Arnold Stuart Zuboff (* 2. Januar 1946) ist ein US-amerikanischer Philosoph. Er ist emeritierter Dozent und Forschungsmitarbeiter am University College London. Zuboff ist der ursprüngliche Anreger des Dornröschen-Problems und hat an Themen der persönlichen Identität, der Philosophie des Geistes, der Ethik, Metaphysik, Epistemologie und der Philosophie der Wahrscheinlichkeit gearbeitet. Bekannt ist er vor allem für seine mit dem Offenen Individualismus vergleichbare These, dass nur ein Subjekt der Erfahrung existiert, das jeder ist, die er als Universalismus bezeichnet.

Leben Arnold Zuboff wurde 1946 in den Vereinigten Staaten geboren und wuchs in West Hartford, Connecticut, auf. Er studierte Philosophie an der University of Connecticut, wo er 1968 den Bachelor erwarb. Anschließend besuchte er bis 1972 die Princeton University Graduate School. Dort promovierte er 2009 mit einer Dissertation mit dem Titel Time, Self, and Sleeping Beauty unter der Betreuung von Thomas Nagel. Zu seinen Prüfern zählten Philosophen wie Gilbert Harman, Adam Elga, John P. Burgess, Alexander Nehamas und Nagel. Zuboff dozierte von 1974 bis 2011 am University College London und ist gegenwärtig Honorary Senior Research Associate.

Inspiriert durch seine Träume zwischen seinem 18. und 21. Lebensjahr entwarf Zuboff eine Reihe von Gemälden und Gedichten. Zuboff war ein enger Freund des kanadischen Philosophen G. A. Cohen und stand im Austausch mit Philosophen wie Peter Unger und Derek Parfit. Sein Universalismus ist Teil der von Robert Lawrence Kuhn publizierten Landscape of Consciousness.

Lehre Universalismus In One Self: The Logic of Experience (1990) verteidigt Zuboff auf Basis von konzeptuellen Argumenten und Wahrscheinlichkeitsargumenten eine Ansicht persönlicher Identität, die er Universalismus nennt. Nach dieser Ansicht stellt die subjektive Unmittelbarkeit (first-person immediacy) von Erfahrung, die Haecceitas, dass sie Diese, Hier und Jetzt ist, die Universalie dar, durch die eine Erfahrung zu meiner Erfahrung wird. Sofern die Erfahrungen aller Menschen (und Tiere) mit dieser immanenten Qualität der Subjektivität auftreten, sind sie meine und das Subjekt Ich. Daraus schlussfolgert Zuboff, dass Ich in Wirklichkeit das Subjekt aller Erfahrungen aller bewussten Lebewesen bin und lediglich aufgrund der fehlenden Integration der Erfahrungsinhalte infolge der physischen Trennung der Gehirne die Illusion entsteht, man wäre ein metaphysisch von allen anderen Lebewesen separates Subjekt. Zuboff vertritt damit eine Typentheorie der persönlichen Identität, die keinen detaillierten Typ (wie biologische Muster, physikalische Muster, psychologische Muster, Erfahrungsmuster etc.), sondern einen abstrakten Typ (Unmittelbarkeit) zur Bestimmung der persönlichen Identität mit der damit verbundenen Präsenz in der Welt und dem daraus folgenden Selbstinteresse voraussetzt. Einige aus der Typentheorie resultierende Implikationen wurden von Nick Bostrom, mit Bezug auf Zuboff, kritisiert und von Zuboff verteidigt.

Zuboff demonstriert die Kohärenz seines Universalismus anhand von Gedankenexperimenten über die Teilung und den Austausch von Gehirnen, die er mit der Inkohärenz der herkömmlichen Sichtweise kontrastiert, und hat ein Wahrscheinlichkeitsargument gegen die herkömmliche Sichtweise persönlicher Identität entwickelt, in der die von Derek Parfit als „Zeitabhängigkeitsbehauptung“ (time-dependence claim) bezeichnete Annahme vorausgesetzt wird, dass eine Person, sofern sie nicht zu dem Zeitpunkt gezeugt worden wäre, zu dem sie tatsächlich gezeugt wurde, niemals existiert hätte. Diese Annahme beinhaltet laut Zuboff die Implikation, dass die nicht erzeugten Personen andere Subjekte gewesen wären, die nun niemals „erwachen“. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der eigenen Existenz formuliert Zuboff als Analogie ein „schweres Spiel“ und ein „leichtes Spiel“.

Im „schweren Spiel“ wäre man nur dann erwacht, wenn ein fairer Münzwurf, der tausendmal durchgeführt wurde, in seinem Muster von Kopf und Zahl exakt mit einer Liste einer zuvor festgelegten Abfolge von Kopf und Zahl übereingestimmt hätte, die einer Person als eine Art Sicherheitscode zugewiesen war. Im alternativen „leichten Spiel“ wurde zwar dieselbe Münze geworfen, aber es wurde keine Liste zugewiesen, und man wird mit Sicherheit aufgeweckt, unabhängig davon, welches Muster aus Kopf und Zahl auftrat. Sofern man erwacht ist, sollte man laut Zuboff schließen, dass ein „leichtes Spiel“ gespielt wurde und kein „schweres Spiel“, da die Chance zu erwachen in einem „schweren Spiel“ 1 zu 2¹⁰⁰⁰−1 betragen hätte, während die Wahrscheinlichkeit im „leichten Spiel“ 1 beträgt, zu erwachen. Der Universalismus entspreche dem „leichten Spiel“, weshalb der Universalismus die deutlich wahrscheinlichere Hypothese sei als die herkömmliche Sichtweise persönlicher Identität, da in letzterer die eigene Existenz aufgrund der unwahrscheinlichen Verschmelzung des spezifischen Spermiums und der spezifischen Eizelle, die für die Entstehung des Subjekts zusammentreffen mussten, enorm unwahrscheinlich gewesen wäre.

Weitere Positionen Zuboff ist ein Vertreter der Korrespondenztheorie als Theorie der Wahrheit und des Funktionalismus als Theorie des Geistes. Der Empirismus baut seiner Ansicht nach auf einem „Prinzip der höchsten Wahrscheinlichkeit“ (principle of highest probability) und die Ethik auf einem „Prinzip der besten Handlung“ (principle of best action) auf. Das Prinzip der höchsten Wahrscheinlichkeit besagt, dass diejenige Hypothese als am wahrscheinlichsten zu erachten ist, die innerhalb eines aktuellen Erfahrungskontextes die höchste Wahrscheinlichkeit besitzt, das Muster der derzeitigen Erfahrung hervorzubringen. Die Wahrscheinlichkeit einer Hypothese wird dabei allein durch die darin involvierten Konzepte a priori festgelegt. Das Prinzip der besten Handlung besagt, dass man das tun sollte, was man mit einem perfekten Begreifen (perfect grasp) aller involvierten Tatsachen tun wollen würde. Diese Prinzipien können als Zuboffs rationalistische Lösungsansätze für David Humes Induktionsproblem und die Sein-Sollen-Dichotomie verstanden werden.

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