mini|Amanz Frey (1788–1875), Posthalter, Olten Amanz Bartholomäus Frey-Winter (* 7. August 1788; † 8. Mai 1875)Staatsarchiv Solothurn: Geburtseintrag von Amanz Frey im Kirchenbuch von Olten (Olten, Taufen 1780–1847, Band 250). . Todeseintrag im Zivilstandsregister von Olten (Olten, katholisch, 1861–1875, Band 114) – Nr. 18 war ein Schweizer Posthalter, Zeitungsherausgeber und Kirchenchorleiter in Olten. Als Sohn des Oberamtmanns Johann Baptist Frey-Von Arx übernahm er das Postamt erst 1827 nach dem Tod seines Bruders Robert Conrad Frey-Von Arx.
Frühes Leben Amanz Frey wurde 1788 als Sohn des einflussreichen Politikers Johann Baptist Frey und dessen Frau Magdalena Munzinger geboren. Er heiratete 1820 Anna Maria Winter, mit der er mehrere Kinder hatte, darunter Theodor und Theophil, die später ebenfalls im Postwesen tätig wurden.https://selfranga-prod11.ethz.ch/cntmng?pid=olt-001%3A1958%3A16%3A%3A127 Seine Tochter Magdalena Emilie Frey (1827–1882), heiratete 1851 Gottfried Kümmerly.
Nebenberuflich betrieb er einen Kramladen, was seine wirtschaftliche Basis stärkte. Ab 1837 befand sich für einige Zeit die Bibliothek Olten im Hause von Amanz Frey.
Berufliche Laufbahn Frey wurde 1827 zum Posthalter in Olten ernannt und führte das Hauptpostbüro bis etwa 1845, als er aufgrund fortschreitender Erblindung seinem Sohn Theodor Platz machte. Später fungierte er zeitweise als Telegraphist. Seine Amtszeit fiel in eine Phase des Ausbaus des Postwesens nach der Eidgenössischen Verfassung von 1848.
Erste Zeitungen in Olten Frey engagierte sich journalistisch mit dem „Landwirtschaftlichen Ratgeber“ (1836), der nur einen Jahrgang bestand, und dem „Oltner Wochenblatt“ (1841 bis 1843), der ersten Zeitung in Olten. Er erweiterte ein Anzeigenblatt zu einer Publikation mit historischen Beiträgen, darunter die „Geschichte Oltens“ von Pater Ildefons von Arx, und orientierte sich am „Solothurner Wochenblatt“.
Politische Haltung Während der Regenerationszeit zeigte Frey eine widersprüchliche Position: Trotz familiärer Nähe zu Liberalen wie Bruder Johann Baptist Frey und Schwager Josef Munzinger unterstützte er 1831 zunächst die aristokratisch-städtische Partei im Baselbieter Freiheitskampf, indem er als Posthalter die Verteilung von Flugschriften der Basler Regierung durch seine Postläufer organisierte und Berichte an den Postdirektor Johannes BernoulliJakob Buser: Das Basler Postwesen vor 1848. 1903.Bernoulli-Dick, Johannes (1785-1869), Postdirektor sandte. Später äusserte er sich im Oltner Wochenblatt pro-demokratisch gegen die Restaurationsregierung von 1814.
Private Engagements Frey leitete lange den Kirchenchor der christkatholischen Gemeinde in Olten und leistete bis ins hohe Alter wertvolle Dienste. Trotz persönlicher Schicksalsschläge wie dem Verlust von Kindern an Scharlach 1829 blieb er geistig aktiv und politisch interessiert.Die Frey von Olten – eine ‚Posthalterdynastie. In: Oltner Neujahrsblätter, Bd. 16,1958. 36–40
Tod Im Volksblatt des Jura erschien am 11. Mai 1875 eine Meldung zum Tod von Amanz Frey, der am 8. Mai in Olten verstorben war und am 10. Mai beerdigt wurde.Todesmeldung aus dem Volksblatt des Jura, 1875, Nr. 56, S. 3:
[...] folgte ihm am Samstag früh der drittälteste Bürger, Hr.. Amanz Frey, alt Posthalter, geb. d. 7. August 1788. In seiner Jugend hatte Hr. Frey mit seinem Bruder Joh. Frey, alt Oberamtmann, und der ihm durch nahe Verwandtschaft verbundenen Familie Munzinger an den freiheitlichen Bestrebungen und Kämpfen der Zeit eine lebhafte Erinnerung daran in seinem Gedächtnis bewahrt. Noch vor wenigen Jahren suchte uns der fast blinde Greis auf unserem Redactionszimmer auf, um uns die Ereignisse des Jahres 1814 zu erzählen, damit die Jugend wieder daran erinnert werde, was die Vorkämpfer einer früheren Zeit für die gute Sache gelitten und gestritten. Ein besonderes Verdienst erwarb sich Hr. Frey bis in sein hohes Alter auch als Chordirektor um die Pflege unseres Gottesdienstes. Es war daher gewiss eine fromme Pflicht, die unser Männerchor erfüllte, indem er dem Hingeschiedenen ein Traueramt sang.und ihm noch einmal einige der ernsten Gesänge erschallen liess, die er selbst so Manchem zur Todtenfeier angestimmt hatte. – dem alten Sänger zum letzten Abschiedsgruß. Er ruhe sanft!
Familiäre Nachwirkung Sein Nachfolger in der Postadministration war Theodor Frey, Stadtschreiber von Olten und Vater des Obertelegrapheninspektors Paul Frey.
Nachkommen oder Verwandte wie Theodor Frey (Stadtschreiber, Comptabilitätsinspektor) und Enkel Paul Frey (1853–1934, Obertelegrapheninspektor SBB) setzten die Tradition im Post- und Telegraphenwesen fort.
Archive Solothurn, Staatsarchiv: Lebensdaten. Solothurn: Zentralbibliothek: Fotografie von Amanz Frey[Amanz Frei (1788–1875), Posthalter, Olten] / J. Frey – Lucern, [zwischen 1845 und 1855?].1 Fotografie – Papier. Solothurn, Zentralbibliothek, ZBS g 475.
Literatur Jakob Buser: Das Basler Postwesen vor 1848. 1903. Rudolf Baumann: Ein Beitrag zur Geschichte der solothurnischen Buchdruckerei und der solothurnischen Zeitungen bis zum Jahre 1848. Balsthal, 1909. Hochschulschrift. August Bernoulli: Die Dreissigerwirren des vorigen Jahrhunderts im Kanton Basel. Basel, 1910. Maria Felchlin: Die Frey von Olten – eine Posthalterdynastie. In: Oltner Neujahrsblätter, Bd. 16,1958. 36–40. Ernst Rickli: Olten als Verkehrsknotenpunkt in postalischer Sicht. In: Oltner Neujahrsblätter. Bd..16, 1958. S. 11–14. Gottlieb Wyss: Amanz Frey, der Posthalter von Olten: Eine Episode aus dem Baselbieter Freiheitskampf von 1831. Sonderdruck aus: Oltner Tagblatt; 11. August 1917 sowie Separatdruck aus der Basellandschaftlichen Zeitung, 1930. Peter Walliser: Die Post im alten Olten. In: PTT-Revue, Nr. 10, 1953. Annelies Hüssy: Die Geschichte der Fischerpost 1798–1838. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde. Band 58 (1996), S. 107–232.
Einzelnachweise
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