Le dormeur du val, deutsch Der Schläfer im Tal ist ein Gedicht des französischen Dichters Arthur Rimbaud, geschrieben im Oktober 1870. In der literarischen Form des Sonetts in Alexandrinern geschrieben, folgt das Gedicht formal dem Versmaß der klassischen französischen Dichtung. Es zählt heute zu Rimbauds bekanntesten Werken und findet sich in Anthologien wie André Gides Anthologie de la poésie française. Das einzige bekannte Manuskript hatte Rimbaud Paul Demeny überlassen. Heute befindet es sich in der Autographensammlung Stefan Zweigs in der British Library.British Library, Zweig Collection, Nr. 181

Text Le Dormeur du val

C’est un trou de verdure où chante une rivière Accrochant follement aux herbes des haillons D’argent ; où le soleil, de la montagne fière, Luit : c’est un petit val qui mousse de rayons.

Un soldat jeune, bouche ouverte, tête nue, Et la nuque baignant dans le frais cresson bleu, Dort ; il est étendu dans l’herbe, sous la nue, Pâle dans son lit vert où la lumière pleut.

Les pieds dans les glaïeuls, il dort. Souriant comme Sourirait un enfant malade, il fait un somme : Nature, berce-le chaudement : il a froid.

Les parfums ne font pas frissonner sa narine ; Il dort dans le soleil, la main sur sa poitrine Tranquille. Il a deux trous rouges au côté droit.

<poem style="float:left; width:40%"> Der Schläfer im Tal

Ein grüner winkel den ein bach befeuchtet Der toll das gras mit silberflecken säumt · Wohin vom stolzen berg die sonne leuchtet – Ein kleiner wasserfall von strahlen schäumt.

Ein kriegsmann jung barhaupt mit offnem munde Den nacken badend in dem blauen kraut Schläft unter freiem himmel · bleich · am grunde Gestreckt · im grünen bett vom licht betaut.

Ein strauch deckt seine füsse. Wie ein kind Lächelnd das krank ist hält er seinen schlummer. Natur umhüll ihn warm! es friert ihn noch.

Ihm zuckt die nase nicht vom duftigen wind. Er schläft im sonnenschein · die hand auf stummer Brust – auf der rechten ist ein rotes loch.

Übertragung von Stefan George'''</poem>

Rezeption André Guyaux, der Herausgeber der Pléiade-Werkausgabe (2023) weist auf die pazifistische Botschaft des unbekannten Soldaten hin, zugleich auf das literarische Klischee des „toten oder verletzten Soldaten, der in der schützenden Natur geborgen ist“. Der „zu grüne und zu blumige“ Wortschmuck verleihe dem Tableau einen „expressionistischen Charakter, der es vom Gesehenen entfremde.“ Das „Farbenspiel des Grüns“ – im Original verdure, herbes, [ou]verte, cresson, herbe, vert – bilde einen Kontrast zum leuchtenden Rot der ‘‘glaïeuls‘‘, der Schwertlilien, die die Füße des Toten bedecken, der das ganze Gedicht durchziehe. Der Wechsel der Euphemismen (Tod als Schlaf) und Anspielungen („umhüll ihn warm! es friert ihn noch.“) ziehe sich bis zum Schluss hin. Der Tod, obwohl nie mit Worten ausgesprochen, sei im ganzen Gedicht präsent.Le dormeur du val'' wurde wiederholt vertont und von französischen Musikern wie Serge Reggiani, Jean-Louis Aubert oder Yves Montand vorgetragen.Le dormeur du val auf abardel.free.fr, abgerufen am 3. Januar 2026

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