Der Harmony-Jets-Flug 185 war ein Charterflug vom Flughafen Ankara-Esenboğa, Ankara, Türkei, nach Mitiga International Airport, Tripolis, Libyen. Am 23. Dezember 2025 stürzte das Flugzeug des Typs Dassault Falcon 50 kurz nach dem Abflug ab. Am Bord befanden sich Mohammed Ali Ahmed al-Haddad, Generalstabschef der Streitkräfte Libyens, drei Besatzungsmitglieder und vier weitere Passagiere. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Flugzeug Das verunfallte Flugzeug (Luftfahrzeugkennzeichen 9H-DFS; Werknummer 185) war ein Flugzeug des Typs Dassault Falcon 50, das vom maltesischen Charteranbieter Harmony Jets betrieben und in Malta registriert wurde. Die Dassault Falcon 50 war ein französisches Geschäftsreiseflugzeug, das häufig für den Transport hochrangiger Beamter und Regierungsmissionen eingesetzt wird. Es war ein dreimotoriges Langstreckenflugzeug, das zwischen 1987 und 1988 gebaut wurde und ein Betriebsalter von etwa 37 bis 38 Jahren aufwies.

Passagiere und Besatzung An Bord des Flugzeugs befand sich eine hochrangige libysche Militärdelegation, die von den Verhandlungen zur libysch-türkischen Sicherheitskooperation aus Ankara nach Tripolis zurückkehrte. Zu den fünf Passagieren gehörten Generaloberst und libyscher Generalstabschef Mohammed Ali Ahmed al-Haddad, Generalmajor und Stabschef der libyschen Landstreitkräfte Al-Fitouri Gharibil und Brigadegeneral und Direktor der Behörde für militärische Fertigung Mahmoud Al-Qatawi. Begleitet wurden sie von al-Haddads Berater Muhammad Al-Asawi Diab und dem Militärfotografen Muhammad Omar Ahmed Mahjoub. Die dreiköpfige Besatzung setzte sich aus zwei französischen Besatzungsmitgliedern und einer griechisch-zyprischen Flugbegleiterin zusammen.

Al-Haddad spielte eine wichtige Rolle bei von den Vereinten Nationen vermittelten Bemühungen, das gespaltene libysche Militär zu vereinen. Al-Haddad, Gharibil, Al-Qatawi, Al-Asawi Diab und Omar Ahmed Mahjoub gehörten zur international anerkannten Regierung in Tripolis unter Premierminister Abdel Hamid Dbaiba und standen in Konkurrenz zur Regierung in Kyrenaika.

Unfallverlauf Das Flugzeug startete um 17:17 (GMT) vom Flughafen Ankara-Esenboğa, Ankara, Türkei, nach Mitiga International Airport, Tripolis, Libyen. Kurz nach dem Start hatte die Flugbesatzung nach türkischen Angaben aus Ankara ein technisches Problem gemeldet. Um 17:32 Uhr stoppte das Flugzeug bei einer Höhe von 9.898 Metern. Die Besatzung beantragte eine Notlandung und wurde zum Flughafen Esenboğa zurückgeleitet, wo die Landevorbereitungen begannen. Drei Minuten später begann das Flugzeug zu sinken, bevor um 17:41 Uhr in der Nähe des Dorfes Babayakup, etwa zwei Kilometer südlich von Haymana, der Kontakt zur Flugsicherung abbrach. Eine mögliche Explosion wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Die Behörden entdeckten Trümmerteile in der Nähe des Dorfes Kesikkavak, Haymana. Die Trümmer der abgestürzten Maschine seien über drei Quadratkilometer verstreut.

Untersuchung Türkische Behörden schlossen Sabotage aus und behaupteten, der anfängliche Grund sei ein technisches Problem gewesen, das von der Besatzung des Flugzeugs als ein elektronisches Problem an die ATC gemeldet wurde. Kurz danach sei der Kontakt zum Flugzeug verloren gegangen. Libyen sandte ein 22-köpfiges Ermittlungsteam, darunter fünf Angehörige der Todesopfer, nach Ankara, um mit den türkischen Behörden bei der Untersuchung des Absturzes zusammenzuarbeiten. Der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber wurden gefunden und geborgen.

Folgen Die international anerkannte Regierung der nationalen Einheit in Tripolis organisierte einen dreitägigen Staatsakt, wo die Staatsflaggen auf Halbmast gesetzt und offizielle Zeremonien und Feierlichkeiten ausgesetzt wurden. An der Zeremonie im Verteidigungsministerium nahmen der Vorsitzende des Präsidialrats, Mohamed al-Menfi, Premierminister Abdul Hamid Dbeiba, Minister und hochrangige zivile und militärische Beamte teil. Al-Menfi verkündete im Rahmen der Veranstaltung die posthume Beförderung Al-Haddads zum Marschall und veranlasste die Beförderung anderer gefallener Offiziere. Der Vorsitzende des Präsidialrats erklärte, der Verlust Al-Haddads betreffe ganz Libyen und nicht nur die Streitkräfte oder die Familien der Opfer. Auch Vertreter der Regierung der Nationalen Stabilität im Osten Libyens sprachen ihr Beileid aus, darunter Militärkommandant Chalifa Haftar und das Repräsentantenhaus. Der libysche Präsidialrat ernannte General Salah Eddine al-Namrush zum Interims-Generalstabschef der libyschen Streitkräfte als Nachfolger von Haddad.

Ein militärisches Begräbnis für die Todesopfer fand am Militärflugplatz Mürted in Ankara statt. Die sterblichen Überreste der Verstorbenen, die im Institut für Rechtsmedizin Ankara für genetische Identifizierungsverfahren und DNA-Tests gelagert wurden, wurden am Bord eines Flugzeugs nach Libyen überführt und transportiert.

Reaktionen

Libyen Premierminister Dbeiba bestätigte alle Todesfälle.

Die United Nations Support Mission in Libya drückte ihr Beileid aus. Eines der Todesopfer habe im Rahmen einer Militärkommission eine entscheidende Rolle dabei gespielt, 2020 eine Waffenruhe in Libyen auf den Weg zu bringen.

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Einzelnachweise

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