten und zerkleinerten Tee – bis zu Beginn der 1970er-Jahre, als Alberto Llano die Produktion von gerolltem Tee aufgrund der geringen Nachfrage und des deutlichen Anstiegs des Konsums von Tee in Beuteln einstellte.

Im Jahr 2016 gründete das Unternehmen die Marke „Bitaco Unique Colombian Tea“, welcher mit dem Slogan „el primer té de origen de Colombia“ (Deutsch: „der erste Tee aus kolumbianischem Anbau“) vermarktet wurde. Damit sollte dem Markttrend der Spezialtees gefolgt und die hochwertigen Tees aus der Bitaco-Plantage als Premium-Loose-Leaf-Tees vermarktet werden.

Bio-Zertifikate Der Tee ist in den USA und der EU als Bio-Produkt zertifiziert und auch UTZ Zertifiziert.

Auszeichnungen 2018: Best Tea Sustainability Initiative: Bitaco Tea – Environmental Sustainability Initiatives & Community Outreach in Colombia. 2019: Best Specialty Tea Brand (Finalist) Verschiedene Medaillen der Agence pour la Valorisation des Produits Agricoles. Fundación Agrícola Himalaya Die Fundación Agrícola Himalaya ist eine soziale und gemeinnützige Stiftung der Firma. Sie arbeitet in den ländlichen Gemeinden rund um die Teeanbaugebiete und ergänzt die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens durch soziale, bildungsbezogene und ökologische Programme.

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Einzelnachweise

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