mini|hochkant=1.2|Ehemaliges Hospital in Luckau Das Bauwerk mit der Anschrift Lindenstraße 22 ist ein denkmalgeschütztes ehemaliges Hospital- und Wohngebäude in Luckau, einer Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Lage Das Gebäude befindet sich westlich der historischen Altstadt im Wohnplatz Sandoer Vorstadt und dort nördlich der Lindenstraße. Diese Verbindung führt vom Stadtzentrum aus durch das ehemalige Sandoer Tor in westlicher Richtung aus dem Ort hinaus.

Geschichte Ein Hospital Zum Heiligen Geist wurde urkundlich im Jahr 1361 erstmals erwähnt.Hinweistafel der Stadt Luckau: Lindenstraße 22, angebracht am Bauwerk, September 2025. Vor der Stadtbefestigung entwickelte sich eine Vorstadt, die nicht durch die Mauern geschützt war. Dort siedelten sich Handwerker an, die auf Grund ihres Gewerbes in der Stadt nicht geduldet waren. Für diesen Bereich der Vorstadt waren es vorzugsweise Töpfer die mit Feuer arbeiten mussten.Marlies Donath: Die „Noppern“ in Luckau: Nachbargemeinschaften mit Tradition, veröffentlicht in: Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkernen des Landes Brandenburg (Hrsg.): Tür an Tür, Haus an Haus: Nachbarschaften in der historischen Stadt, 1. Auflage, Dezember 2014, ISBN 978-3-00-047888-8, S. 22 und 23. In der Vorstadt lebten zudem Arme und Kranke, die im Hospital versorgt wurden.

Im Dreißigjährigen Krieg brannte das Spital aus und wurde vermutlich um 1720 wieder aufgebaut. Es entstand ein dreigeteiltes, zweigeschossiges Gebäude, in dessen Mittelhaus sich im Mittelalter die Hospitalkirche befand. Das Bauwerk wird in der offiziellen Landesdenkmalliste daher auch als Hospital mit Kapelle geführt. In ihr wurden noch bis Anfang 1950 Gottesdienste abgehalten. Anschließend verfiel das Gebäude trotz sporadischer Nutzung zusehends.

Nach der Wende stand das Gebäude nach wie vor leer. Erst 2016/2017 erfolgte eine Sanierung und Umbau, um es seit dieser Zeit als Wohn-, Pflege- und Betreuungseinrichtung zu nutzen.Aktuelle Infos, Webseite des Hospitals Luckau, abgerufen am 4. Januar 2026. Im Vorderhaus entstanden zwei große Wohngemeinschaften für ambulantes, betreutes Wohnen sowie eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege. Neben einer Hof-Werkstatt befinden sich dort auch Räumlichkeiten eines ambulanten Pflegedienstes. Im Dachgeschoss befinden sich Wohnräume. Im hinteren Wohnhaus entstanden sechs altersgerechte Mietwohnungen, die sich um einen Hofraum gruppieren, in dem ein 1980 errichtetes Heizhaus stand, das abgerissen wurde. Für den Umbau wurden Fördermittel in Höhe von rund 783.000 Euro aus der Städtebauförderung genutzt. Neben den drei ursprünglich nebeneinander stehenden Gebäuden wurde dabei auch der östliche Anbau und der westliche Seitenflügel einbezogen.Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg: Unser Denkmal des Monats November 2019 | Luckau, 2019, S. 4. Im Jahr 2019 war es das Denkmal des Monats der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.

Baubeschreibung Das Gebäude wurde als zweigeschossiges Bauwerk errichtet. Die Fassade ist mit einem hellen Putz versehen, der auch die beiden Geschosse optisch voneinander trennt. Die Fenster sind hochrechteckig, mit hellen Faschen eingerahmt und symmetrisch über die Fassade verteilt. Die beiden Seitentrakte sind mit einer gequaderten Lisene vom Hauptgebäude abgetrennt. Im östlichen Bereich existiert ein rundbogenförmiger Zugang; ebenso im westlichen Bereich. An der Fassade des Mittelhauses befindet sich im oberen Geschoss unterhalb der Fenster der Schriftzug HOSPITAL ZUM HEILIGEN GEIST. Neben dem mittleren Fenster befindet sich jeweils ein lateinisches Kreuz. Die Kelleranlagen unter dem westlichen Seitenflügel stammen vermutlich aus dem 13./14. Jahrhundert, werden aber nicht genutzt. Das Bauwerk ist mit einem Mansarddach mit roten Tonziegeln gedeckt, in das mehrere Dachgauben mit kleineren, ebenfalls hochrechteckigen Fenstern eingelassen sind. Mittig befindet sich ein kleiner vorspringender Giebel mit einem Glockenturm und einer Turmuhr. Die funktionstüchtige Glocke verweist auf die historische Nutzung des Gebäudes als Einrichtung für die Pflege von Alten und Kranken.

Weblinks

Einzelnachweise

Lindenstrasse 22 Lindenstrasse 22 Kategorie:Barockbauwerk in Brandenburg Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Kategorie:Ersterwähnung 1361