mini|hochkant=2.0|Gesamtansicht (2025) mini|Museumsfront (2006) mini|«Schulwarte» (2011) Das Gebäude des ALPS Alpines Museum der Schweiz und der «Schulwarte» ist ein Baukomplex in Bern, Schweiz. Der bis 1934 errichtete Museumsbau im Stil des Neuen Bauens ist in das Inventar der Kulturgüter von regionaler Bedeutung (B-Objekt, KGS-Nr. 00609) eingetragen.
Geschichte Die Architekten Klauser & Streit hatten für die Direktionen des Schweizerischen Schulmuseum und des Alpinen Museums ein Museumsgebäude entworfen, das von 1933 bis 1934 errichtet wurde. Die Stirnfassade am Helvetiaplatz gegenüber der Kunsthalle (Klauser & Streit, 1918) wurde «wesentlich hausbackener» ausgeführt. In der Planeingabe waren dort sechs Achsen bandartiger, nur horizontal unterteilter Fenster vorgesehen.
Durch einen Umbau von 1980 wurde die Schulwarte nur geringfügig verändert. Einen erheblichen, aber gekonnt ausgeführten Eingriff in die Gebäudesubstanz, stellte 1991 die Herausnahme eines Zwischenbodens für die Einrichtung eines doppelgeschossigen Saals dar. Er dient der Präsentation des Bilderzyklus «Aufstieg und Absturz» von Ferdinand Hodler. Zugleich wurden die originalen doppelverglasten Fenster restauriert. Beteiligt waren die Architekten Brugger & Jaberg sowie Jürg Althaus.
Der Gebäudekomplex gehört zu einer kleinen Gruppe von Vertretern des Neuen Bauens in der Stadt Bern. Er erreicht nicht die Qualität von Bauten Otto Rudolf Salvisbergs oder anderer Architekten. Neben dem Eintrag in das Schweizerische Inventar der Kulturgüter (Stand: Januar 2024) besteht ein weiterer im Bauinventar der Stadt Bern als «schützenswert». Die «Schulwarte» wurde ab 1980 als Pädagogisches Dokumentations- und Medienzentrum des Kantons (Mediathek) sowie aktuell als «Cross-Reality Medienzentrum (XRM)» der Pädagogischen Hochschule Bern genutzt.
Beschreibung Der vierstöckige Kopfbau ist nach Osten gegen den Helvetiaplatz orientiert. Er ist mit Platten verkleidet und seine Schaufront zeigt vier Achsen mit hohen Rechteckfenstern. Im Erdgeschoss wurden die beiden Mittelachsen zur Portalhalle zusammengefasst. Flankiert wird dieser Portalrisalit von zwei dreistöckigen Seitenflügeln, die als Putzbauten ausgeführt sind. Der Südflügel entlang dem abfallenden Feldeggweg ist langgestreckt, da etwa zwei Drittel des Hauptbaukörpers durch das Alpine Museum genutzt werden. Die gesamte Breite wird durch die langen Fensterbänder und schwach ausgeprägte Simse geprägt. Der überdachte Eingang des ALPS tritt gegenüber dem Portal der Schulwarte zurück. Die beiden eigenständigen Nutzungen durch Museum und Medienzentrum sind nur durch die leicht unterschiedliche Farbgebung der Fassade ablesbar. Der Nordflügel der Mediathek hat nur ein Drittel der Länge des Südflügels. Trotz der Namens- bzw. Nutzungsänderung blieben die Schriftzüge «Alpines Museum» sowie «Schulwarte» erhalten.Siehe Fotografie von 2025.
Die Sichtachse entlang dem langgestreckten Flügel führt zu den Wohnhäusern Feldeggweg 3 und 5 mit dem Sitz der Ukrainischen Botschaft in Bern. Der Aussenraum des Baukomplexes ist «von denkmalpflegerischem Interesse».
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde (Süd)
Literatur Benedikt Loderer: Schulwarte Bern. Ein Umbau zwischen Interpretation und Programmfüllung. In: aktuelles bauen 3-1983. Berner Schulwarte. Pädagogisches Dokumentations- und Medienzentrum des Kantons Bern. Gesamterneuerung Betrieb und Gebäude. Erziehungsdirektion und Baudirektion des Kantons Bern, Bern 1983
Weblinks
Belege
Kategorie:Museumsbau in der Schweiz Kategorie:Bauwerk der Moderne in Bern Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Bern Kategorie:Erbaut 1934 Kategorie:Erbaut 1991