mini|hochkant=1.2|Luftaufnahme von Helbra (2018) mini|Ortsansicht mini|Siedlung Lehbreite

Helbra ist eine Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra.

Geografie Lage Helbra liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich von Lutherstadt Eisleben sowie etwa sechs Kilometer südöstlich von Mansfeld.

Gemeindegebiet Helbra ist mit seinen 9,26 km² eine relativ kleine Gemeinde, durch diese geringe Größe und die größere Ausdehnung der Ortschaft Helbra hat sie einen mittelhohen Verstädterungsgrad. Den weitaus größten Anteil an der Fläche der Gemeinde haben Äcker und Felder, gefolgt vom Anteil der Siedlungsfläche. Ein weiterer entsprechender Anteil wird von Waldfläche bedeckt. Die genauen Zahlen können in der Tabelle unten abgelesen werden. Der Anteil der Wasserfläche ist gering, da es außer ein paar Rinnsalen, die nicht mitgezählt wurden, nur ein kleines Gewässer gibt. Flächenach Nutzungsart Gesamtflächein ha Anteil an derFläche der Gemeinde Siedlungsfläche 316,9 34,5 % Wald und Wiesenfläche 106,3 11,6 % Äcker und Felder 502,8 52,6 % Wasserfläche 6,3 0,7 % Quelle: geoportal.de, die Informationen sind frei nachmessbar.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Klostermansfeld und Benndorf im Norden, die Lutherstadt Eisleben im Osten, Hergisdorf im Süden und Ahlsdorf im Westen.

Geschichte 1155 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt.

Volksetymologisch wird die Namensgebung mit der Lage zwischen Mansfeld und Eisleben erklärt. An der Stelle hatte man die halbe Strecke geschafft und auch den Anstieg von Eisleben durch die Diebeskammer. Man war seinem Ziel also halb ran, in Mansfelder Mundart „helb ra“. So entstand der Ortsname, der Ort selbst heißt heute in Mansfelder Mundart „Hälwer“.

Helbras Geschichte der letzten 150 Jahre war sehr von Industrialisierung geprägt (Hüttenwerk, Kupferschieferbergbau, Bergwerksbahn). Davon ist heute kaum noch etwas zu sehen; nur Kenner der Geschichte können die Spuren erklären. Die regionale Fachliteratur zu diesem Thema ist aufschlussreich.

Nach Beendigung und Verlagerung in Richtung Sangerhausen ist die Industrie stark rückläufig. Der größte Betrieb war die August-Bebel-Hütte, die größte und letzte Kupferrohhütte der DDR (vermutlich auch Deutschlands). Hier wurde das Erz der Mansfelder Schächteprivate Website des Metallhütten-Ingenieurs Rolf Rische (und Karl-Heinz Sommereisen †), das meist gerade 1,5 % Kupfer enthielt, in Kupferrohstein (ca. 60 % Kupfer) verarbeitet. Dieser wurde dann in Hettstedt (ehemalig Kupfer-Silber-Hütte) zu reinstem Kupfer weiterverarbeitet. Mit der Wende 1990 wurde die Hütte geschlossen. Ein Wahrzeichen von Helbra, der Lange Heinrich (der 120 m hohe Schornstein), wurde auch gesprengt.

Zwischen Eisleben und Hettstedt verlief bis 1922 eine Straßenbahnlinie, die sogenannte Gewerkschaftsbahn. Die flache Verbindung über die Grunddörfer erlaubte diese Strecke. Aus Gründen hoher Instandhaltungskosten wurde diese Verbindung 1922 eingestellt. Heute erinnern nur noch die Bahndämme zwischen Ziegelrode und Helbra sowie zwischen Helbra und Klostermansfeld (Sommerweg) an diese Straßenbahntrasse. Die einzige erhaltene Brücke ist im Bereich des Neptun-Bades in Helbra (Durchfahrt zur Tankstelle) erhalten.

