Iryna Iwaniwna Stawtschuk (; * 1981 in Kiew) ist eine ukrainische Klimaexpertin, zivilgesellschaftliche Aktivistin und ehemalige stellvertretende Ministerin in der ukrainischen Umweltverwaltung. 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.
Leben Stawtschuk wurde 1981 in Kiew geboren. Sie studierte an der Nationalen Technischen Universität Kiew und absolvierte anschließend an der Universität Lund ein Masterstudium in Umweltmanagement und -politik. Von 2006 bis 2017 arbeitete sie am Nationalen Ökologischen Zentrum der Ukraine und wirkte an der Entwicklung der ukrainischen Klimapolitik sowie an UN-Klimaverhandlungen mit. Im Jahr 2011 gründete sie die Kyiv Cyclists’ Association (U-Cycle) mit und leitete die Organisation bis 2013. Von 2008 bis 2019 koordinierte sie die Regionalarbeit des Climate Action Network in Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien (CAN EECCA). Von Oktober 2017 bis 2019 war Stawtschuk Geschäftsführerin der Umwelt-Nichtregierungsorganisation Ecoaction (Центр екологічних ініціатив «Екодія»). Am 29. September 2019 wurde sie zur stellvertretenden Ministerin im damaligen Energie- und Umweltministerium ernannt. Am 10. Juni 2020 bestellte die Regierung sie zur amtierenden Umweltministerin und zugleich zur Ersten Stellvertreterin des Ministers des neugebildeten Umweltressorts. Bis Mai 2022 blieb sie als Erste Stellvertreterin im Amt. Anschließend arbeitete sie in Programmen der European Climate Foundation zum grünen Wiederaufbau der Ukraine.
Wirken Als Regierungsbeamtin verantwortete Stawtschuk die Klimadossiers ihres Ressorts und profilierte sich als Expertin für europäische Integration und internationale Klimapolitik. Die Ukraine legte 2021 in ihrer aktualisierten Nationally Determined Contribution (NDC) ein Reduktionsziel von 65 % gegenüber 1990 fest. Als stellvertretende Umweltministerin erläuterte sie diese Linie international und ordnete sie in die ukrainische Klimastrategie ein. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 plädierte sie für ein Embargo auf russische fossile Energieträger. Zugleich warb sie für einen grünen, klimaresilienten Wiederaufbau der Ukraine. Sie schilderte die massiven Umweltfolgen des Kriegs, betonte die Priorität des Bevölkerungsschutzes und kündigte zugleich fortgesetzte Umweltreformen an. Ihre Ernennung zur Vizeministerin 2020 wurde von Institutionen und Medien als Schritt zur Stärkung ambitionierter Klimapolitik kommentiert.
Einzelnachweise
Kategorie:Aktivist Kategorie:100 Women (BBC) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau