Hydrohalogenierung ist eine chemische Reaktion bei der ein Halogenwasserstoff HX an eine ungesättigte Verbindung addiert wird. Je nachdem, welches Halogen konkret verwendet wird, spricht man von Hydrofluorierung (mit Fluorwasserstoff), Hydrochlorierung (mit Chlorwasserstoff), Hydrobromierung (mit Bromwasserstoff) und Hydroiodierung (mit Iodwasserstoff).

Reaktionsprinzip Bei der Reaktion eines Alkens mit einem Halogenwasserstoff entsteht ein Halogenalkan. In den meisten Fällen wird zunächst ein Kation gebildet. Dadurch, dass höher substituierte Kationen stabiler sind, führt dies meist zu Markovnikov-Selektivität. Liegt ein radikalischer Mechanismus vor, kommt es zur umgekehrten Selektivität. Dies ist häufig mit Bromwasserstoff der Fall, hier müssen meist Radikalfänger eingesetzt werden, um eine Markovnikov-Selektivität zu erzielen. Hydrohalogenierungen werden zum Teil unter Phasentransferkatalyse durchgeführt oder in Gegenwart von Siliciumoxid oder Aluminiumoxid; in letzterem Fall kann der Halogenwasserstoff auch in situ erzeugt werden, zum Beispiel aus Thionylchlorid, Oxalylchlorid, Trimethylsilylchlorid, Trimethylsilylbromid, Trimethylsilyliodid oder Phosphortriiodid.

550px|Hydrobromierung

Bei der Hydrohalogenierung von Alkinen können zwei Moleküle HX addiert werden. Dabei werden in der Regel geminale Dihalogenide erhalten, das heißt beide Halogenatome sind an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden.

Anwendung Hydrohalogenierungen durch Addition von Halogenwasserstoffen an Alkene haben nur eine geringe synthetische Bedeutung, da die Selektivität oft gering ist, was zum Teil noch durch Umlagerungen verschärft wird.

Einzelnachweise

Kategorie:Chemische Reaktion