Von 1952 bis 1994 lag Helbra im Kreis Eisleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Mansfelder Land, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Mansfeld-Südharz.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 5.814 2005 4.674 2010 4.305 2015 4.080 2020 3.929 Jahr Einwohner 2021 3.899 2022 3.712 2023 3.694 2024 3.687 2025 3.641

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik mini|Ehemaliges Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat von Helbra besteht aus 16 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 17,2 % 3 40,2 % 6 AfD 24,4 % 4 32,6 % 5 Die Linke 15,4 % 2 9,0 % 2 Freie Wählergemeinschaft Helbra 25,5 % 4 8,5 % 1 Freiwillige Feuerwehr Helbra – – 5,1 % 1 SPD 10,9 % 2 4,6 % 1 Einzelbewerber Heribert Klein 5,4 % 1 – – Freie Bürger Mitteldeutschland 1,3 % – – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16

Bürgermeister 1994–2022: Alfred Böttge seit 2022: Gerd Wyszkowski (CDU)

Böttge wurde bei der Bürgermeisterwahl am 19. April 2015 mit 55,6 % der gültigen Stimmen erneut in seinem Amt bestätigt.

Wyszkowski wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. Februar 2022 mit 63,8 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. Februar 2022 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 22. Juli 1993 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.

Flagge Die Flagge der Gemeinde Helbra zeigt die Farben Grün - Silber (Weiß).

Städtepartnerschaften Gemeinde Finnentrop aus Nordrhein-Westfalen (seit 1990).

mini|Kirche St. Stephanus mini|Kirche St. Barbara mini|Jugendstilvilla

Sehenswürdigkeiten und Kultur Bauwerke Evangelische St.-Stephanus-Kirche mit einem 1000 Jahre alten Turm und einer bemerkenswerten inneren Eingangstür, die nicht mit der Säge zugeschnitten, sondern gebeilt ist Evangelisches Pfarrhaus Katholische St.-Barbara-Kirche Reste von Bergwerksanlagen, wie der Schmid-Schacht Bad Anna und Neptunbad

Museum Heimat- und Bergbaulehrpfad mit einem Malakowturm und dem noch intakten Schmidschacht.

Regelmäßige Veranstaltungen Blasmusikfest des Mansfelder Landes alle zwei Jahre am letzten Juniwochenende Sommerfest auf Bad Anna in den Jahren dazwische

Verkehr Zur Bundesstraße 180, die Eisleben und Hettstedt verbindet, sind es in östlicher Richtung vier km. Helbra liegt an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim. Von hier aus fuhren bis Mitte 2012 Züge über die Wipperliese nach Wippra; seit Mitte 2012 fahren die Züge allerdings nur noch zwischen Klostermansfeld und Wippra. In Helbra halten somit keine Personenzüge mehr. Helbra lag an der Mansfelder Bergwerksbahn, die Strecke von der Station Bocksthal ist nur noch teilweise erhalten, obwohl größtenteils die Streckenführung noch erkennbar ist. Am Ortseingang wurde ein Supermarkt direkt auf die Strecke gebaut, was eine mögliche Führung der Museumsbahn zum Schmid-Schacht verhindert.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Spielberg (1826–1890), Reichstags- und Landtagsabgeordneter August Hermann Spielberg (1827–1886), Architekt Robert Eimler (1891–1960), Generalmajor der Wehrmacht Heinz Schwitzke (1908–1991), Autor und Redakteur Joseph Wujciak (1901–1977), Politiker (CDU) Paul Steinbrück (1911–1994), Mediziner Rudi Wiechmann (1929–2007), Politiker (LDPD, FDP, DVU, FDVP) Gustav-Adolf Lübchen (1930–2008), Jurist Fritz Schenk (1930–2006), Publizist und Journalist Rolf Dach (* 1934), Diplomat der DDR Dieter Montag (* 1949), Schauspieler Norbert Bischoff (* 1950), Politiker (SPD), 2011–2016 Minister für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

Persönlichkeiten mit Bezug zu Helbra Christian David Jani (1743–1790), Pfarrer in Helbra Claire Vernay (* 1943), Schriftstellerin, in Helbra aufgewachsen Mario Schneider (* 1970), Dokumentarfilmer, in Helbra aufgewachsen

Weblinks

Gemeinde Helbra auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Mansfeld-Südharz

Kategorie:Ersterwähnung 1155