Lasy (Eigenschreibweise oft LASY) ist ein pädagogisches Kreativbaustein-System, das 1977 von dem deutschen Ingenieur Peter Larws entwickelt wurde. Der Name ist ein Akronym für „Larws System“. Das System zeichnet sich durch spezialisierte Bausteine aus, die sich von klassischen Noppenbausteinen unterscheiden und primär auf die Förderung von technischem Verständnis und Kreativität in Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen ausgelegt sind.

Geschichte Das Lasy-System wurde Ende der 1970er Jahre von Peter Larws erfunden, der das Ziel verfolgte, ein Konstruktionsmaterial zu schaffen, das speziell auf didaktische Anforderungen zugeschnitten ist. Im Gegensatz zu Spielzeug, das primär für den privaten Endverbrauchermarkt konzipiert war, zielte Lasy von Beginn an stark auf den institutionellen Bildungsmarkt (Vorschulen, Ergotherapie).

Die Produktion und der Vertrieb erfolgten ursprünglich in Deutschland und der Schweiz. Nach der Jahrtausendwende wurden die Markenrechte und Produktionsformen teilweise übertragen. Heute sind die Produkte unter anderem über Schweizer Distributoren erhältlich, während im asiatischen Raum, insbesondere in Taiwan, kompatible Systeme (z. B. von der Firma Lepao) weiterentwickelt und produziert wurden.

Mehrere Bausteine des Systems wurden patentiert, initial der H-Baustein im Jahr 1971 gefolgt von einer Figur, dem A-Baustein sowie Platte und Rad in den 1980er Jahren.

Das System

Bausteine und Verbindungstechnik Das zentrale Merkmal des Lasy-Systems ist die Abkehr vom reinen Stapel-Prinzip klassischer Bausteine (wie bei Lego). Stattdessen nutzt das System eine Kombination aus Steckverbindungen, die Konstruktionen in alle drei Raumrichtungen ermöglichen.

Die wichtigsten Elemente sind: H-Bausteine: Steine in H-Form, die seitliche und vertikale Verbindungen erlauben. A-Bausteine: Abgerundete Bausteine für Dachkonstruktionen oder Verkleidungen. Röhren und Achsen: Runde Elemente, die sowohl als statische Verbindungen als auch als mechanische Achsen für Räder dienen. Räder und Platten: Ergänzende Elemente für den Fahrzeugbau und statische Fundamente.

Eine Besonderheit des Systems ist die Passgenauigkeit von runden und eckigen Teilen. Runde Röhren passen exakt in die quadratischen Öffnungen der H-Steine, was eine hohe Flexibilität bei der Konstruktion ermöglicht.

Größen Das System wird in drei primären Größenklassen angeboten, die beide auf dem metrischen System basieren: Lasy Maxi: Die Grundbausteine haben die Maße 8 × 4 × 2 cm. Diese Größe ist für kleinere Kinder (ab ca. 3 Jahren) gedacht, da die Feinmotorik weniger stark beansprucht wird. Lasy Midi: Die Bausteine sind exakt halb so groß (4 × 2 × 1 cm) und richten sich an ältere Kinder (ab ca. 6 Jahren) für detailliertere Modelle. Lasy Mini: Die Bausteine sind exakt ein viertel so groß (2 × 1 × 0,5 cm) und richten sich an ältere Kinder für detaillierte Modelle.

Weiter besteht auch ein weniger verbreitetes "Lasy Jumbo": Lasy Jumbo: Die Bausteine sind exakt doppelt so groß wie das "Maxi" (16 × 8 × 4 cm). Diese Größe kann für übergroße Modelle verwendet werden. Kleinkinder können sogar auf die Autos draufsitzen.

Pädagogisches Konzept Das „Larws System“ wurde mit dem Anspruch entwickelt, beide Gehirnhälften gleichermaßen zu stimulieren. Während das logische Denken durch das technische Verständnis (Zahnradübersetzungen, Statik) gefördert wird, spricht das freie Bauen die kreativen Areale an. Das pädagogische Konzept wird in neueren Lehrmaterialien oft in Verbindung mit der Theorie der multiplen Intelligenzen gebracht.

In der pädagogischen Praxis wird das System oft genutzt, um: Feinmotorik und Hand-Auge-Koordination zu schulen. Räumliches Vorstellungsvermögen durch 3D-Konstruktionen zu verbessern. Sozialkompetenz durch gemeinsame Bauprojekte in Gruppen zu fördern.

Verbreitung und Kompatibilität Während das originale Lasy-System in Europa vor allem in den 1980er und 1990er Jahren weit verbreitet war, ist es heute im Einzelhandel seltener zu finden und wird primär über spezialisierte Lehrmittelverlage vertrieben (in der Schweiz z. B. durch eltoys).

Aufgrund der Beliebtheit des Systems entstanden nach dem Auslaufen bestimmter Patente kompatible Nachbauten. Der bekannteste Hersteller kompatibler Steine ist die taiwanische Firma Lepao, die das System insbesondere um technisch anspruchsvollere Komponenten (wie Motoren und komplexe Getriebe) erweitert hat. Diese Teile sind in der Regel voll kompatibel mit den originalen Lasy-Steinen.

Auszeichnungen Das Lasy-System wurde für sein funktionales und pädagogisches Design mehrfach gewürdigt: iF Product Design Award: Das System erhielt 1982 die Auszeichnung für „Gute Industrieform“ (Discipline Product) unter dem Titel Lasy-Spielzeug-Baukastensys. in 4 Baugr.

Einzelnachweise

Kategorie:Pädagogik Kategorie:Spielzeug Kategorie:Markenname (Spielzeug) Kategorie:Baukasten