Electronic Arts (EA) ist ein US-amerikanischer Hersteller und Publisher von Computerspielen. Das weltweit operierende Unternehmen wurde vor allem für seine Sportspiele (Madden NFL, FIFA) und Die Sims, Apex Legends, Battlefield oder Need for Speed bekannt, publiziert aber auch zahlreiche andere Titel in weiteren Themengebieten. Ab Mitte der 1990er, bis zu der im Jahr 2008 erfolgten Fusion von Vivendi Games und Activision zu Activision Blizzard, war das Unternehmen nach Umsatz Marktführer im Bereich Computerspiele. Die Aktien des Unternehmens waren im Nasdaq Composite und im S&P 500 gelistet, bevor es privatisiert wurde.

Geschichte mini|Ursprüngliches Firmenlogo, verwendet von 1982 bis 2000 mini|Konzernzentrale in Redwood City

Laut seiner eigenen Darstellung beschloss Unternehmensgründer Trip Hawkins im Sommer 1975, als er von der Entwicklung des Mikroprozessors erfuhr, dass er im Jahr 1982 sein eigenes Computerspielunternehmen gründen würde. Solange würde es seiner Schätzung nach dauern, bis ein ausreichend großer Markt entstanden sei und die Computertechnik genügend Leistung für seine Vorstellung von Computerspielen bereitstellen würde. Nach seinem Studium an den Universitäten Harvard und Stanford nahm er 1978 eine Tätigkeit bei Apple auf. Im April 1982 verließ er das Unternehmen, um mit seinem aus dem Börsengang von Apple verdienten Geld am 28. Mai 1982 seine neue Softwarefirma zu gründen, die zunächst den Namen Amazin’ Software trug. Hawkins finanzierte das Unternehmen für die nächsten sechs Monate aus eigener Tasche und arbeitete von zuhause aus. Im August 1982 bezog er vorübergehend Büroräume bei Sequoia Capital, bevor das Unternehmen schließlich sein langjähriges Hauptquartier in San Mateo (Kalifornien) errichtete. Da Hawkins den Kunstaspekt von Computerspielen stärker betonen wollte, spielte er mit dem Gedanken einer Umbenennung in SoftArt. Auf Bitten von Dan Bricklin, Gründer des Unternehmens Software Arts, verwarf er diese Namen jedoch wieder. Nach einem Brainstorming unter den ersten Mitarbeitern und unter Einbeziehung einer Marketingagentur fiel schließlich im Oktober 1982 die Entscheidung zugunsten von Electronic Arts.

Electronic Arts trat mit dem Anspruch an, Computerspiele als Kunstform zu betrachten und den Designern und Softwareentwicklern angemessene Wertschätzung entgegenzubringen. Bleibenden Eindruck hinterließ etwa eine frühe Werbeanzeige mit dem Slogan „We see farther“ (engl. für „Wir blicken weiter voraus“), die im Kern aus einem Gruppenfoto bekannter Computerspielentwickler in Schwarzweißoptik sowie ihrer namentlichen Nennung besteht. EAs Konzept stand teilweise im Kontrast zu gängigen Praktiken u. a. bei Atari und Intellivision, die ihren Mitarbeitern zu Anfang eine Anerkennung in Form von Namensnennung als Autoren oder Umsatzbeteiligungen verweigert hatten, teils auch aus Angst vor Abwerbeversuchen durch die Konkurrenz (vgl. etwa Entstehung des Spieleherstellers Activision). Nach längerem Vorlauf und Vertragsabschlüssen mit mehreren externen Entwicklerunternehmen trat Electronic Arts 1983 als Publisher mit sieben Titeln in den Markt ein: Archon, Axis Assassin, Hard Hat Mack, M.U.L.E., Murder on the Zinderneuf, Pinball Construction Set und Worms?. Auffällig war die Veröffentlichung in aufwändig gestalteten Kartons mit aufklappbarem Cover, die an Schallplattenhüllen erinnerten und auf der Vorderseite prominent den Namen des jeweiligen Designers trugen.David Dubermann: , September 1983

