Der AME GTO ist ein in Deutschland gefertigtes Kleinserienfahrzeug, das optisch an den Ferrari 250 GTO angelehnt ist. Das Fahrzeug basiert technisch auf Teilen von Porsche und wurde vom deutschen Hersteller AME zwischen 1984 und 1990 in einer stark limitierten Stückzahl gebaut.Lars Busemann: Ein Porsche feiert Karneval. Auto Bild Klassik, Ausgabe Dezember 2025, S. 108. Der AME GTO wurde als eigenständiges Fahrzeug mit der Herstellerangabe AME zugelassen. mini|GTO Front Der AME GTO gilt als seltenes Beispiel eines deutschen Kleinserienfahrzeugs der 1980er Jahre, das klassische Sportwagenästhetik mit moderner Technik kombinierte. Aufgrund der geringen Produktionszahl zählt er zu den kaum bekannten, aber dokumentierten Spezialfahrzeugen seiner Zeit. mini|AME GTO in der Seitenansicht

mini|hochkant=0.5|Das Logo des AME GTO, mit dem springenden Pferd Stuttgarts

Geschichte Das Projekt AME GTO wurde 1984 unter der Leitung von AME-Gründer Walter F. Cuntze initiiert. Ziel war es, die klassische Form des Ferrari 250 GTO mit moderner, alltagstauglicher Technik zu verbinden. Der AME GTO war ausdrücklich nicht als Nachbau gedacht, sondern als eigenständige Interpretation eines historischen Sportwagens.Thomas Zwicker: Wetten dass ? Rallye Racing – Magazin für Auto + Sport, Sonderdruck aus Rallye Racing Nr. 2/86.

Als technische Basis dienten Fahrzeuge der Porsche-Baureihen 924 und 944, einschließlich der Turbo-Versionen. Das Projekt stieß bereits in der Entwicklungsphase auf großes öffentliches Interesse.

Während der Produktion des AME GTO kam es zu rechtlichen Schritten seitens Ferrari aufgrund der Gestaltung des Fahrzeugs. Infolgedessen wurde die Produktion trotz zahlreicher Anfragen eingestellt, die 1990 mit dem Bau des letzten Fahrzeugs endete.GTO: AUX A.M.E BIEN NÉES…. Option Auto, 1986 Heft Nr. 9, Frankreich (französisch).

Im Jahr 2020 wurde das Design des Ferrari 250 GTO rechtlich nicht mehr als geschützt eingestuft, sodass eine kommerzielle Nachbildung oder Verwendung des Designs unter bestimmten Bedingungen zulässig ist.

Technik Die technische Basis des AME GTO bildeten je nach Exemplar unterschiedliche Porsche-Modelle der Baureihen 924 und 944 samt der Turboversionen. Die Wahl fiel auf Porsche-Fahrzeuge wegen ihrer Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und der Transaxle-Konstruktion des Antriebs. Motor, Getriebe, Antrieb und Bremsanlage blieben weitgehend seriennah, was Wartung und Reparaturen in Porsche-Werkstätten ermöglichte. Das Fahrwerk wurde modifiziert und tiefergelegt, um der veränderten Karosserieform Rechnung zu tragen.

Karosserie Die Karosserie des 4,58 m langen AME GTO wurde in Handarbeit gefertigt. Sie bestand aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) mit Kevlar-Verstärkungen und Epoxidharz und wurde auf den nahezu unveränderten Porsche-Unterbau montiert. Erhalten blieben unter anderem Dach, Windschutzscheibenrahmen sowie Teile der Türstruktur und Verglasung des Basisfahrzeugs. Die einzelnen Karosserieelemente wurden verschraubt, vernietet und verklebt. Zur Aushärtung der Verbundwerkstoffe wurde die Karosserie in einem Ofen über mehrere Stunden bei erhöhter Temperatur ausgehärtet (sogenanntes „Backen“), um Maßhaltigkeit und Stabilität zu gewährleisten. Der Aufbau der Karosserie war mit einem hohen manuellen Fertigungsaufwand verbunden und wurde in zeitgenössischen Fachzeitschriften ausführlich dokumentiert.Thomas Zwicker: „Der neue – Dieser Ferrari ist ein Porsche“, Rallye Racing – Magazin für Auto + Sport, Sonderdruck aus Nr. 2/1986. In ihrer Gestaltung orientierte sich die Karosserie am Ferrari 250 GTO, ohne dessen technische Konstruktion oder Herstellerzuordnung zu übernehmen.

Räder

Der AME GTO ist mit Borrani-Felgen ausgestattet, ähnlich wie der klassische Ferrari 250 GTO. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich jedoch um Sonderanfertigungen.

Innenraum Der Innenraum des AME GTO orientierte sich in seiner technischen Grundstruktur an den jeweiligen Porsche-Basisfahrzeugen, wurde jedoch gestalterisch an klassische Sportwagen der 1960er-Jahre angelehnt. Charakteristisch sind ein Nardi-Holzlenkrad, zusätzliche Rundinstrumente sowie eine reduzierte, fahrerorientierte Anordnung der Bedienelemente. Je nach Ausführung verfügte der AME GTO über speziell gestaltete Sitze im GTO-Design, die teilweise elektrisch verstellbar waren. Zur Ausstattung gehörte – abhängig vom verwendeten Basisfahrzeug – auch eine Klimaanlage, sodass der AME GTO als komfortabel gelten konnte.

Produktion Die Fertigung des AME GTO erfolgte ausschließlich in Kleinserie. Insgesamt wurden acht Fahrzeuge hergestellt. Die geringe Stückzahl resultierte aus dem hohen handwerklichen Aufwand, wirtschaftlichen Faktoren sowie rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine Fortführung des Projekts verhinderten.

Das letzte bekannte Fahrzeug wurde im Jahr 1990 fertiggestellt.

AME im Straßenverkehr Der AME GTO zeigt sich auf öffentlichen Straßen fahrdynamisch, leistungsstark und gleichzeitig alltagstauglich. Da es sich bei den Fahrzeugen um technisch modifizierte Umbauten handelt, die auf Porsche-Basisfahrzeugen beruhen, können sie mit einer gültigen Zulassung im öffentlichen Straßenverkehr betrieben werden, sofern sie die jeweils geltenden technischen und prüfungsrechtlichen Anforderungen erfüllen. Da sie nur in kleiner Stückzahl gebaut wurden, ist ein AME GTO jedoch im öffentlichen Straßenverkehr fast nie zu sehen. Wie viele Fahrzeuge noch existieren und zugelassen sind, ist nicht verlässlich dokumentiert.

Rezeption Der AME GTO wurde in verschiedenen Automobil-Fachzeitschriften in Deutschland und im Ausland vorgestellt. Die Berichte hoben insbesondere die handwerkliche Qualität, die technische Alltagstauglichkeit sowie die extreme Seltenheit des Fahrzeugs hervor.

Zugleich wurde der AME GTO als eigenständiges Fahrzeug eingeordnet, das sich deutlich von historischen Originalen unterscheidet und nicht als Ersatz für einen Ferrari 250 GTO verstanden wurde.

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Einzelnachweise

Kategorie:Sportwagen Kategorie:Coupé