mini|Thomas Baumann, 2012 Thomas Baumann (* 30. März 1967 in Altenmarkt im Pongau) ist ein österreichischer bildender Künstler und Filmemacher. Sein Werk umfasst Skulptur, Installation, Film und Medienkunst.
Leben Thomas Baumann studierte von 1985 bis 1993 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er absolvierte ein Diplomstudium in Malerei und Grafik bei Maximilian Melcher (1922–2002) sowie ein Diplomstudium in Bildhauerei bei Bruno Gironcoli.Thomas Baumann, auf basis-wien.at, abgerufen am 4. Januar 2026. Thomas Baumann ist Mitglied der Wiener Secession seit 1997.
Werk mini|Wallsilver, 1999 Thomas Baumann beschäftigt sich seit den frühen 1990er-Jahren mit der Beziehung zwischen Bewegung, Maschine, Material und Wahrnehmung. Im Zentrum seines Werks stehen mechanische, elektronische und digitale Systeme, die nicht als Darstellungsmittel, sondern als operative Prozesse eingesetzt werden. Bewegung fungiert dabei als zentrales Gestaltungselement und strukturiert die zeitliche und räumliche Erfahrung der Arbeiten. mini|Denkmal für Berta Karlik an der Universität Wien, 2016 Ein Schwerpunkt von Baumanns Werk liegt auf kinetischen Skulpturen und raumgreifenden Installationen. Diese Auseinandersetzung mit Systemen und Bewegung setzt sich in Baumanns malerischer Arbeit fort. Auf Grundlage einer von ihm entwickelten Malmaschine (2000) überträgt er computergesteuerte Programme auf den Bildträger und kombiniert diese mit manuellen zeichnerischen und malerischen Eingriffen. Es entstehen Arbeiten, die zwischen maschineller Wiederholung und individueller Setzung vermitteln. Baumanns Werk wird der konstruktiven, kinetischen und systemorientierten Kunst zugeordnet und thematisiert automatisierte Prozesse und technische Systeme.
Film und Medienkunst Thomas Baumanns Filme und Videos wurden auf internationalen Festivals sowie in musealen Kontexten gezeigt. Seine filmischen Arbeiten werden unter anderem von Sixpack Film vertrieben und waren bei der Diagonale, der Viennale sowie bei internationalen Experimentalfilmfestivals zu sehen.Thomas Baumann, auf sixpackfilm.com, abgerufen am 7. Januar 2026.
Zu den bekanntesten Filmen zählen die Gehfilme, welche in Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen entstanden sind. Dazu zählen unter anderem Josef Dabernig und Martin Kaltner. Der Film Gehfilmen (6) hat 1994 den österreichischen Kurzfilmpreis auf der Diagonale gewonnen. Zusammen mit Martin Kaltner, Matteo Fraterno und Kameramann Jörg Burger produzierte Baumann und Kaltner den Film Odessa, welcher erstmals auf der Viennale 2005 gezeigt wurde.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1996 High Hoch Times Zeiten, Secession Wien 2008 Balancing the Wrong and the True, Kunsthaus Baselland 2008 Balancing the Wrong and the True, Kunstverein Bonn 2023 WAK, Belvedere 21, Wien
Gruppenausstellungen 2000 Raumkörper, Netze und andere Gebilde, Kunsthalle Basel 2001 Lebt und arbeitet in Wien, Kunsthalle Wien 2002 Persönliche Pläne, Kunsthalle Basel 2005 Moving Objects Museum Tinguely, Basel 2008 Musée Würth Erstein 2009 Romantische Maschinen, Georg Kolbe Museum, Berlin 2010 Roboterträume, Museum Jean Tinguely, Basel; Kunsthaus Graz (2005) 2012 Plot:Bach, Kunsthaus Graz, Bix Medienfassade 2013 Suicide Narcissus The Renaissance Society at the University of Chicago, ChicagoThomas Baumann, auf renaissancesociety.org, abgerufen am 7. Januar 2026. 2015 Quantum of Disorder, Haus Konstruktiv, Zürich 2020 ABSTRAKT. Geometrie und Konzept, Museum Moderner Kunst Kärnten 2021 Shape and Shade, medienkünstlerisches Projekt von Thomas Baumann, Kunsthaus Graz 2023 Public Matters, 300 Jahre Belvedere, WienPublic Matters, auf belvedere.at, abgerufen am 4. Januar 2026.
Auszeichnungen 1994 Österreichischer Kurzfilmpreis, Diagonale Salzburg 1997 Römerquelle-Kunstwettbewerb 1999 26. Österr. Grafikwettbewerb, Innsbruck 2011 Niederösterreichischer Kulturpreis Anerkennungspreis (2011) 2019 36. Österreichischer Grafikwettbewerb
Literatur Thomas Baumann. Verlag Edition Schlebrügge, Wien; Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2005, ISBN 3-85160-057-6 Sabine Schaschl; Christina Vegh (Hrsg.): Balancing the Wrong and the True. Folio Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85256-469-2
Weblinks
Thomas Baumann bei der Galerie Nicolas Krupp Thomas Baumann bei der Galerie Krobath Thomas Baumann bei Basis Wien
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann Kategorie:Filmschaffender