Die ersten Jahre über entwickelte EA seine Spiele noch nicht selbst und bediente anfangs auch nur den Heimcomputer-Markt. Erst ab den späten 1980er-Jahren entwickelte das Unternehmen eigene Spiele und weitete das Geschäft auf den Videospiele-Markt aus. Im Herbst 1989 ging Electronic Arts an die Börse. Großes Potenzial für sein Unternehmen erkannte Firmengründer Hawkins unter anderem in der neuen Spielkonsole Sega Mega Drive, die wie viele von EA zuvor bediente Heimcomputer-Plattformen auf dem Motorola-68000er-Prozessor aufbaute. Allerdings kontrollierte Hersteller Sega strikt, welche Unternehmen Spiele für seine Konsole entwickeln durften, und verlangte für den Zugang hohe Lizenzgebühren. Hawkins umging dies, indem er das System kurzerhand per Reverse Engineering nachbauen ließ und EA so die Möglichkeit eröffnete, ohne Segas offizielle Lizenz eigene Spiele für die Plattform zu entwickeln. Damit verschaffte er EA eine starke Verhandlungsposition, und als man mit Sega in Lizenzgespräche trat, konnte Hawkins eine günstigere Vereinbarung aushandeln, die es dem Unternehmen ermöglichte, mehr Spiele zu veröffentlichen und dabei weniger Gebühren an Sega zu zahlen. Ein entscheidender Titel für den anschließenden Erfolg von Hawkins’ Strategie wurde John Madden Football, das auf dem Mega Drive zu einem riesigen Erfolg wurde. Das Spiel kombinierte realistische Football-Mechaniken mit ansprechender Grafik und half EA, sich als führender Entwickler im Sportspiel-Genre zu etablieren. Der Erfolg auf dem Mega Drive ebnete den Weg für die jährlichen Veröffentlichungen der Madden-Serie, die bis heute eine der profitabelsten Spielereihen von EA ist, und ermunterte das Unternehmen, Ableger in weiteren Sportarten zu entwickeln. Daraus entstanden langlaufende Spielereihen wie FIFA Football, NBA Live und NHL Hockey.

1991 gab Gründer Trip Hawkins die Geschäftsführung auf, um sich der Gründung von The 3DO Company und ihrer Spielkonsole 3DO Interactive Multiplayer zu widmen. Sein Nachfolger wurde Larry Probst. Unter ihm entwickelte sich das Unternehmen in den 1990er Jahren von einem starken US-amerikanischen Publisher zum globalen Marktführer im Bereich Unterhaltungssoftware mit Niederlassungen und Distributoren in 75 Ländern. 1998 wurde die Firmenzentrale nach Redwood City verlegt. Die Vermarktung der jährlich rund 100 neuen Produkte erfolgte seit Anfang 2000 unter den Labels EA Games, EA Sports, EA Sports Big sowie der separaten Geschäftseinheit EA Partners. Im Jahr 2005 wurde die Marke EA Games durch das schlichte EA ersetzt. Darüber hinaus stellte das Unternehmen seine globale Marketing- und Vertriebsstruktur anderen namhaften Herstellern wie den Computerspiele-Abteilungen bekannter Medienunternehmen – beispielsweise Time Warners Warner Bros. Interactive und Disneys Buena Vista Interactive – zur Verfügung.

Im Oktober 2005 wurde bekannt, dass sich Electronic Arts mit Steven Spielberg auf einen Exklusivvertrag über die Entwicklung dreier Spiele geeinigt hatte. Eines davon war Boom Blox für die Nintendo Wii. Mit EA Recordings gründete man zusammen mit der Nettwerk Music Group ein Musiklabel für die Soundtracks der eigenen Spiele. Die Übernahme der französischen Firma Ubisoft war angedacht. Sie sollte jedoch nicht gegen den Willen von Ubisoft erfolgen. Schließlich blieb man lediglich Minderheitsaktionär und verkaufte schlussendlich alle Anteile. 2006 verlegte das Unternehmen seinen europäischen Hauptsitz von Chertsey, Großbritannien nach Genf, Schweiz.

