mini|hochkant|Dorfkirche Scharlibbe Die evangelische Dorfkirche Scharlibbe ist eine Saalkirche des Historismus im Ortsteil Scharlibbe von Klietz im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Sandau im Kirchenkreis Stendal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur Die geräumige neuromanische Kirche wurde von 1902 bis 1906 nach Plänen des Kreisbaudirektors Engelbrecht als Backsteinbauwerk erbaut. Sie ist in die Raumteile Langhaus, Pseudoquerschiff, einen kurzen eingezogenen Rechteckchor und den an der Südwestecke angefügten, quadratischen, ins Achteck überführten Turm mit hohem Spitzhelm gegliedert. Das Schiff und die Querarme sind mit zweigeschossig angeordneten Fensterreihen versehen, die oben rundbogig, unten als gekuppelte Rundbögen mit reicher Backstein- und Putzgliederung ausgeführt sind.
Im Innern wird das Schiff durch einen offenen Dachstuhl abgeschlossen, der über dem Mittelteil als hölzerne Tonne ausgebildet ist; die Seitenschiffe sind flach gedeckt. Im Westen ist eine Empore eingebaut. Die Vierung ist mit einem gemauerten Tonnengewölbe mit Stichbögen zu den Querarmen geschlossen; der südliche ist als Sakristei (heute als Winterkirche genutzt), der nördliche als erhöhte Patronatsloge mit Zugang von innen und außen ausgebaut. In den ornamentalen Farbglasfenstern sind Stifter- und Patronatswappen des Rittmeisters Christoph von Katte auf Hohenkamern und des Majors Rudolf von Katte auf Mahlitz dargestellt.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 36316 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.
Ausstattung In den rechteckigen Chorschluss mit hölzerner Tonne ist der vom Vorgängerbauwerk stammende, prächtige, hölzerne Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert eingebaut. Er trägt zwischen gedrehten Weinlaubsäulen den Kanzelkorb, der von einem mit dem rechten Bein knienden Engel gestützt wird. Über den Säulen sind Wappen angeordnet, links derer von Möllendorf, rechts derer von Katte. Auf den Giebelansätzen des gesprengten Giebels sind Engel angeordnet, die den polygonalen, mit der Taube des Heiligen Geistes im Strahlenkranz verzierten Schalldeckel halten. Der Kanzelaltar ist reich mit vegetabilem Ornament verziert und weist seitliche Durchgangstüren auf. Die Sandsteintaufe vom Anfang des 18. Jahrhunderts ist in der Form eines kopfstehenen Kelchkapitells mit Voluten, Kartuschen und vegetabilen Gehängen gestaltet.
Die Orgel ist ein Werk aus den Jahren 1902–06 von Rudolf Voigt aus Stendal mit romanisierendem Prospekt.Website Kulturkirchen.com
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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