Die Klasse 8, ab 1923 bei der London and North Eastern Railway (LNER) als Klasse B5 bezeichnet, war eine Baureihe von vierzehn Dampflokomotiven der Achsfolge 2’C (Ten-Wheeler), die zwischen 1902 und 1904 für die Great Central Railway (GCR) gebaut wurden. Die von John G. Robinson entworfenen Maschinen waren für schnelle Güterzüge vorgesehen, insbesondere für die leistungsintensiven Fischtransporte aus Grimsby an der Nordseeküste nach London, woraus sich ihr Spitzname Fish Engines ableitete. Die Lokomotiven blieben bis 1950 im Einsatz und wurden anschließend vollständig ausgemustert.

Geschichte Bau Die GCR-Klasse 8 war der erste von Robinsons konstruierte Ten-Wheeler und diente als Grundlage für weitere Atlantic- und Ten-Wheeler‑Entwürfe. Die Lokomotiven wurden speziell für die schnellen Fischtransportzüge entwickelt, die aus gedeckten Güterwagen mit Drehgestellen bestanden, die von der GCR speziell für diesen Zweck entworfen wurden.

Die Lokomotiven wurden in zwei Serien gebaut: Sechs Maschinen wurden 1902 von Neilson & Co. geliefert, acht weitere 1904 von Beyer, Peacock & Co. Ursprünglich waren sie mit 3250‑Gallonen‑Schlepptender gekuppelt, die ab 1905 wegen zunehmender Nonstop-Fahrten durch 4000‑Gallonen‑Schlepptender ersetzt wurden.

Betrieb Die ersten Lokomotiven wurden in Grimsby und Neasden stationiert und im Fischverkehr eingesetzt, die zweite Serie wurde in Manchester im Depot Gorton stationiert auch vor Schnellzügen zwischen dem Bahnhof London Marylebone und Leicester eingesetzt. Bis zum Grouping 1923 verteilten sich die Loks auf Gorton, Immingham und Mexborough, bei der LNER kamen Einsätze in Doncaster, Lincoln und Woodford hinzu. Während des Zweiten Weltkriegs bewältigten sie schwere Züge zwischen Sheffield und Hull und leisteten Schiebedienste. Ab 1946 verdrängten LNER-Klasse B1 die Baureihe zunehmend. Die Ausmusterung begann 1947; die letzten B5 dienten noch als Schiebelokomotiven bei Dunford Bridge. 1950 wurde mit der ehemaligen GCR Nr. 183 die letzte Lokomotive ausgemustert.

Technik Die Maschinen besaßen drei Kuppelradsätze mit einem Durchmesser von 1854 mm (6 ft 1 in) und ein vorderes Laufdrehgestell. Der Antrieb geschah über zwei außenliegende Zylinder mit den Massen 483 × 660 mm (19 × 26 in), die auf die zweite Kuppelachse wirkten. Der Kessel war ein GCR-Standard-Nassdampfkessel mit einem Durchmesser von 1448 mm (4 ft 9 in), der mit einer Belpaire-Feuerbüchse ausgestattet war. Die LNER baute zwischen 1926 und 1936 bei allen 14 Lokomotiven Heißdampfkessel ein. Bis alle Lokomotiven umgebaut waren, wurden die mit Nassdampfkesseln ausgestatteten Maschinen als Unterklasse B5/1 und die Heißdampflokomotiven als B5/2 geführt. Sieben Lokomotiven bekamen zudem größere Zylinder mit einem Durchmesser von 533 mm (21 in) und neue Kolbenschieber wie sie bei der LNER-Klasse O4 eingesetzt wurden.

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Einzelnachweise

Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2C 8