EA erzielte im am 30. März 2007 abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 3,091 Milliarden US-Dollar und 76 Millionen US-Dollar Gewinn. In: EA. 8. Mai 2007 (Pressemeldung von Electronic Arts zu den Ergebnissen des Fiskaljahres 2007). Im April 2007 übergab Larry Probst seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens an John Riccitiello, der bis zu diesem Zeitpunkt als Managing Director von Elevation Partners und bereits von Oktober 1997 bis April 2004 als Chief Operating Officer und President für EA tätig gewesen war.Forbes.com: (englisch), abgerufen am 4. Oktober 2011. Im selben Jahr verkündete EA, den unternehmerischen Fokus von lizenzierten Sportspielen und Filmadaptionen auf Spielemarken zu verlegen, deren Rechte komplett beim Unternehmen liegen. Als Gründe dafür gab es die Präferenzen sowohl der hausinternen Entwickler als auch des Publikums an. Bei den Verhandlungen nach einer 2005 begonnenen Sammelklage von EA-Entwicklern gegen die Firma war dies eines der Kompromissangebote. Im Oktober 2007 übernahm EA für 860 Millionen US-Dollar die Entwicklungsstudios BioWare und Pandemic Studios von Elevation Partners.

Im Geschäftsjahr 2008 konnte EA seinen Umsatz leicht steigern, hatte aber Verluste in Höhe von 454 Millionen US-Dollar zu verkraften. Am 3. Februar 2009 wurde bekannt, dass EA im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust von 641 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Daraufhin wurden 1.100 Arbeitsplätze gestrichen, was rund elf Prozent aller Stellen des Unternehmens entspricht. Electronic Arts streicht 1100 Jobs In: Heise Online 4. Februar 2009. Bis Ende März 2010 strich Electronic Arts 1.500 Arbeitsplätze. Von den massiven Stellenstreichungen waren nicht nur unprofitable Unternehmensteile betroffen, sondern auch prominente Studios wurden ausgedünnt, um die Geschäftszahlen zu verbessern. Betroffen waren EA Los Angeles, Maxis, Pandemic Studios Los Angeles, Visceral Games, EA Tiburon und EA Mythic sowie das zuvor eingekaufte soziale Netzwerk Rupture.

2010 führte Electronic Arts im Zuge des Project Ten Dollar für alle seine Spiele offiziell den sogenannten Online Pass ein. Diese Maßnahme richtet sich vor allem gegen den Gebrauchthandel von Computerspielen und sollte der Firma einen Anteil am Second-Hand-Markt verschaffen. Erstkäufer eines Spiels werden durch beigelegte Gutscheincodes mit zusätzlichen Spielinhalten im Gegenwert von ca. 10 Dollar belohnt. Diese sind nach Einlösung des Gutscheins an ein persönliches Benutzerkonto des Spielers gebunden und können daher bei Verkauf nicht weitergegeben werden. Möchte der Käufer einer gebrauchten Version diese zusätzlichen Inhalte ebenfalls nutzen, muss er sie entsprechend zusätzlich direkt von Electronic Arts oder über einen von EA genutzten offiziellen Vertriebskanal (z. B. die Online-Vertriebsplattformen der Konsolenhersteller) erwerben. Bereits im November 2009 wurde dieses System erstmals mit Dragon Age: Origins und im Januar 2010 schließlich mit Mass Effect 2 angewendet. Seit 2010 benötigen alle Simulationen der Reihe EA Sports, beginnend mit Tiger Woods PGA Tour 2011, den Online Pass, um im Multiplayer online gegen andere Spieler antreten zu können. Dieses Konzept wurde in der Folge von vielen Mitbewerbern übernommen, darunter Sony, THQ, Warner Bros. und Ubisoft. Im Mai 2013 gab EA jedoch bekannt, wegen Kundenunzufriedenheit zukünftig auf den Online Pass zu verzichten.

Zum 30. März 2013 trat CEO Riccitiello zurück. Nach einer Übergangsphase, in der Larry Probst als Executive Chairman kommissarisch die Geschäftsführung übernahm, wurde im September 2013 Andrew Wilson zum neuen CEO ernannt. Im Juli 2014 kündigte EA an, einen Abo-Dienst unter dem Namen EA Access mit den erfolgreichsten Spielen zur Verfügung stellen zu wollen.Electronic Arts kündigt Spiele-Abo an, 30. Juli 2014

Am 29. September 2025 gab EA durch eine Pressemitteilung bekannt, vom saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), Silver Lake und Affinity Partners übernommen zu werden. Die Aktionäre erhalten 210 US-Dollar pro Anteil, insgesamt soll die Übernahme 55 Milliarden US-Dollar kosten.

Anfang August 2026 wurde das Unternehmen nach Zustimmung der amerikanischen Börsenaufsicht privatisiert.

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