Barbe Schinner (* 18. Juli 1746 in Freiburg i. Üe.; † 16. Dezember 1816 ebenda) war eine Freiburger Hebamme aus einfachem Haus und Vorläuferin der humanitären Hilfe im improvisierten Militärspital in Freiburg im Jahr 1799. mini|Strassenschild für den Platz, der nach der Freiburger Hebamme und selbstlosen Krankenpflegerin Barbe Schinner benannt ist mini|Blick auf den Platz, der zur Ehre der Freiburger Pionierin der humanitä­ren Hilfe nach Barbe Schinner benannt ist

Werdegang Barbe Schinner (auch bekannt unter dem Namen Babelon Bourket) wurde am 18. Juli 1746 in Freiburg als Tochter von Joseph Etienne Tschoupauer und Marie-Elisabeth Kléely geboren. Sie heiratete Rodolphe Schinner, der in Freiburg Bourket genannt wurde. Barbe Schinner war als Hebamme in der Stadt gefragt. In den Kriegswirren, mit denen die Schweiz im Jahr 1799 konfrontiert war, kamen viele Transporte mit verwundeten und kranken Soldaten und Gefangenen verschiedener Nationen ins Militärspital, das in Freiburg improvisiert worden war. Darunter befanden sich Franzosen, Österreicher und Russen, die mit Barbe Schinner aufgrund fehlender Französischkenntnisse nur mit Gesten kommunizieren konnten. Dank ihrer guten Beziehungen zu den besten Häusern der Stadt konnte sie für ihre Schützlinge Nahrung, Kleidung und andere Dinge, die nötig waren, beschaffen. Sie nutzte auch das Nikolausfest, um für ihre Patienten das Allernötigste zu sammeln und ihnen zu helfen. Sie wusste sich auch als Frau gegenüber Zudringlichkeiten von Männern Respekt zu verschaffen. Obwohl sie allen Patienten unabhängig von deren Nationalität, Religionszugehörigkeit oder politischen Haltung mit der gleichen Fürsorge begegnete, wollen Sympathisanten der Franzosen, die es auch in Freiburg gab, eine gewisse Vorliebe für Österreicher und Russen beobachtet haben. Sie sollen ihr sogar mit Gefängnis gedroht haben. Auf diese Drohung habe Barbe Schinner in Anspielung auf ihre geschätzten Dienste als Hebamme in betuchten Familien entgegnet: «Aber wenn ihr mich einsperrt, was wird dann aus meinen Kindern?» Die karitative Tätigkeit und selbstlose Fürsorge der Freiburgerin aus bescheidenem Haus erfuhren auch international Beachtung.

Ehrungen Erzherzog Karl von Österreich liess ihr im Jahr 1801 eine Gratifikation von elf Louis zukommen und dankte ihr in einem prachtvollen Brief in Namen des Kriegsrats des Kaiserreichs für ihren Mut und ihre Menschlichkeit. Auch von ihren Landsleuten wurden die Tugenden der Freiburgerin hoch geschätzt.

Selbst von der Kanzel herab lobte sie der Franziskaner Provinzial Pater Fardy und stellte die tugendhafte Freiburgerin als Vorbild für beiderlei Geschlecht dar.

Das IKRK würdigte sie 1875 in seiner Revue als Pionierin der humanitären Hilfe.

Am 4. November 2025 weihte die Stadt Freiburg den Platz im Spickel zwischen der Route des Alpes und der Rue des Alpes bei der Place Georges Python zu Ehren von Barbe Schinner ein.

Einzelnachweise

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