mini|Friedrich August Becker, um 1900 Friedrich August Adam Becker (* 20. Februar 1869 in Homburg vor der Höhe; † 6. Februar 1913 in Wiesbaden) war ein deutscher Kurhausbeamter und Pionier des Sportstättenbaus. Er gilt als Erfinder des modernen roten Sandplatzes (Ziegelmehlbelag) für den Tennissport.

Leben Friedrich Becker wurde 1869 als Sohn des Maurers und späteren Wäschereibesitzers Carl August Becker (1843–1883) und dessen Ehefrau Gertrud Maria, geb. Weitz (1842–vor 1907), in Bad Homburg geboren. Nach einer Tätigkeit als Kutscher (1893–1903) trat er in den Dienst der Bad Homburger Kurverwaltung. Ab 1899 wurde er offiziell als „Lawn-Tennisplatzverwalter“ geführt und war in den Folgejahren als Aufseher und Spielplatzaufseher tätig.

Becker war seit 1893 mit Elisabeth Weidinger (1870–1950) verheiratet und hatte sieben Kinder, darunter die Söhne August Karl (1894–1958) und Karl Thomas (1895–1971) sowie die Tochter Margarethe Anna Susanne (1906–1997).Dokument „Vorfahren von Linus Becker“, basierend auf Personenstandsregistern Bad Homburg und Wiesbaden.

Im Jahr 1908 folgte Becker einem Ruf nach Wiesbaden. Dort übernahm er als Inspektor die Pflege und Pacht der Tennisanlagen an der sogenannten „Blumenwiese“ im Wiesbadener Kurpark. Becker verstarb 1913 im Alter von 43 Jahren in Wiesbaden.

Erfindung des roten Sandplatzes Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Tennis in Deutschland vornehmlich auf gewalzten Rasenflächen oder auf Hartplätzen aus dunklem Basaltsand („schwarze Plätze“) gespielt. Diese Beläge waren jedoch entweder witterungsanfällig oder neigten zu starker Staubbildung. Louise Magazin Bad Homburg 2021/06

Um 1896 entwickelte Becker die Innovation, die Spielflächen mit einer Deckschicht aus zermahlenen mineralischen Stoffen zu versehen. Hierfür nutzte er eine Kugelmühle, um Tonscherben ausrangierter Blumentöpfe der Kurgärtnerei zu feinem Mehl zu verarbeiten. Dieser rote Belag, der um 1898 in Bad Homburg zum Standard wurde, bot eine exzellente Drainage und ermöglichte das für Sandplätze charakteristische kontrollierte Gleiten („Sliding“). Die Erfindung schuf die technologische Grundlage für die Verbreitung des Tennissports in Zentraleuropa, da sie die Spielzeiten pro Saison verlängerte. Da Becker kein Patent anmeldete, verbreitete sich das Verfahren ohne Lizenzgebühren. Festschrift 125 Jahre Tennis im KurparkBeim Tennisspiel :: Museum Gotisches Haus, Bad Homburg v. d. Höhe :: museum-digital:deutschland

Vermächtnis Beckers Söhne führten die sportliche Tradition fort und gründeten in Wiesbaden das Unternehmen „Gebrüder Becker“, das sich auf den Sportstättenbau sowie die Herstellung von Tennisschlägern spezialisierte. Sein Sohn August Karl Becker war zudem Gründungsmitglied des TC Blau-Weiss Wiesbaden und ein international anerkannter Tennislehrer. Sein Sohn Karl Thomas Becker entwickelte später synthetische Bodenbeläge, die als Weiterentwicklung der Ziegelmehlplätze gelten.

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