mini|Die Kirche mini|Die evangelische Kirche Die Evangelische Kirche Kirchberg ist eine teilweise aus dem 14. Jahrhundert stammende Dorfkirche in Kirchberg, einem Stadtteil von Niedenstein im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Die Kirche Die Kirche steht auf einer steilen Anhöhe über dem alten Dorfkern, unmittelbar westlich des alten Herrenhauses der Ortsadelsfamilie Hund. Ihr ältester Teil ist der mindestens aus dem 14. Jahrhundert stammende Chorraum mit quadratischem Grundriss, der vom Kirchenschiff deutlich abgesetzt ist. Er bildete wohl ursprünglich das untere Geschoss eines Kirchturms und war, wie die Gewölbeanfänger beweisen, mit einem hohen rippenlosen Kreuzgewölbe überdeckt. An seiner Ostwand befindet sich noch ein ursprüngliches kleines Fenster mit gedrücktem Spitzbogen. Um 1500 wurde diesem Chor ein neues, spätgotisches Schiff angebaut. Von dessen Architektur ist heute nur noch die Westtür mit ihren Birnstäben erhalten. An der Südseite des Kirchenschiffs befinden sich über den ursprünglichen Spitzbogenfenstern vermutlich beim Umbau 1682 zugemauerte Schießscharten.
Bei der nahezu vollkommenen Zerstörung des Dorfs durch Truppen des kaiserlichen Heerführers Tilly im Jahre 1631 wurde auch die Kirche schwer beschädigt. Erst 1682 wurde sie mit erheblichen Umbauten wieder hergestellt, finanziert offenbar von Johann Burkhard von Buttlar, Inhaber der landgräflich-kasselschen Lehnsgüter im Ort, der in diesem Jahr auch die Niedere Gerichtsbarkeit im Dorf erhielt. Das in diesem Jahr erstellte Nordportal der Kirche trägt im Giebeldreieck sein Wappen und das seiner Ehefrau Sidonie geb. von Riedesel zu Eisenbach. Aus diesem Jahr stammt auch die Chor und Schiff überziehende stuckierte Holzbalkendecke, in der sich ebenfalls die Wappen der Adelsfamilien Buttlar und Riedesel befinden. Wahrscheinlich wurde bei diesem Umbau (oder erst 1722) auch der alte Turm größtenteils abgebrochen und ein neuer, heute vollkommen verschieferter Fachwerkturm auf das steinerne Erdgeschoss gesetzt. Der Chorbogen wurde 1780 herausgebrochen. 1699 wurde im Osten unter der Kirche ein gewölbtes Buttlarsches Familienbegräbnis angelegt. Einige der Grabplatten in der Kirche stammen von dem Kasseler Renaissancebildhauer Andreas Herber.
Vorgeschichte Bereits 1019 wird eine Kapelle im Dorf erwähnt. 1326 ist ein Vizepleban, 1339 ein Pleban bekundet, und 1344 wird eine Kirche mit einem befestigten Kirchhof genannt. Bei Grabungen im Kircheninneren im Jahre 1979 wurden Mauerreste eines frühmittelalterlichen Vorgängerbaus gefunden, die möglicherweise bereits auf das 8. Jahrhundert zu datieren sind. Dieser Vorgängerbau scheint auf einem frühmittelalterlichen Gräberfeld errichtet worden zu sein.Holger Göldner & Klaus Sippel: Kirchberg, Gemeinde Niedenstein, Schwalm-Ederkreis – Grabfunde des 8. – 17. Jahrhunderts; Erste Ergebnisse einer Kirchengrabung in Nordhessen 1979/80. Herausgegeben von der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, „Archäologische Denkmäler in Hessen“; Heft 12, Wiesbaden 1980, ISBN 3-89822-012-5Unser Dorf Kirchberg Dokumente zu den Ausgrabungen aus den Jahren 1979/1980 befinden sich im Heimatmuseum, unweit der Kirche. Bei den Grabungen gefundene wertvolle frühmittelalterliche Ringe, Keramikscherben und Münzen sind im Hessischen Landesmuseum in Kassel ausgestellt.
Fußnoten
Literatur Werner Ide: Von Adorf bis Zwesten: Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg. Bernecker, Melsungen, 1972, S. 222–223.
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