Die algerische Fußballnationalmannschaft, auch Les Fennecs genannt, ist die Auswahl der Fédération Algérienne de Football. Die Mannschaft des Mittelmeeranrainers Algerien qualifizierte sich fünfmal (1982, 1986, 2010, 2014, 2026) für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft.
Offiziell entstand sie erst nach der Unabhängigkeit des Landes (1962), das bis zum Ende des algerischen Unabhängigkeitskampfes durch den Frieden von Évian ein Teil Frankreichs (Algérie française) war; als ihre Geburtsstunde gilt der 2:1-Sieg über Bulgarien am 6. Januar 1963. Allerdings hatte sie zwischen 1958 und 1962 in der Fußballauswahl des FLN einen sehr aktiven Vorläufer, und bereits davor spielten Auswahlmannschaften der damaligen französischen Départements Algier, Oran, Constantine und Bône gegen Nationalmannschaften anderer Staaten.vgl. die Liste der algerischen Länderspiele auf https://www.rsssf.org/tablesa/alg-intres.html
Teilnahme an Fußball-Weltmeisterschaften Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 verloren sie nach dem überraschenden 2:1-Auftaktsieg über Deutschland im zweiten Spiel gegen Österreich nach überlegener 1. Halbzeit mit 0:2. Das letzte Vorrundengruppenspiel der Algerier fand am 24. Juni 1982 gegen Chile statt. Zwar führte die Mannschaft zur Halbzeit bereits mit 3:0 und hätte sich bei diesem Spielstand so gut wie sicher für die Finalrunde qualifiziert, doch gelang es den Chilenen gegen Ende der Partie, noch zwei Tore gegen die Mannschaft mit den Stars Lakhdar Belloumi und Rabah Madjer zu erzielen. Aufgrund dieser Ausgangslage reichten der deutschen Nationalelf und der österreichischen Mannschaft ein 1:0, für das bereits in der 10. Spielminute ein Tor von Horst Hrubesch sorgte, zum Einzug in die zweite Finalrunde. Nach Hrubeschs Treffer waren beide Mannschaften hauptsächlich darauf bedacht, dieses Ergebnis zu halten, weswegen dieser sogenannte Nichtangriffspakt auch als „Schande von Gijón“ bezeichnet wird. Als Konsequenz daraus legte die FIFA später fest, dass bei folgenden Weltmeisterschaften am letzten Spieltag jeder Vorrunden-Gruppe beide Spiele zum gleichen Zeitpunkt ausgetragen werden.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 erreichte das algerische Team im ersten Spiel der Vorrunde gegen Nordirland nach einer schwachen Leistung nur ein 1:1. Das zweite Gruppenspiel gegen Mitfavorit Brasilien ging 0:1 verloren, auch wenn Algerien durch Belloumi und Assad zu guten Chancen kam. Das einzige Tor für Brasilien fiel nach einem Abwehrfehler. Nach einer weiteren klaren 0:3-Niederlage gegen Spanien schied Algerien aus.
In der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hatten sich die „Wüstenfüchse“ u. a. etwas überraschend gegen den sechsmaligen Afrikameister Ägypten durchgesetzt. Dabei mussten die Algerier in drei Spielen gegen den nordafrikanischen Erzrivalen antreten: Nach einem 3:1-Heimsieg im Hinspiel der abschließenden Qualifikationsrunde unterlag Algerien den Ägyptern in einem von Ausschreitungen überschatteten Rückspiel in letzter Minute mit 0:2. Da beide Mannschaften nun in der Abschlusstabelle punkt- und torgleich waren, wurde ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz benötigt. Diese Partie gewannen die Algerier im Sudan knapp mit 1:0 durch ein Tor des zu diesem Zeitpunkt beim VfL Bochum engagierten Anthar Yahia. Bei der Weltmeisterschaftsendrunde traf die Mannschaft in der Vorrunde auf Slowenien, England und die USA. Mit zwei 0:1-Niederlagen gegen die Slowenen und US-Amerikaner und dem Achtungserfolg eines torlosen Unentschiedens gegen England schied die Mannschaft sieglos ohne einen einzigen Treffer aus.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gelang der Mannschaft erstmals der Einzug ins Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Das entscheidende Tor zum 1:1 gegen die Nationalmannschaft Russlands schoss Islam Slimani. Im Achtelfinale folgte das Ausscheiden gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft nach einem hart erkämpften 1:2 nach Verlängerung.
