Die Japanese Midwives Association (kurz: JMA; für ) ist der Berufsverband der japanischen Hebammen mit Hauptsitz im Stadtbezirk Taitō in der Präfektur Tokio. Er geht zurück auf den 1927 gegründeten Hebammenverband („Sanbankai“) und ist heute eine gemeinnützige Körperschaft (seit 2012). Sowohl Einzelpersonen wie Organisationen können Mitglied im Verband werden. Der Verband selbst gehört zum Dachverband, der „International Confederation of Midwives“. Tätigkeitsschwerpunkte des Berufsverbandes sind die Verbesserung der Anstellungsverhältnisse und Arbeitsbedingungen, die Vermittlung von Kenntnissen über die Entbidnung und die Mutter-Kind-Gesundheit und die Verbesserung der Stellung von Hebammen. Die japanische Hebammenverband gehört zur Schadensregulierung einer Schadensversicherung an.
Überblick 1899 wurden in Japan Vorschriften und eine Registrierungspflicht für Hebammen eingeführt. In der Folge nahm die Tätigkeit von Hebammen landesweit sprunghaft zu und beförderte die Notwendigkeit die Qualität der medizinischen Versorgung Neugeborener durch professionelle Verbände zu sichern.
Die Gründung des heutigen Verbandes erfolgte 1927 unter der Bezeichnung „Nihon Sanbankai“ (, Japanischer Hebammenverband), wobei Sanbai eine alte Berufsbezeichnung ist. Der „Nihon Sanbankai“ hatte ca. 50.000 Mitglieder aus allen Präfekturen. 1948 erließ die Regierung ein „Gesetz für Angestellte im Gesundheitsdienst, Hebammen und Krankenschwestern“ (). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband auf Anordnung des Supreme Commander for the Allied Powers mit dem „Kaiserlichen Krankenpflegeverband“ () und dem „Verband der japanischen Krankenschwestern“ () zu einem gemeinsamen Verband der „Japanischen Hebammen, Krankenpfleger und Krankenschwestern“ () vereinigt, der bis heute als Nihon kango kyōkai (, ) weiterbesteht. Widerstände und unterschiedliche Meinungen in diesem Gesamtverband führten dazu, dass die Hebammen 1955 austraten und unter der Bezeichnung „Verband japanischer Geburtshelferinnen“ () einen eigenen Verband mit 60.000 Mitgliedern gründeten. 2002 dann wurde der Verband noch einmal umbenannt und erhielt seinen heutigen Namen „Verband japanischer Hebammen“.
Neben der westlichen Schulmedizin waren ursprünglich auch Behandlungsmethoden der traditionellen östlichen Medizin und der Alternativmedizin akzeptierte Praxis. So wurden den Verbandsmitgliedern auch Seminare in der als Pseudowissenschaft kritisierten Homöopathie angeboten. 2009 ereignete sich ein tragischer Todesfall, bei dem ein Neugeborenes in Yamaguchi durch eine homöopathische Behandlung an einer durch Vitamin K Mangel verursachten Hämorrhagie starb (). Die Mutter des Neugeborenen verklagte daraufhin die verantwortliche Hebamme, die Mitglied im Hebammenverband war, vor dem Landgericht Yamaguchi auf Schadensersatz. Der Fall erregte große mediale Aufmerksamkeit. Der Verband distanzierte sich daraufhin mit dem Argument einer ganzheitlichen Behandlung nicht eindeutig von der Homöopathie. 2010 verneinte der Wissenschaftsrat, dass es wissenschaftliche Nachweise für Heilerfolge durch Homöopathie gäbe und empfahl den Verbandsmitgliedern die Homöopathie nicht mehr zu verwenden.
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