Vera Hirschfeld (geboren am in Moskau, Russisches Kaiserreich; gestorben nach 1959 in England) war eine Ärztin und Übersetzerin in Berlin.
Leben und Wirken
Vera Hirschfeld wuchs in einer jüdischen Familie im vornehmen Scheremetew-Viertel (Scheremetewhof) in Moskau auf, ihr Vater war Hermann Hirschfeld.Frl. Vera Hirschfeld Universität Zürich, Matrikeledition, mit einigen biographischen Angaben Sie besuchte dort ein Mädchengymnasium und die Höheren Frauenkurse. Danach studierte sie Medizin in Berlin und seit 1906 in Zürich, wo sie 1908 promovierte (in Deutschland war das in dieser Zeit für Frauen noch nicht möglich). Anschließend war sie als Internistin in Berlin tätig.Werner Stockfisch (Hrsg.), Leben ist Liebe. Briefe von und an Hans Franck, 2006, S. 316, mit einigen biographischen Angaben Anfang der 1920er Jahre hatte sie eine Arztpraxis in der Potsdamer Straße 88., dort auch Bank Gebr. Hirschfeld (vgl. Stockfisch, S. 316), 1926 wurde sie nicht mehr erwähnt (Ihre Brüder führten ein Bankhaus in Berlin.)
Im Juli 1939 emigrierte Vera Hirschfeld nach dem Erlass der Nürnberger Gesetze mit Hilfe des befreundeten völkischen Schriftstellers Hans Franck nach England.Stockfisch, 2006, S. 225 Dort lebte sie viele Jahre in Farnham (Surrey). Von dort unterstützte sie Franck in den 1950er Jahren auch bei einem westdeutschen Verlag, als er in der DDR lebte.
Schriften Autorin Das Verhalten der chromaffinen Substanz der Nebennieren bei Hemicephalie, Leemann, Zürich 1911, Dissertation (kurze Auszüge)Zentralblatt der experimentellen Medizin, 1912, S, 33 (kurze Auszüge), Rezension
Übersetzerin Leo Tolstoi, Auferstehung, Roman in drei Teilen, Seydel, Berlin 1925 Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1927 (Digitalisat) Bertelsmann, Gütersloh 1950, 1953, 471 SeitenTolstoi, Auferstehung Booklooker, mit Angaben zu den verschiedenen Ausgaben Iwan Turgenjew, Erste Liebe, Drei Erzählungen, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1928 (darin Erste Liebe, Die Uhr und König Lear der Steppe)Titelinformationen mit beschränktem Zugang zum Text Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1946
Handschriften über 1500 Briefe an Hans Franck und dessen Tochter, die Medizinerin Ingrid Grothe zwischen 1924 und 1960, die erhalten sindBriefwechsel zwischen Hans Franck und Vera Hirschfeld Kalliope, mit 2200 Briefen, von denen die meisten von ihr waren, sie schrieb aus England viele Jahre sehr häufig Handschriften von Vera Hirschfeld Deutsches Literaturarchiv Marbach
Literatur Werner Stockfisch (Hrsg.): Leben ist Liebe. Briefe von und an Hans Franck. Hinstorff, Rostock 2006. S. 138, und öfter (kurze Auszüge), mit Briefen von ihr und biographischen Angaben
Detlev von Liliencron, Kriegslieder, 1914, (erste Innenseite), mit handschriftlichem Besitzvermerk Vera Hirschfeld Mai 1916
Weblinks
Frl. Vera Hirschfeld, Universität Zürich, Matrikeledition Handschriften von und an Vera Hirschfeld Kalliope Literatur von Vera Hirschfeld WorldCat
Einzelnachweise
Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Übersetzer aus dem Russischen Kategorie:Absolvent der Universität Zürich Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Russischer Emigrant in Deutschland Kategorie:Russischer Emigrant im Vereinigten Königreich Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau