mini|WKC Stahl- und Metallwarenfabrik (2021) mini|hochkant|Werbung für WKC (1901) Die WKC Stahl- und Metallwarenfabrik Hans Kolping ist ein KleinunternehmenWKC Stahl- und Metallwarenfabrik Hans Kolping GmbH & Co. KG, Solingen, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2023 im Unternehmensregister: Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für kleine Personengesellschaften aufgestellt. mit Sitz in Solingen, Nordrhein-Westfalen, das sich mit Herstellung und Vertrieb von Blankwaffen befasst. Die Firma beliefert bzw. belieferte seit 1955 weltweit diverse Militaria-Anwender, Militärakademien und Polizeikräfte mit Prunkschwertern und anderen Hieb- und Stichwaffen.

Das heutige Unternehmen ging aus der Weyersberg, Kirschbaum & Cie. (WKC) hervor und gilt nach eigener Aussage als ältester produzierender Hersteller von Blankwaffen der Welt. WKC war in den 1880er Jahren einer der größten Blankwaffenhersteller des Deutschen Reichs und in den 1920er Jahren mit seiner Marke Patria WKC der zehntgrößte Fahrradhersteller Deutschlands.Johannes Großewinkelmann: Station 5: WKC Stahl- und Metallwarenfabrik, Wittkuller Straße 140. In: Wald – vom Gewerbedorf zum Industriestandort, Hrsg.: Landschaftsverband Rheinland (= Wanderwege zur Industriegeschichte). 1. Auflage. Klartext, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-231-9, S. 23–28. Die Verwaltungsgebäude am ehemaligen Standort des Unternehmens sind heute Teil des Solinger Rathauses und seit 1991 in die Solinger Denkmalliste eingetragen.

Geschichte 1774 wurde die Königskopfmarke, die noch heute im Logo von WKC vorhanden ist, von den Nachfahren des bekannten Solinger Klingenschmieds Johannes Wundes, der sie 1584 in die Zeichenrolle der Zunft eintragen ließ, an Peter Weyersberg verkauft.Erich Artlieb: Diplomarbeit: Die Versorgung der österr. Kavallerie mit blanken Waffen 1648-1848, Universität Wien PDF-Datei, S. 76: „Eine weitere berühmte Klingenschmiedemarke, die sogenannte Königskopfmarke gehört tatsächlich unangefochten zu Solingen. Der Klingenschmied Johannes Wundes ließ sich diese Marke im Jahre 1584 in die Zeichenrolle der Zunft eintragen … Erst am 20. Oktober 1774 mussten die Nachfahren dieses berühmten Klingenschmiedes die Marke an Peter Weyersberg verkaufen.“ Dieser gründete 1787 zusammen mit seinen Brüdern Wilhelm und Johann Ludwig das Unternehmen Gebr. Weyersberg. Das Unternehmen W. R. Kirschbaum von Wilhelm Reinhardt Kirschbaum entstand 1854. Beide Unternehmen galten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Pioniere für die Mechanisierung der Solinger Waffenfertigung, wozu Maschinen aus England importiert wurden, mit deren Hilfe die industrielle Fertigung von Schwertern gelang. Dies führte zu großen Protesten unter den damals noch handwerklich arbeitenden Solinger Schwertschmieden. Im Jahre 1883 schlossen sich die beiden großen familiengeführten Solinger Schwertmacherbetriebe Weyersberg und Kirschbaum zu Weyersberg, Kirschbaum & Cie. (WKC) zusammen.

mini|Von Wilhelm Wendlandt angefertigte (fiktive) Ansicht der Weyersberg, Kirschbaum & Cie. AG. (1913)

Um 1900 hatte WKC bereits 630 Beschäftige.Christoph Heuter, Netzwerk Industriekultur Bergisches Land: Mit Feuer und Wasser, Stationen der Industriekultur zwischen Wupper und Sieg, Klartext Verlag, 2000, ISBN 978-3-88474-874-9, S. 154: „WKC beschäftigte um 1900 rund 630 Arbeiter und Angestellte auf ihrem Firmengelände an der Cronenberger Straße.“ Das Unternehmen verfügte über zahlreiche nationale wie internationale Kunden, produzierte etwa für österreichisch-ungarische Armee den Infanterie-Offizierssäbel M.61. Um jedoch weniger abhängig von der Waffenherstellung zu sein, erweiterte das Unternehmen ab den 1880er Jahren sein Portfolio um Haarschneide-, Schreibmaschinen, Äxte und Zuckerhauer (Macheten). Insbesondere die Haarschneidemaschinen Mars und Norma erwiesen sich als Verkaufserfolge.Wilhelm Matthies: Geschichte der Solinger Fahrradindustrie. In: Der Knochenschüttler. Nr. 34 = 2, 2005, , S. 5. Unter der eigenen Marke Patria wurden Fahrräder, Motorräder und Fahrradteile produziert und vertrieben. Der Anteil des Fahrradgeschäfts am Gesamtumsatz lag im Geschäftsjahr 1904/1905 bei ca. 35 Prozent.

