Vagabonds of the Western World ( für „Vagabunden der westlichen Welt“) ist das dritte Studioalbum der irischen Rockband Thin Lizzy, das im September 1973 erschien.

Entstehung und Veröffentlichung Das Album wurde vom 11. April bis 19. Juli 1973 in den AIR Studios sowie Decca 4, beide London, aufgenommen. Produzent war erneut Nick Tauber, der schon beim Debüt, damals gemeinsam mit Scott English, und beim Vorgänger allein produziert hatte. Geschrieben wurden die Lieder alle von Phil Lynott, zumeist allein. Beim Schreibprozess von je zwei Liedern wurde er von seinen Bandkollegen Eric Bell und Brian Downey unterstützt, wobei sie das Stück The Rocker als Trio geschrieben haben, womit Lynott fünf Titel der Originalausgabe alleine schrieb. Erstmals gestaltete Jim Fitzpatrick das Cover, der später häufiger für die Band tätig sein sollte.

Die Erstveröffentlichung von Vagabonds of the Western World erfolgte am 21. September 1973 bei Decca Records. Das Album erschien in seiner Originalausführung als 8-Spur-Kassette (Katalognummer: ESKC 5170), LP (Katalognummer: SLK 17037-P) und MC (Katalognummer: KSKC 5170) mit acht Titeln. 1991 erschien erstmals eine CD-Ausführung bei Deram Records, die um vier Bonustitel erweitert wurde (Katalognummer: 890969-2). Am 28. Dezember 2007 erschien eine remasterte Deluxeversion, die um weitere Bonustitel sowie Liveaufnahmen und Remixe erweitert wurde (Katalognummer: 984 194-9).

Titelliste Originalveröffentlichung

Deluxeversion

Mitwirkende Besetzung Eric Bell: Akustikgitarre, Leadgitarre, Gesang Brian Downey: Perkussion, Schlagzeug Phil Lynott: Akustikgitarre, Bass, Gesang, Rhythmusgitarre

Weitere Musiker Cor Anglais: Oboe Tony Harris: Viola Kid Jensen: Begleitgesang (The Hero and the Madman) Ian MacKinnon: Violine Don McVay: Viola Alan Merrick: Violin Gary Moore: Gitarre (bei Sitamoia, Little Darling und Slow Blues (1977 Version) auf CD 1 und den Titeln 8–13 auf CD 2) Paul Mosby: Oboe Peter Oxar: Violine Peter Poole: Violine Godfrey Salmon: Violine Jan Schelhaas: Orgel (Mama Nature Said und The Hero and the Madman) Alan Sloan: Violine Fiachra Trench: Streicherarrangements (A Song for While I’m Away und Little Darling) Quentin Williams: Cello

Rezeption Stuart Berman von Pitchfork bemerkte, wie die Band auf diesem Album "mit größerem Selbstvertrauen und Konsequenz" die Jams wegließe, wobei Phil Lynott "den Sound eines spirituell treibenden Musikers produzierte, der seine wahre Berufung" bei The Rocker ekstatisch entdecke. Berman hob auch den "swinging" Song "Mama Nature Said", die "wunderschöne Soul-Serenade Little Girl in Bloom" und den Titelsong hervor.

Eduardo Rivadavia von AllMusic beschrieb das Album als Thin Lizzys "erstes klanglich befriedigendes Album", mit Lynott "strotzend vor Haltung und gefährlicher Prahlerei" bei The Rocker, ihrem "ersten Bona-Fide-Klassiker". Er beschrieb "Little Girl in Bloom" als "absolut makellos" und bemerkte Eric Bells Slide-Gitarre, die er beim Umweltschutzsong "Mama Nature Said" spielte, kritisierte aber "The Hero and the Madman" und "Slow Blues" als "übertrieben" und "lauwarm".

Der kanadische Journalist Martin Popoff beschrieb eine "verkrustete Klangqualität und Stil-Suche-Eigensinnigkeit" des Albums; es vermische Einflüsse von American Blues über Motown bis hin zu Early Metal. Er bewertete Vagabonds of the Western World wegen vier Titeln, die "einfach und untypisch oder veraltet erscheinen" und "wenige Spuren des hochwertigen Lizzy-Abdrucks" trügen, als das schwächste der Band.

Einzelnachweise

Kategorie:Album 1973 Kategorie:Album (Bluesrock) Kategorie:Album (Hard Rock) Kategorie:Thin Lizzy