Die 114. Taktische Fliegerbrigade (Militäreinheit Nr. A1349; , 114 БрТА, в/ч: A1349) ist eine Einheit der Ukrainischen Luftstreitkräfte.

Geschichte mini|200px|links|Personal der Brigade vor einer MiG-29UB (links) und MiG-29MU1 Im Juni 1991 wurde das 114. Jagdfliegerregiment der sowjetischen Luftstreitkräfte aus Milovice nad Labem abgezogen. Das Regiment war mit MiG-29-Kampfflugzeugen ausgerüstet. Zu dieser Zeit war das, ebenfalls mit MiG-29 bewaffnete, 145. Jagdfliegerregiment in Iwano-Frankiwsk stationiert.

Das Personal des Regiments leistete am 19. Januar 1992 den Treueid auf das ukrainische Volk.

Gemäß der Anweisung des Verteidigungsministers vom 2. Dezember 2002 wurde das 114. Jagdfliegerregiment mit Unterstützungseinheiten zusammengefasst, wodurch es zu einer Brigade befördert wurde.

Ab dem 1. Dezember 2005 war die Jagdfliegerbrigade erstmals im aktiven Dienst mit den Ukrainischen Luftverteidigungskräften.

Im Jahr 2006 wurde, zum ersten Mal seit 1993, eine Flug- und Taktikausbildung des Fliegergeschwaders durchgeführt. Die Fliegerbrigade nahm schließlich an der Führungs- und Stabsübung der Luftstreitkräfte Klarer Himmel teil. Während dieser Übungen führte Major Serhij Holubzow einen Übungs- und Kampfeinsatz durch und zwang einen simulierten Grenzverletzer zur Landung auf einem zugeteilten Flugplatz.

Vom 12. März bis 7. April 2007 fand auf dem Stützpunkt der Brigade ein Flugtraining mit den Kampfflugzeugen der Vereinigten Schnellen Eingreiftruppe der ukrainischen Luftwaffe statt. Diese hatte den Zweck die mit MiG-29-Flugzeugen ausgestatteten Einheiten auf komplexe Flugübungen vorzubereiten.

Im April 2007 beteiligte sich die Brigade, zusammen mit den Heeresfliegern, an einer Übung zur Bekämpfung von Bodenzielen.

Am 5. Juni 2009 erhielt die Brigade den Ehrennamen 114. Taktische Fliegerbrigade Tallinn, Iwano-Frankiwsk des Rotbannerorden.

Am 24. August 2009 nahmen die Flugzeuge der 114. Brigade an der Parade zum Unabhängigkeitstag in Kiew teil.

Während der Austragung der Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine und Polen war die MiG-29 Weiß 55 im Einsatz, um den Luftraum der Ukraine während des Fußballturniers abzuschirmen.

Später in 2012 wurden die MiG-29 Weiß 55 und Weiß 54 in blau-gelben Tarnfarben neu lackiert und zu den sogenannten „Pseudo-Sokols“ (Ukrainisch für Falke). Die Lackierung war für einen Demonstrationsflug über dem Flughafen Hostomel, während der Ausstellung Aviasvit-XXI.

Im Zuge der Militärreform vom 18. November 2015 wurden die Ehrentitel und Auszeichnungen aus der Sowjetzeit abgeschafft. Die Brigade wurde in 114. Taktische Fliegerbrigade umbenannt.

Russisch-Ukrainischer Krieg

Seit Beginn des Krieges im Donbass befindet sich das gesamte Personal der Einheit im Kampfeinsatz. Im Sommer 2014 wurde eine gefasste Gruppe gebildet, die an Kampfeinsätzen gegen Kolonnen der russischen Separatisten teilnahm.

Für den Einsatz bestand die typische Bewaffnung einer MiG-29 aus zwei Abwurftanks, zwei Chargen ungelenkter S-8-Raketen und, falls der Treibstoffvorrat es zuließ, zwei RBK-Einweg-Bombenkassetten. Die ersten Einsätze der MiG-29 zur Abriegelung des Kampfgebiets fanden am 5. August statt. In der Region Donezk wurden Zonen um die Bezirke Jenakijewe, Schachtarsk, Amwrossijiwka un Luhansk eingerichtet.

Um eine nahezu kontinuierliche Präsenz in den Zonen zu gewährleisten, flogen die MiGs bis zu drei Einsätze täglich, wenn auch nicht jeden Tag.

Trotz dessen schossen Separatisten am 7. August eine erste MiG-29, Weiß 02, ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Eine weitere MiG, Weiß 53, wurde am 17. August in der Nähe von Luhansk abgeschossen.

Am 16. März 2017 fiel Oberfähnrich Wadym Denega im Gebiet der Stadt Slowjansk. Am 3. November 2017 starb Walerij Nesterenko an einem plötzlichen Herzinfarkt.