Im Jahr 1922 wurde WKC von dem Konzern Siegen-Solinger Gussstahl-Aktien-Verein, einem früheren Zulieferer, übernommen. Das Unternehmen florierte bis zur Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren aufgrund des wachsenden Marktes der Fahrradproduktion. So konnten bis 1927 drei Millionen Fahrräder produziert werden. Nach dem Konkurs des Siegen-Solinger Gussstahl-Aktien-Vereins 1932 wurde WKC in selbständige Unternehmensteile aufgespalten und weitergeführt. Während des Zweiten Weltkriegs geriet das Unternehmen als ein Ausrüster der Wehrmacht und Schutzstaffel ins Visier alliierter Bombenangriffe. Bei den Luftangriffen auf Solingen im November 1944 wurde das Werk an der Cronenberger Straße fast vollständig zerstört. Lediglich die Verwaltungsgebäude, die seit 1937 von der Stadt Solingen als Rathaus genutzt werden,Beate Battenfeld: Rathäuser in Solingen, Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft, Geschichte(n) aktuell Band 4, Hrsg.: Bergischer Geschichtsverein Abt. Solingen e. V., 2008. sowie die ehemalige Rohrzieherei an der Wittkuller Straße im Stadtteil Wald, wo das Unternehmen heute noch seinen Sitz hat, blieben erhalten.

Im Jahr 1935 erhielt das Unternehmen – wie andere Solinger Produzenten auch – einen RZM-Code. Diese Zulassungsnummern wurden in der Zeit des Nationalsozialismus auch für die Herstellung von militärischen Klingenwaffen vergeben, die zu NS-Uniformen getragen wurden. Die Firma produzierte damit u. a. Bajonette und Offiziersdolche für die Wehrmacht sowie etwa 5.000 SA-Dienstdolche. Außerdem gehörte das Unternehmen zu den lizenzierten Herstellern von HJ-Fahrtenmessern.

Das Logo von Weyersberg, Kirschbaum & Cie. (WKC) zeigt ein stilisiertes Ritterhelm-Profil, das nach links schaut, über den bolden ausgeführten Buchstaben „WKC“. Darunter steht „QUALITÄTSMARKE“ in kleinerer Schrift. Das Logo ist in dunkelgrauer Farbe auf transparentem Hintergrund gehalten und symbolisiert Qualität und Tradition, typischerweise auf Klingen geätzt.

1955 kaufte der Solinger Messermacher Hans Kolping die Waffensparte des Unternehmens. Er nahm den Betrieb wieder auf und ließ erneut Zeremonialschwerter- und Dolche, Messer und Pistolen fertigen. Bald darauf stellte er die Pistolenproduktion ein und konzentrierte sich auf die Herstellung der Blankwaffen. Dafür errichtete das Unternehmen eine eigene Klingenätzerei. Die ersten Aufträge kamen zu dieser Zeit von der United States Navy und dem United States Marine Corps. Ab 1968 zählte das Unternehmen zu den Herstellern des neu eingeführten Bundeswehrkampfmessers.

1989 verstarb Hans Kolping und hinterließ das Unternehmen seiner Lebensgefährtin Margard Willms. Kurz darauf übernahm ihr Sohn Joachim Willms und investierte umfangreich in Gebäude und Ausrüstung. 1995 trat André Willms, der heutige Geschäftsführer, in das Unternehmen ein.

Im November 2005 schloss die Wilkinson-Schwertfabrik in London. Um die Produktion britischer Zeremonialschwerter weiterhin zu ermöglichen, schrieb Wilkinson seine Vermögenswerte in einem geschlossenen Bieterverfahren aus. WKC beteiligte sich und erwarb den Großteil der Werkzeuge, Ersatzteile und der Walzenschmiede von Wilkinson. Diese wurden nach Deutschland transportiert und in die Produktion von WKC integriert. Dadurch konnte das Unternehmen eine größere Vielfalt an Schwerttypen herstellen und mehr Länder beliefern. So fertigt das Unternehmen auch japanische Katanas im traditionellen Handschmiedeverfahren. Zu den Kunden gehört u. a. die United States Military Academy.

WKC-Gebäude und neues Rathaus mini|Ehemalige WKC-Gebäude in Solingen-Mitte, heute Teil des Rathauses Bis 1929 befand sich die Verwaltung der Firma WKC in mehreren Backsteingebäuden an der Cronenberger Straße 59/61 in Solingen. Sie wurden ab 1937 von der Stadtverwaltung genutzt, behielten aber die Bezeichnung „WKC-Gebäude“. 2008 wurde ein neues Rathaus gebaut, in das die alten denkmalgeschützten Gebäude integriert wurden. Im Foyer des neuen Rathauses erinnerte eine Ausstellung an die Firma WKC, die aber im November 2010 abgebaut wurde, um künftig Kunstausstellungen Platz zu machen. Ein WKC-Werbeplakat aus dem Jahre 1900 des Solinger Künstlers Robert Engels ist allerdings auch weiterhin im originalgetreu erhaltenen Treppenhaus des ältesten Gebäudetrakts aus dem Jahr 1898 zu sehen. Zusammen mit dem WKC-Firmenlogo, einem Kopf-Harnisch im schmiedeeisernen Treppengeländer, erinnert es an die Vergangenheit des Gebäudes. Dieser Helm besteht im Detail aus zwei plastisch gestaltete Blechplatten mit rechter und linker Kopfseite.

Literatur Johannes Großewinkelmann: Station 5: WKC Stahl- und Metallwarenfabrik, Wittkuller Straße 140. In: Wald – vom Gewerbedorf zum Industriestandort, Hrsg.: Landschaftsverband Rheinland (= Wanderwege zur Industriegeschichte). 1. Auflage. Klartext, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-231-9, S. 23–28.

Weblinks

Offizielle Firmen-Website, Geschichte des Unternehmens

Einzelnachweise

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