Stanley Albin Anderson Jr. (* 23. Oktober 1939 in Billings, Montana; † 24. Juni 2018 in Santa Rosa, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der durch die Darstellung von Drew Careys Vater in der Drew Carey Show bekannt wurde.

Leben Anderson wurde in Billings im US-Bundesstaat Montana geboren, wo er die Garfield Elementary School, die Lincoln Junior High School und die Billings Senior High School besuchte.

Im Abschluss an die High School absolvierte er seinen Militärdienst in Korea, wo er zwei Jahre für den Militärrundfunk tätig war – seine Zeit dort verglich er später mit dem Film Good Morning, Vietnam. Nach seiner Rückkehr aus Korea arbeitete er zunächst in der Werbedisplay-Branche in Kalifornien, bevor er seinen Bachelor- und Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der San José State University in den 1960er-Jahren machte. An der Universität wirkte er bereits in sechzehn Produktionen mit und lernte dort seine spätere Ehefrau kennen, die Schauspielerin Judith Susan Long, mit der er nach dem Studium in Seattle im US-Bundesstaat Washington lebte. Das Paar heiratete am 18. Juni 1966 und hatte einen gemeinsamen Sohn.

Anderson starb im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Hirntumors und wurde von seiner Frau und seinem Sohn überlebt. Einige Quellen geben als Sterbeort Los Angeles an.

Karriere Anderson begann seine professionelle Schauspielkarriere im Jahr 1967. Zusammen mit seiner Frau spielte er zunächst drei Jahre am Seattle Repertory Theatre. Nach weiteren zwei Jahren am Actors Theatre in Louisville, Kentucky, zog das Paar nach Washington, D.C., um am Arena Stage zu arbeiten. Sein Debüt dort gab er in der Hauptrolle des Randle McMurphy in Einer flog über das Kuckucksnest. Anderson blieb dem Theater 17 Jahre verbunden und trat in nahezu 100 Produktionen auf. Während dieser Zeit lebte er mit seiner Familie in Springfield in Virginia.

Bis Ende der 1980er-Jahre spielte er innerhalb von 23 Jahren in über 200 Produktionen, darunter am Arena-Stage-Theater, am American Conservatory Theater (ACT) sowie in der Actors Company in Ann Arbor, Michigan. Er hatte auch Auftritte auf dem California Shakespeare Festival. In den frühen 1970er-Jahren war er zudem Mitglied des Vorstands der Actors Company. Mitte der 2000er-Jahre zog die Familie nach Kalifornien in die Gegend von Los Angeles.

Anfang der 1990er-Jahre begann er seine Karriere im Film und Fernsehen. Zu den Filmen, in denen Anderson mitwirkte, zählen Getäuscht aus dem Jahr 1991, RoboCop 3 und Die Akte. Er trat in Michael-Bay-Filmen The Rock – Fels der Entscheidung und Armageddon – Das jüngste Gericht auf; in beiden spielte er den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Zu Gastauftritten in Fernsehserien zählten Practice – Die Anwälte, Akte X und als Richter Vandelay in der Seinfeld-Folge Das Finale. Anderson arbeitete auch als Voiceover-Sprecher für Dokumentationen von National Geographic, Discovery Channel, The Learning Channel, PBS und dem History Channel.

Im deutschen Sprachraum wurde Anderson unter anderem von Friedrich W. Bauschulte, Frank Ciazynski, Victor Deiß, Bert Franzke, Roland Hemmo, Gerd Holtenau, Joachim Kerzel, Jürgen Kluckert, Helmut Krauss, Horst Lampe, Andreas Mannkopff, Otto Mellies, Hans Müller-Trenck, Hartmut Neugebauer, Hans Nitschke, Gerhard Paul, Thomas Rau, Walter Reichelt, Christian Rode, Willi Röbke, Horst Schön, Jochen Schröder, Klaus Sonnenschein, Karl-Maria Steffens, Karl Sturm, Wolfgang Thal, Wolfgang Völz, Hans-Jürgen Wolf und Harry Wüstenhagen synchronisiert.

Auszeichnungen 1986: CINE Golden Eagle in der Kategorie „Science“ für Giving Machines Some Thought zusammen mit Meyer Odze, Thomas Korth, George Rimmelman und Gloria Burke

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

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