mini|Saeed Matinpour Saeed Matinpour (; aserbaidschanisch Səid Mətinpur; * 22. September 1976 in Zandschan, Provinz Zandschan, Iran) ist ein iranischer Aktivist, Journalist und Menschenrechtsverteidiger aserbaidschanischer Abstammung. Er ist bekannt für seinen Einsatz für die Rechte der aserbaidschanischen Minderheit im Iran. Dafür wurde er unter der Regierung der Islamischen Republik mehrfach festgenommen, zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt und später freigelassen.
Biographie Matinpour absolvierte ein Studium der Philosophie an der Universität Teheran und arbeitete als Journalist. Er war für verschiedene iranische Zeitschriften und Wochenblätter tätig, darunter Yarpaq, Mardom-e Now und andere Publikationen, in denen er sich für Menschenrechte und die kulturellen sowie sprachlichen Rechte der aserbaidschanischen Minderheit aussprach.
Am 25. Mai 2007 wurde Matinpour von iranischen Sicherheitskräften in seiner Wohnung entführt und ohne rechtliche Grundlage für 20 Tage im Geheimdienstbüro (Ettelaat) in Zandschan festgehalten, bevor er in das berüchtigte Evin-Gefängnis nach Teheran verlegt wurde. Nach über einem Monat Haft wurde Matinpour zurück ins Gefängnis von Zandschan verlegt. Während dieser Zeit erhielten seine Angehörigen keinerlei Auskunft über seinen Aufenthaltsort. Insgesamt verbrachte er mehr als neun Monate in Einzelhaft im Ettelaat-Gefängnis in Zandschan, wo er fortlaufend verhört und gefoltert wurde. Amnesty International erklärte Matinpour zum Gefangenen aus Gewissensgründen.
Am 27. August 2007 wurde auch sein Bruder Alireza festgenommen, offenbar um zusätzlichen Druck auf Said auszuüben. Am 28. Januar 2008 erfolgte seine Freilassung gegen eine Kaution von 500.000 US-Dollar, die durch Spenden und die Verpfändung der Unterlagen von drei Immobilien aufgebracht werden konnte.
2009 wurde Matinpour erneut festgenommen und nach einem Schauprozess zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Während der Anhörung wurde ihm kein Rechtsbeistand gewährt, und er erhielt lediglich drei Minuten Zeit, um sich zu verteidigen. Eine eingereichte Berufung gegen das Urteil wurde nicht berücksichtigt. Ihm wurde vorgeworfen, Kontakte zu den ausländischen Kreisen unterhalten und Propaganda gegen die Staatsordnung der Islamischen Republik Iran betrieben zu haben. Am 11. Juli 2009 trat er seine Haft im Evin-Gefängnis in Teheran an. Während der Haftzeit wurde er wiederholt schwer misshandelt und litt unter gesundheitlichen Problemen. Nach über sieben Jahren kam er am 26. August 2015 frei.
Im Mai 2014 veröffentlichte die internationale Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen anlässlich des Welttages der Pressefreiheit die Liste der "100 Informationshelden". Darin wurden Journalisten und Blogger geehrt, die sich durch ihren mutigen Einsatz für Menschenrechte und Pressefreiheit auszeichnen, darunter auch Said Matinpour.
Einzelnachweise
Kategorie:Menschenrechtsaktivist (Iran) Kategorie:Opfer einer Diktatur Kategorie:Iraner Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Mann