mini|Der Steigerhof im Uraufnahmeplan (zwischen 1808 und 1864) Der Steigerhof oder Staigerhof ist eine Wüstung auf der Gemarkung der Gemeinde Langenneufnach im Landkreis Augsburg (Bayern). Überliefert sind auch die Namen „auf dem Keller“ oder „Erbisreutin“.Johann Höß, Engelbert Brecheisen: Haus- und Hofchronik Langenneufnach. Langenneufnach 2012, Seite 240. Er befand sich etwa auf halbem Weg zwischen Langenneufnach und Siegertshofen und war zur Zeit seiner Bewirtschaftung von Feldern und Wiesen umgeben, während das Areal mittlerweile vollständig bewaldet ist.

Geschichte

Die Örtlichkeit wurde erstmals im Jahr 1481 als Staigerhof urkundlich erwähnt.Ein unheimlicher Ort, verborgen im dichten Wald. In: Augsburger Allgemeine, erschienen am 15. Dezember 2025, S. 33. In diesem Jahr kaufte ein Thomas Ehem den Hof von den Herren von Seifriedsberg. Im Jahr 1487 wird der Ort als „Ainödin“ (Einöde) bezeichnet und einer Familie Steiger zugeschrieben. Um 1521 befand sich die Anlage im Besitz von Christoff Staiger und Steffen Rumelin, die dort eine Einöde auf einer Rodung bewirtschafteten. Ende des Mittelalters wird Jakob Staiger als Bewohner genannt. Im 17. Jahrhundert hat es dort einen Ziegelstadel für die Herstellung von Ziegelsteinen gegeben.Johann Höß, Engelbert Brecheisen: Haus- und Hofchronik Langenneufnach. Langenneufnach 2012, Seite 241.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts fand der Steigerhof Eingang in die Sammlung „Schwäbische Städte und Dörfer um 1750“ des Kartografen Johann Lambert Kolleffel. Der von Kolleffel für das Haus Habsburg angefertigte Ortsgrundriss zeigt ein annähernd rechteckiges Grundstück, das von einem Weg in Ost-West-Richtung durchschnitten wurde. Auf dem Gelände befanden sich der Hof sowie mehrere Obstbäume. In der zugehörigen Beschreibung wurde die Anlage als „geringer Hoff“ mit „schlechtem Feldbau und Wieswuchs“ charakterisiert. Zu dieser Zeit unterstand der Hof der Grundherrschaft der Fugger.

Nach mehreren Generationen und häufig wechselnden Besitzverhältnissen befand sich der Hof im 19. Jahrhundert im Eigentum des Ehepaars Joseph und Kreszentia Schaule. Nach deren Tod übernahm ihr Sohn, Josef Schaule, im Jahr 1836 den Hof. Über die folgenden Jahrzehnte liegen keine detaillierten Aufzeichnungen vor; dokumentiert ist jedoch, dass der Steigerhof im Jahr 1895 endgültig aufgelassen wurde.

Verbleib Obwohl oberflächlich keine Gebäudereste mehr erkennbar sind, lässt sich die Lage des Steigerhofs anhand von alten Karten, Flurgrenzen und einem Feldkreuz im Wald lokalisieren. Zudem ist ein alter Grenzstein und ein von Norden kommender Hohlweg, der von alten Buchen eingefasst ist, erhalten.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Bayern Kategorie:Langenneufnach Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Augsburg Kategorie:Aufgelöst 1895