Gerda Stryi (* 20. Mai 1905 in Kattowitz, Oberschlesien; † 31. Oktober 1992 in Wiesbaden) war eine deutsche Malerin.
Leben und Schaffen
Gerda Stryi wurde 1921, mit 16 Jahren, an der Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau aufgenommen. Dort war sie ab 1922 Schülerin von Oskar Moll, Otto Mueller und Konrad von Kardoff.
1923 heiratete sie in Breslau den Maler und Kunsterzieher Erich Leitgeb.
1935 wurden ihre Werke von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ eingestuft. Damit wurde sie mit einem Ausstellungsverbot belegt. Um sich dennoch weiterhin künstlerisch betätigen zu können, arbeitete sie als Bühnenmalerin am Theater in Breslau. 1945, mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erfolgte die Flucht aus Breslau.
Ab 1949, nach mehreren Zwischenstationen, ließ sie sich mit ihrem Mann in Wiesbaden nieder und führte ihr künstlerisches Wirken fort. 1950 starb ihr Mann. Seinen Auftrag, in den Wiesbadener Theaterkolonaden die Supraporten auszumalen, übernahm sie, obwohl dies körperlich wie künstlerisch für sie einen Kraftakt darstellte. Noch heute schmücken diese Fresken die Eingänge des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden.
1950 war sie Gründungsmitglied der Künstlergruppe 50 in Wiesbaden. Studienreisen führten sie bevorzugt in die mediterranen Landschaften Italiens (Liparische Inseln), Spaniens (Ibiza) und Frankreichs (Camargue, Korsika). Stadtlandschaften, Landschaften und Stillleben sind die wesentlichen Motive ihrer Malerei. Von 1972 bis 1980 war sie Mitglied im Vorstand Nassauischer Kunstverein Wiesbaden.
Sie wurde auf dem Südfriedhof (Wiesbaden) in der Grabstelle ihres Ehemanns beigesetzt. Im Juli 2026 wurde die Grabstelle von der Stadt Wiesbaden zum Ehrengrab ernannt.
Der künstlerische Nachlass ist Eigentum des Vereins der Freunde und Förderer der Stiftung Kulturwerk Schlesien e. V. in Würzburg.
Einzelausstellungen 1932: Künstlerbund Schlesien, Breslau 1952: Kurhaus Wiesbaden 1956: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 1963: Kunstverein Kassel 1967: Wangener Kreis, Berlin 1971: Künstler aus Mainz und Wiesbaden, Städtisches Museum Wiesbaden 1979: Breslauer Akademieschülker heute, Jahresausstellung der Künstlergilde in Verbindung mit der Ostdeutschen Galerie, Regensburg 1990: 50 Jahre Künstlergruppe 50, Hessisches Landesmuseum Wiesbaden posthum 2022: Haus Schlesien, Königswinter 2025: Haus des Deutschen Ostens, München 2025/2026 Muzeum Miejskie Wrocławia/Städtisches Museum Breslau
Literatur Brigitte Rechberg (Hg.): Die Malerin Gerda Stryi, Werkverzeichnis Bilder und Texte. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, 2009, ISBN 978-3-87057-310-2.
Weblinks Gerda Stryi zum 120. Geburtstag bei Silesia News Hommage an Gerda Stryi bei YouTube Ehrengrab auf dem Südfriedhof Wiesbaden Virtueller Ausstellungsrundgang der Ausstellung 2025 im Haus des deutschen Ostens, München bei YouTube
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Wiesbaden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Frau