mini|Green and Violet, Mrs. Walter Sickert, Gemälde von James McNeill Whistler Ellen (Nellie) Millicent Ashburner Cobden, verheiratete Sickert, später Ellen Melicent Cobden (* 18. August 1848 in Manchester; † 4. September 1914 in Chichester) war eine englisch-britische Autorin und Frauenrechtlerin.
Leben Cobden war die zweite von fünf Töchtern und einem Sohn von Richard Cobden, einem radikalen Abgeordneten und die führende Figur des Manchesterliberalismus und der Freihandelsbewegung, und seiner walisischen Ehefrau Catherine Anne Williams. Sie hatte zwei ältere Geschwister, Richard (* 1841) und Kate (* 1844), und drei jüngere Schwestern, Jane (1851–1947), Anne (1853–1926) und Lucy (* 1861).
Das Familienleben war während der Kinderzeit von Cobden unruhig und wechselhaft, sowohl wirtschaftlich, weil das Geschäft von Richard Cobden und seinem Bruder 1849 scheiterte, er sich aber konsolidieren konnte und sogar der Familiensitz Dunford House 1854 zu einer Villa ausgebaut werden konnte, politisch, weil Richard Cobden 1857 seinen Parlamentssitz verlor und dann 1859 wiedergewann, wie familiär, nachdem der Bruder 1856 nach kurzer Krankheit starb.
Die Kinder wurden durch die Ansichten ihrer Eltern geprägt. Dazu gehörte die Verantwortung für die Armen in der örtlichen Gemeinschaft. Die Mädchen wurden ermutigt, mit Geld, das sie besaßen, zur Linderung der örtlichen Armut beizutragen.
Cobden erhielt ihre formale Ausbildung an der Miss Jeaffreson’s School in Brighton. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1865 erhielt Cobden eine Jahresrente von 250 Pfund aus dem Cobden Tribute Fund. Dieser war von Familienfreunden als Treuhandfonds für Cobdens Witwe und Töchter eingerichtet worden und hatte über 25.000 Pfund gesammelt. Ihre Mutter starb im April 1877.
Als junge Frau konnte Cobden reisen und besuchte in den 1870er Jahren Algerien.
Cobden heiratete 1885 den elf Jahre jüngeren Maler Walter Sickert (1860–1942) im Marylebone Registry Office. Ihre Hochzeitsreise verbrachten sie in Dieppe, Frankreich. Ihr Ehemann beauftragte seinen Freund und Künstler James McNeill Whistler, zwei Porträts von ihr zu malen, die den Titel Arrangement in Violet and Pink: Mrs Walter Sickert und Green and Violet: Portrait of Mrs Walter Sickert tragen. Sie wurde auch von Jacques-Émile Blanche porträtiert.
Cobden unterstützte finanziell die Karriere ihres Mannes als Künstler, bis sie 1896 entdeckte, dass er sie während der gesamten Ehe betrogen hatte. In den 1890er Jahren lebten sie meist getrennt, wobei Cobden ihre Zeit im Ausland in Venedig, Italien, und in Flüelen, Schweiz, verbrachte. Das Paar ließ sich im Februar 1900 scheiden. Ihre Scheidung war der erste Fall von „constructive desertion“ (ein Ehepartner macht den gemeinsamen Haushalt für den anderen Ehepartner unbewohnbar), der vor Gericht verhandelt wurde, und setzte damit einen Präzedenzfall im englischen Scheidungsrecht. 1913 änderte sie ihren Namen zu „Ellen Melicent Cobden“.
Cobden brachte sich meist im Gefolge ihrer Schwester Jane in die Politik ein. Sie unterstützte die Bewegung für Irish Home Rule durch ihre Mitgliedschaft in der English Home Rule Union und durch Briefkampagnen an die Times. Sie trat 1900 dem South Africa Conciliation Committee bei. Cobden war auch eine Unterstützerin des Frauenwahlrechts. Sie spendete Gelder an die Women’s Social and Political Union (WSPU). 1910 nahm sie zusammen mit ihrer Schwester Anne Cobden-Sanderson an einer von der Women’s Freedom League organisierten Demonstration teil. Als Anne Cobden-Sanderson wegen ihrer Suffragetten-Aktivitäten vor Gericht stand und zu zwei Monaten Haft verurteilt wurde, feierten Jane und Ellen Cobden ihre Entlassung bei einem Abendessen im Savoy Hotel.
Ihre Karriere als Autorin begann Cobden 1879 mit dem Gedicht The Rights of Women. Unter dem Pseudonym „Miles Amber“ veröffentlichte sie 1902 Winstons – A story in three parts. Der Roman handelte von den tragischen gesellschaftlichen Erfahrungen zweier Töchter eines Landwirts aus Sussex. Der Roman war von ihren politischen Ansichten und denen ihrer Familie beeinflusst. Er war ihrer Schwester Jane gewidmet. Unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte sie 1914 das halbautobiografische Werk Sylvia Saxon – Episodes in a Life. Das Buch drehte sich um eine verwöhnte Erbin, die mit Eheproblemen und sozialen Fragen kämpft, und enthielt eine fiktive Darstellung des Cobden-Familienhauses Dunford House bei Heyshott, West Sussex. The Spectator rezensierte das Buch und erklärte, „die Gaben der Autorin an Intuition und Beobachtung sind bemerkenswert“.
Cobden starb 1914 an Krebs.
Einzelnachweise
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