Am 16. Mai 2019 starb Fähnrich Wassyl Jus während eines Gefechts an einer tödlichen Verletzung, die durch Mörserbeschuss auf Stellungen der ukrainischen Streitkräfte durch Separatisten, in der Nähe des Dorfes Wodjane im Rajon Wolnowacha verursacht wurden.

Seit 2014 sollen Berichten zufolge immer wieder Techniker und Mechaniker der Brigade für Infanterierollen abkommandiert werden. Dafür werden sie den Luftlandeeinheiten zugeteilt.

Vollinvasion 2022

mini|200px|links|Mobile Fire Team der Luftstreitkräfte Seit Beginn des großangelegten Überfalls Russlands ist die Brigade im ständigen Kampfeinsatz und das Personal ausgelastet. Neben Angriffen auf Russische Stellungen, mit Bomben und ungelenkten Raketen, sind die Piloten hauptsächlich damit beschäftigt, den Luftraum zu Schützen. Dabei machen die MiGs unter anderem auch Jagd Marschflugkörper und Shahed-Drohnen. Letztere, so wie andere Drohnen, werden auch von den Bodentruppen, wie der Flugabwehr und den Mobile Fire Teams, in Angriff genommen.

Kurz nach Beginn der Vollinvasion, am 13. März 2022, wurde Major Stepan Tarabalka in seiner MiG-29 im Kampfeinsatz abgeschossen. Es gab Gerüchte, dass er der Geist von Kyjiw sein könnte. Dieser hätte angeblich bis zu 40 feindliche Flugzeuge zerstört. Unabhängig davon, dass dies sich später als Mythos herausstellen sollte, wurde Tarabalka posthum der Titel Held der Ukraine für seinen Einsatz verliehen.

Am 24. August 2022 wurde der Brigade die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit verliehen.

Am 2. Juni 2023 wurde die Maschine von Wladyslaw Saweljew Nomad, während eines Kampfeinsatzes über Pokrowsk, von einer russischen Rakete getötet. Saweljew wurde, auch schon vor dem Krieg, in den USA, in Columbus ausgebildet. Dort wurde er in der Columbus Air Force Base, neben seinen US-amerikanischen Kameraden, auf einer Steintafel verewigt.

Eine weitere MiG stürzte am 8. März 2024 bei Pokrowsk ab. Sie wurde nach Augenzeugenberichten von einer Rakete getroffen. Laut russischen Quellen soll eine Su-35 für den Abschuss verantwortlich sein. Der Pilot Major Andrij Tkatschenko wurde auch hier getötet.

Modernisation Am 24. Juni 2012 wurde ein im Staatlichen Flugzeugreparaturwerk Lwiw modernisierte MiG-29MU1 an die Brigade übergeben.

Am 10. April 2014 erhielt die Brigade die reparierte MiG-29 Weiß 10.

Am 5. Januar 2015 übergab Präsident Petro Poroschenko auf dem Flugplatz Oserne zwei in Lwiw reparierte Flugzeuge, MiG-29 Weiß 57 und MiG-29UB Weiß 86, an die Luftwaffe bzw. an die 114. Brigade.

Am 30. Dezember 2015 übergab das staatliche Flugzeugreparaturwerk Lwiw den überholten MiG-29-Kampfjet Weiß 71 an die Brigade.

Am 29. März 2016 erhielt die Brigade weitere 4 MiG-29, Weiß 72, 73, 75 und 76, die auch in Lwiw überholt wurden, und 2 Schulflugzeuge L-39 (B/n 72, B/n 123), die vom Flugzeugreparaturwerk Odessa überholt wurden.

Struktur

Hauptquartier 1. Fliegergeschwader 2. Fliegergeschwader Flugelektronik Kommunikations- und Funkerbattalion Informations- und Telekommunikationsleitstelle Flugplatzinstanthaltungsbattalion: Technische Kompanie Flugplatzbetriebskompanie Tankkompanie Kompanie zur materiellen Unterstützung 128. Objektschutzkompanie Feuerwehrtrupp Sanitätszenter PKW-Kontingent

Kommandeure Oberst Walentyn Matjuschenko (1988–1993) Oberst Bohdan Spodarko (1993–1995) Oberst Bastron Jehorowytsch (1995–1999) Oberst Petro Granat (1999–2000) Oberst Serhij Drosdow (2000–2002) Oberstleutnant Wjatscheslaw Hromow (2002–2003) Oberst Oleksandr Kuharenko (2003–2006) Oberst Anatolij Krywonoschko (2006–2008) Oberst Serhij Bychowez (2008 – November 17, 2011) Oberst Serhij Holubzow (2011–2015) Oberst Jurij Pohorylyj (2015–2018) Oberst Jewhen Kardschau (seit 2018)

Weblinks

Einzelnachweise

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