mini|hochkant|Agnes Slott-Møller (1900) Agnes Slott-Møller, geborene Agnes Rambusch (* 10. Juni 1862 in Kopenhagen; † 11. Juni 1937 auf Gut Løgismose bei Assens), war eine dänische Bildhauerin, Kunstgewerblerin und Malerin des Symbolismus. Ihre Kunst verbindet eine ausgeprägt nationalgesinnte Historienmalerei mit monumentalen Formaten. Inhaltlich griff sie besonders auf mittelalterliche Stoffe und dänische Folkeviser zurück.

Leben Agnes Rambusch war die Tochter des Leutnants und späteren Marinekommandeurs Jacob Heinrich Victor Rambusch (1825–1886) und der Constantine Juliane, geb. Hansen (1834–1891).Sigurd Schultz: Harald Slott-Møller. In: Dansk Biografisk Leksikon. (dänisch, biografiskleksikon.lex.dk). Sie absolvierte ab 1878 die Tegneskolen for Kvinder und nahm 1885/1886 Unterricht bei P. S. Krøyer an der Kunstnernes Frie Studieskoler. Im Jahr 1888 heiratete sie den Maler Harald Slott-Møller. Sie war 1885 erstmals auf der Charlottenborg Frühjahrsausstellung vertreten, schloss sich aber 1891 der Künstlervereinigung Den Frie Udstilling an, wo sie bis 1900 ausstellte. Die Presse- und Institutionsdebatte des Bondemalerstriden von 1907, in der sie sich öffentlich positionierte, trug zu ihrer späteren Marginalisierung bei. Nach 1900 lebte sie in der dänischen Kunstszene zunehmend abseits.

Wirken mini|Niels Ebbesen, Randers Kunstmuseum Slott-Møllers Malerei verbindet heroische Geschichtsszenen und altertümliche Motive mit präzise erfassten Landschaftspartien zu national aufgeladenen Bildprogrammen. Stilistisch orientierte sie sich an den Präraffaeliten und entwickelte ein dekoratives, detailreiches Idiom. Wiederkehrende Themen sind mittelalterliche Sujets und die Heldinnen der dänischen Folkeviser. Zu ihren bekanntesten Werken zählen das Großformat Niels Ebbesen (311 × 375 cm; 1893/1894) und der Valdemar-Atterdag-Zyklus, deren Monumentalität und programmatischer Anspruch ihre Position zwischen Historienmalerei und Symbolismus hervorheben. Ihre Positionierung im Bondemalerstriden von 1907 und die damit verbundenen, geschlechterpolitisch aufgeladenen Abwertungen prägten die Rezeption ihres Werks über Jahrzehnte. In der Gegenwart wird ihr Beitrag im Rahmen der Neubewertung weiblicher Kunstproduktion eingeordnet.

Im Jahr 2018 widmete ihr das ARoS Aarhus Kunstmuseum die Einzelausstellung Helte & heltinder. 2025/2026 zeigt der Museumsberg Flensburg ihr Werk in der Schau Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund als Teil einer breiteren Debatte um verdrängte Frauen in der Kunst.

Literatur Deutsch

Madeleine Städtler: Agnes Slott-Møller. In: Dies.: Unterschätzt! Starke Frauen der Künstlerkolonie Ekensund. Museumsberg Flensburg, Flensburg 2025, ISBN 978-3-9827734-0-7, S. 54–61.

Dänisch/Schwedisch

Claudine Stensgaard Nielsen: Agnes Slott-Møller. In: Den Store Danske Encyklopædi. (dänisch, denstoredanske.lex.dk). Sigurd Schultz: Agnes Slott-Møller. In: Dansk Biografisk Leksikon. (dänisch, biografiskleksikon.lex.dk)

Weblinks

Agnes Slott-Møller bei gravsted.dk Werke von Agnes Slott-Møller im Portal Artnet

Einzelnachweise

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