Die Lokomotiven Nr. 7080–7119, später BR-Klasse D3/7, waren eine Baureihe von 40 dieselelektrischen Rangierlokomotiven, die zwischen 1939 und 1942 von der London, Midland and Scottish Railway (LMS) gebaut wurden. Die Lokomotiven entstanden in den Derby Works unter Verwendung des Antriebsstrangs von English Electric. Sie waren eine Weiterentwicklung der BR-Klasse D3/6.

Vier Lokomotiven verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Ferrovie dello Stato Italiane (FS) als Ne 700.001–004. Von diesen ist die 700.001 im Museo Ferroviario Piemontese in Turin und die 700.003 bei der La Ferroviaria Italiana erhalten.

Geschichte Die Lokomotiven wurden vom LMS-Chefingenieur William Stanier für den schweren Rangierdienst, insbesondere auch für Einsätze am Ablaufberg, beschafft. In den Jahren 1939 bis 1942 bauten die Derby Works jährlich zehn Lokomotiven, wobei der Antriebsstrang von English Electric beigestellt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den Jahren 1941 und 1942 insgesamt 16 Lokomotiven, teils direkt ab Werk dem War Department (WD) abgegeben. Die zehn Lokomotiven mit den LMS-Nr. 7100 bis 7109 erhielten beim WD die Nummern 49 bis 58 und kehrten nach dem Krieg nicht nach Großbritannien zurück; sechs davon gelangten später nach Ägypten, vier nach Italien. Die späteren LMS-Lokomotiven Nr. 7110 bis 7115 wurden ab Werk direkt ans WD geliefert, kehrten aber nach Kriegsende zurück.

Nach der Verstaatlichung 1948 übernahm British Railways die 30 bei der LMS verbliebenen Maschinen und ordnete sie in die Klasse D3/7 ein. Die neuen Nummern waren 12003 bis 12032. Sie wurden hauptsächlich in Rangierbahnhöfen der Midlands eingesetzt. Die erste Lokomotive wurde 1964 ausgemustert, die übrigen folgten zwischen 1966 und 1967.

In Großbritannien blieb keine Lokomotiven erhalten. Von den vier in Italien verbliebenen Lokomotiven sind die Nr. 7103 als Ne 700.001 im Eisenbahnmuseum Piemont und die Nr. 7196 als Ne 700.003 bei der Trasporto Ferroviario Toscano als Ne 700.003 erhalten.

FS Ne 700 mini|links|FS Ne 700.003 (1974) Die vier Lokomotiven, die in Italien verblieben, waren die LMS 7103, 7105, 7106 und 7109. Sie waren als WD 70.052, 054, 055 und 058 bereits seit Juni 1946 dem Bahnbetriebswerk Falconara zugewiesen.

Sie wurden bei den FS als Ne 700.001–004 bezeichnet. Die ersten drei Einheiten, die formell in den Jahren 1950–1951 übernommen wurden, erhielten eine grundlegenden Überholung in den Werkstätten von Foligno und wurden dem Lokomotivdepot Savona zugewiesen.Angelo Nascimbene, Anni cinquanta. L'evoluzione con le locomotive 225, in Tutto treno & storia, Nr. 19, 04/2008, S. 14–29, Die vierte Einheit wurde im Dezember 1946 nach Florenz und im darauffolgenden Jahr nach Turin überführt, um dort bei Fiat eine Überholung zu erhalten.

Dabei wurden der Treibraddurchmesser und die Kraftstofftanks mit vorhandenen Bauteilen umgeändert.Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1, Seite 83 Die Lokomotiven wurden im Raum Savona eingesetzt. Belegt sind Einsätze im Bahnhof von San Giuseppe di Cairo,Foto der Ne 700.003 in San Giuseppe di Cairo auf scalaenne.wordpress.com sowie in Albenga, Oneglia und Vado Ligure.

Die Ne 700.004 wurde 1977 ausgemustert, die Ne 700.001, 002 und 003 wurden im Januar 1984 zur Verschrottung in die Werkstätten von Arquata überführt. Danach wurden zwei Lokomotiven verkauft.

Die Ne 700.003 wurde nach erneuter Überholung bei Fervet in Castelfranco Veneto, wo sie ein zusätzliches dritten Spitzenlicht und größere Führerstandfenstern erhalten hatte,Foto der ehemaligen FS Ne 700.003 auf scalaenne.wordpress.com an die La Ferroviaria Italiana verkauft. Sie wurde auf der Strecke von Arezzo nach Stia eingesetzt,Neri Baldi, Treni di Arezzo, in I treni, Nr. 171, Mai 1996, S. 28–30, Ihre Aufgabe war das Rangieren für die Bedürfnisse lokaler Anschließer.Foto der ehemaligen FS Ne 700.003 auf scalaenne.wordpress.com 2005 ging sie in den Besitz von Trasporto Ferroviario Toscano über. Die Ne 700.001 konnte an die Firma Cariboni in Colico verkauft werden, sie wurde für die Streckenunterhaltung eingesetzt.Foto der ehemaligen Ne 700.001 bei Cariboni auf scalaenne.wordpress.com Ende 1998 erwarb das Museo Ferroviario Piemontese in Turin die Lokomotive.Foto der Ne 700.001 im Museo Ferroviario Piemontese auf scalaenne.wordpress.com

Technik Die Lokomotiven D3/7 basierten auf dem Konzept der BR-Klasse D3/6, unterschieden sich jedoch durch eine geänderte Kraftübertragung. Während die D3/6 zwei Tatzlager-Fahrmotoren besaß, verwendete die D3/7 einen einzelnen, im Kasten untergebrachter Fahrmotor, der über eine Blindwelle und Kuppelstangen alle drei Achsen antrieb. Dies führte zu einem gegenüber der D3/6 längeren Lokomotivrahmen und längeren Radstand.

Ein English‑Electric‑Dieselmotor mit 260 kW (350 hp) Leistung trieb einen 250 kW (340 hp) leistenden Gleichstromgenerator an. Dieselmotor und Generator waren auf einem Hilfsrahmen montiert, der über eine Dreipunkt-Lagerung mit vibrationsdämpfenden Gummipuffern am Hauptrahmen befestigt war. Die Kühlung erfolgte über einen frontseitigen Kühler mit riemengetriebenem Lüfter.

Während des Einsatzes bei den FS waren die Lokomotiven mit einem 6-Zylinder Dieselmotor der Midland Motor Company vom Typ 350H 1800-4 ausgerüstet. Er war direkt mit dem Gleichstromgenerator von English Electric vom Typ EE 520 verbunden, der eine Dauerleistung von 230 kW bei 700 U/min hatte, er gab den Strom an den elektrischen Fahrmotor EE 803 weiter.

Siehe auch Liste der italienischen Lokomotiven und Triebwagen

Literatur

Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1

Weblinks

Internetseite über die FS Ne.700 auf scalaenne.wordpress.com (italienisch) Internetseite über die LMS 7080–7119 auf www.railwaymagazine.co.uk (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Dieselelektrische Lokomotive 07069 Kategorie:Schienenfahrzeug (Derby Works) Kategorie:Schienenfahrzeug (English Electric) Kategorie:Kriegslokomotive