In der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 erreichten die Algerier in den ersten vier Spielen der dritten Runde nur einen Punkt beim 1:1 gegen Kamerun, verloren dann die nächsten drei Spiele gegen Nigeria (1:3) und Sambia (1:3 und 0:1) und hatten damit vor den beiden letzten Spielen keine Chance mehr sich zu qualifizieren.
In der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 trafen Kamerun und Algerien in zwei entscheidenden Spielen aufeinander, die über die Teilnahme am prestigeträchtigen Turnier in Katar entschieden. Das Hinspiel am 25. März 2022 endete mit einem knappen 1:0-Sieg für Algerien, wobei der entscheidende Treffer durch Islam Slimani in der 40. Minute erzielt wurde. Im Rückspiel am 29. März 2022 kämpfte Kamerun hart und sicherte sich einen dramatischen 2:1-Sieg in Algerien. Trotz des Unentschiedens von 2:2 im Gesamtergebnis qualifizierte sich Kamerun aufgrund des Auswärtstores für die Weltmeisterschaft, während Algerien trotz einer starken Leistung ausschied. Diese Spiele werden in die Geschichte eingehen, da sie über die Teilnahme an der Weltmeisterschaft entschieden haben.
Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifizierte sich Algerien. Algerien wurde in eine Gruppe mit Argentinien, Österreich und Jordanien gelost.
Turniere Olympische Spiele
1900 bis 1964 nicht teilgenommen 1968 in Mexiko-Stadt nicht qualifiziert 1972 in München nicht qualifiziert 1976 in Montreal nicht qualifiziert 1980 in Moskau Viertelfinale 1984 in Los Angeles nicht qualifiziert 1988 in Seoul nicht qualifiziert Nach 1988 hat die A-Nationalmannschaft nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsspielen dazu teilgenommen. 2015 qualifizierte sich erstmals die U-23-Mannschaft für die Olympischen Spiele im folgenden Jahr.
Weltmeisterschaft
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 218 kB).Trainer Bemerkungen und BesonderheitenUnterartikel 1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1958 Schweden nicht teilgenommen Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1962 Chile nicht teilgenommen Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1966 England zurückgezogen 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Tunesien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizierte. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Guinea gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizierte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert. 1982 Spanien Vorrunde Deutschland, Österreich, Chile 13. Algerien schied nach einem Sieg, einer Niederlage und einem Sieg aus. Österreich, das punktgleich mit Algerien war spielte im letzten Spiel gegen Deutschland. Im sogenannten Nichtangriffspakt von Gijón zwischen Deutschland und Österreich beließen es die beiden Mannschaften bei einem 1:0-Sieg für Deutschland, wodurch Österreich gegenüber Algerien die bessere Tordifferenz hatte. Fußball-Weltmeisterschaft 1982/Algerien 1986 Mexiko Vorrunde Nordirland, Brasilien, Spanien 22. Als Gruppenletzter ausgeschieden. Fußball-Weltmeisterschaft 1986/Algerien 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Ägypten gescheitert. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Nigeria gescheitert. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Kenia gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizierte. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde am Senegal gescheitert. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Angola gescheitert. 