Talo ist ein osttimoresischer Ort im Suco Hatolia Vila (Verwaltungsamt Hatulia, Gemeinde Ermera).Direcção-Geral de Estatística: Die kleine Siedlung liegt im Norden der Aldeia Simohei, in einer Meereshöhe von . Nördlich befindet sich der Foho Teuro (), südlich der Foho Talo ().PeakVisor: Foho Caisoro, abgerufen am 22. Dezember 2025.

In Talo befindet sich eine Grundschule.

Geschichte

Talo war früher Teil des Reiches von Deribate. 1867 versuchten Truppen der Portugiesen Krieger aus Deribate anzugreifen, die sich im heiligen Hain (Luten-Lulic) von Talo verschanzt hatten. Der Hain hatte einen Durchmesser von drei Kilometern. Die Portugiesen mussten sich schließlich nach mehreren erfolglosen Vorstößen zurückziehen.Carlos Filipe Ximenes Belo: Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), Baucau: Tipografia Diocesana Baucau 2011.

Als am 19. August 1896 Leutnant (alferes) Francisco Duarte erneut eine portugiesische Militärexpedition nach Deribate führte, wurde der Widerstand im heiligen Wald von Talo schnell niedergeschlagen. Duarte berichtet:

Die Portugiesen mussten 14 Tote und 25 Verwundete beklagen, während das Gefecht den Kriegern aus Deribate 90 Tote und 17 Gefangene kostete. Dazu kamen Verwundete und Tote, die man auf dem Rückzug mitnahm, darunter auch Dom José. Ihm soll laut dem Bericht Duartes Granatsplitter einen Arm zerschmettert haben, als er gerade sein Gewehr ergriff, um seine Truppen zum Angriff zu führen. Dom José floh mit seinen Kriegern und der übrigen Bevölkerung in die Höhle von Dede-Pum, die zu einer Festung (Tranqueira) ausgebaut war.Andrey Damaledo: Divided Loyalties: Displacement, belonging and citizenship among East Timorese in West Timor, S. 29–30, ANU press, 2018, Im Bericht von Duarte ist zu lesen:

Da es in der Befestigung an Wasser fehlte, begannen bald die Belagerten nach und nach nachts rauszukommen, um an Wasser zu kommen. Wer aus der Tranqueira heraustrat, wurde von den Portugiesen erschossen. Nach acht Tagen baten die Krieger Deribates um Verhandlungen. 21 Personen, davon nur zwei Männer, kamen aus der Höhle und begaben sich in Gefangenschaft. Dom José und die anderen Belagerten weigerten sich, sich zu ergeben. Als nach zwölf Tagen keine Geräusche mehr aus der Höhle kamen, drang Duarte in die Tranqueira ein. Er fand die Leichen von über 400 Männern und Frauen.

Dom José aber konnte nicht gefunden werden. Er entkam der Tragödie schwer verletzt. Dom João ergab sich und starb am 18. Januar 1897 im Gefängnis von Dili.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Hatulia