Isaac ben Abraham (hebräisch יצחק בן אברהם), auch genannt Rabbi Isaac ha-Baḥur (hebräisch ר"י הבחור oder רבי יצחק הבחור, übersetzt „Rabbi Isaac der Jüngere“) und durch das hebräische Akronym RIBA (ריב"א) bzw. RIẒBA (ריצב"א), war ein Tosafist des späten 12. und frühen 13. Jahrhunderts. Er folgte seinem Lehrer Isaac ben Samuel als Leiter der Schule von Dampierre, weswegen er oft so genannt wird,z. B. Or Zarua, i. 225a (vgl. Jewish Encyclopedia) sowie durch die Bezeichnung Isaac ha-Baḥur („der Jüngere“), um ihn von seinem Lehrer Isaac ben Samuel ha-Zaḳen („der Ältere“) (ר"י הזקן) zu unterscheiden.
Leben Gemeinsam mit seinem Bruder Samson ben Abraham von Sens lebte Isaac in seiner Jugend in Troyes, wo er die Vorlesungen von Rabbenu Tam besuchte,Temim De’im, Nr. 87 (vgl. Jewish Encyclopedia) und anschließend in Sens,Temim De’im, Nr. 87; Haggahot Maimuniyyot, Ishut, Nr. 6 (vgl. Jewish Encyclopedia) bevor die beiden gemeinsam in Dampierre studierten. Isaac verstarb in Dampierre vor 1210, nicht lange bevor sein Bruder Samson nach Palästina auswanderte.Semaḳ, Nr. 31; Mordekai zu Ketubbot, Nr. 357 (vgl. Jewish Encyclopedia)
Isaac war einer der französischen Rabbiner, an die sich Meir ha-Levi Abulafia mit seinem Brief gegen die Auferstehungstheorie des Maimonides wandte. Er wird häufig in den editieren Tosafot erwähnt,Schab. 3a, passim; Joma 20a; u. a. (vgl. Jewish Encyclopedia) und von vielen weiteren Autoritäten genannt,Or Zarua, i. 26b; Shibbole ha-Leqeṭ, i., Nr. 231 (vgl. Jewish Encyclopedia) sodass geschlossen werden kann, dass er Tosafot zu mehreren talmudischen Traktaten verfasste. Die zu Bechorot befanden sich im Besitz von Ḥayyim Michael aus Hamburg. Es gibt ebenfalls häufige Erwähnungen seiner alttestamentlichen Kommentierung,Da’at Zeḳenim, 3a, 48b, 49b, 1783; Minḥat Yehudah, 3a, 13a (vgl. Jewish Encyclopedia) und seine Ritualentscheidungen sowie Responsen werden oft zitiert.Or Zarua, i. 13b et passim (vgl. Jewish Encyclopedia); Meir von Rothenburg: Responsa (Cremona Edition) Nr. 176 (sefaria.org)
Isaac ben Abraham ha-Baḥur könnte auch identisch sein mit dem liturgischen Dichter Isaac ben Abraham, der einen Hymnus begann mit Yeshabbeḥuneka be-ḳol miflal, für Simchat Tora oder für den darauf folgenden Schabbat, und eine Selicha für Jom Kippur beginnend mit Hen yom ba la-Adonai.
Kein vollständiges Werk von ihm hat sich erhalten, aber seine Aussagen sind in den Tosafot zu verschiedenen Traktaten zitiert worden, vor allem Eruvin, Joma, Moed Qatan, Jevamot, Ktubbot, Qidduschin, Nedarim, Bava qama und Svachim. Er verfasste zahlreiche Responsen, von denen einige in den Haggahot Maimuniyyot, im Or Zaru’a und in anderen Werken zitiert werden. Während der Maimonides-Kontroverse wandte sich Meir ha-Levi Abulafia im Jahr 1202 an ihn, um seine Meinung einzuholen. Unter denen, die ihm Fragen stellten, war Jonathan b. David, der führende Gelehrte von Lunel. Erwähnt wird ein Werk von ihm über die Pessah-Seder, betitelt Yesod Rabbenu Yiẓḥak b. Avraham be-Leilei Pesaḥ. Zu seinen Schülern gehörten Nathan b. Meir und Jehuda b. Yakar, die Lehrer des Naḥmanides, sowie Samuel b. Elhanan.
Über diese Schule stellt Gershom Scholem fest:
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Einzelnachweise
Kategorie:Rabbiner Kategorie:Talmudist Kategorie:Geboren im 11. oder 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 12. oder 13. Jahrhundert Kategorie:Mann