2010 Südafrika Vorrunde Slowenien, England, USA 28. Als Gruppenletzter ausgeschieden Fußball-Weltmeisterschaft 2010/Algerien 2014 Brasilien Achtelfinale Deutschland 14. Vahid Halilhodžić In der Qualifikation setzte Algerien sich gegen Mali, Benin und Ruanda sowie – in den Barrages – gegen Burkina Faso durch (→ Fußball-Weltmeisterschaft 2014/Algerien). In der Vorrunde erreichte Algerien hinter Belgien und vor Russland und Südkorea den zweiten Platz, wodurch erstmals das Achtelfinale erreicht wurde, in dem die Mannschaft auf den späteren Weltmeister Deutschland traf und 1:2 nach Verlängerung verlor. Fußball-Weltmeisterschaft 2014/Algerien 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Algerien in der zweiten Runde auf Tansania und qualifizierte sich für die dritte Runde. In dieser schied Algerien als Gruppenletzter mit vier Niederlagen in sechs Spielen aus. 2022 Katar nicht qualifiziert 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale Schweiz 20. Vladimir Petković In der Vorrunde erreichte Algerien hinter Argentinien und Österreich sowie vor Jordanien noch als Gruppendritter punktgleich mit Österreich zum zweiten Mal in der Geschichte die K.-o.-Runde einer WM. Dort verlor die Mannschaft 0:2 gegen die Schweiz. Fußball-Weltmeisterschaft 2026/Algerien Im Hinspiel am 25. März 2022 standen sich Kamerun und Algerien in der letzten Qualifikations Runde gegenüber, wobei Algerien das Spiel mit 1:0 für sich entschied. Der einzige Treffer fiel in der 40. Minute, als Islam Slimani nach einer Vorlage von Yacine Belaïli das entscheidende Tor erzielte. Beim Rückspiel am 29. März 2022 in Algerien war die Spannung hoch. Trotz eines hart umkämpften Spiels gelang es Kamerun, einen dramatischen 2:1-Sieg zu erringen. Eric Maxim Choupo-Moting brachte Kamerun in der 22. Minute in Führung, doch Algerien glich in der Verlängerung bei der 120 Minute aus. Jedoch erzielte Karl Toko Ekambi in der 124. Minute den entscheidenden Treffer für Kamerun, der sie zur Weltmeisterschaft in Katar führte. Das Gesamtergebnis beider Spiele war ein Unentschieden von 2:2. Aufgrund des Auswärtstores im Rückspiel qualifizierte sich Kamerun für die FIFA-Weltmeisterschaft 2022, während Algerien trotz einer starken Leistung ausschied.
Afrika-Cup 1957 im Sudan Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1959 in Ägypten Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1962 in Äthiopien Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1963 in Ghana Nicht teilgenommen 1965 in Tunesien Nicht teilgenommen 1968 in Äthiopien Runde 1 1970 im Sudan Nicht qualifiziert 1972 in Kamerun Nicht qualifiziert 1974 in Ägypten Nicht qualifiziert 1976 in Äthiopien Nicht qualifiziert 1978 in Ghana Nicht qualifiziert 1980 in Nigeria Zweitplatzierter 1982 in Libyen Vierter Platz 1984 in der Elfenbeinküste Dritter Platz 1986 in Ägypten Runde 1 1988 in Marokko Dritter Platz 1990 in Algerien Afrikameister 1992 in Senegal Runde 1 1994 in Tunesien Disqualifiziert* 1996 in Südafrika Viertelfinale 1998 in Burkina Faso Runde 1 2000 in Ghana und Nigeria Viertelfinale 2002 in Mali Runde 1 2004 in Tunesien Viertelfinale 2006 in Ägypten Nicht qualifiziert 2008 in Ghana Nicht qualifiziert 2010 in Angola 4. Platz 2012 in Gabun und Äquatorialguinea Nicht qualifiziert 2013 in Südafrika Vorrunde 2015 in Äquatorialguinea Viertelfinale 2017 in Gabun Vorrunde 2019 in Ägypten Afrikameister 2022 in Kamerun Vorrunde 2024 in der Elfenbeinküste Vorrunde 2025 in Marokko qualifiziert
* Algerien wurde wegen Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers vom Endrundenturnier in Tunesien ausgeschlossen. Senegal rückte nach.
Afrikanische Nationenmeisterschaft 2009: nicht qualifiziert 2011: 4. Platz 2014: nicht qualifiziert 2016: disqualifiziert 2018 – 2021: nicht qualifiziert 2023: 2. Platz (Vizemeister) 2025: Viertelfinale Die Mannschaft durfte nicht an der Qualifikation teilnehmen, weil sie schon ihr erstes Spiel bei der Qualifikation für die Meisterschaft 2014 nicht bestritten hatten.
Arabischer Nationenpokal Arabischer Nationenpokal 1963: nicht qualifiziert