Bei den Wahlen im Kanton Graubünden 2026 wurden am 14. Juni 2026 die 120 Mitglieder des Grossen Rates (Parlament) und die fünf Mitglieder des Regierungsrates (Regierung) neu gewählt. Ein zweiter Wahlgang für die Regierungsratswahlen hätte am 16. August 2026 stattgefunden.

Wahlverfahren Grosser Rat Die 120 Sitze werden proportional auf die 39 Wahlkreise verteilt. Massgebend dafür ist die schweizerische Wohnbevölkerung. Gegenüber den vorhergehenden Grossratswahlen wurde eine Verschiebung vorgenommen. Der Wahlkreis Mesocco erhält einen zusätzlichen Sitz (neu 2) während der Wahlkreis Davos einen Sitz verliert (neu 5). Zum zweiten Mal nach der Wahl 2022 werden die Grossratssitze nach dem Verhältniswahlrecht verteilt. Dabei wird das Doppelproportionale Zuteilungsverfahren (Doppelter Pukelsheim) angewendet, wonach die Listengruppen (meistens bestehend aus einer Partei) zunächst auf gesamtkantonaler Ebene Sitze entsprechend ihrem Stimmenanteil erhalten (Oberzuteilung). Die gewonnenen Sitze werden im zweiten Schritt auf die Wahlkreislisten verteilt (Unterzuteilung). Im Bündner Wahlrecht gibt es eine Majorzklausel, welche dafür sorgt, dass die stimmenstärkste Liste in jedem Wahlkreis einen garantierten Sitz erhält (Art. 28 Abs. 2 GRWG).

Es besteht eine Sperrklausel: Eine Listengruppe muss gesamtkantonal einen Stimmenanteil von 3 Prozent erreichen, damit ihr Parlamentssitze zugeteilt werden (Art. 26 GRWG).

Die Amtsperiode des Grossen Rates startet mit der Augustsession 2026 und dauert bis zum Beginn der Augustsession 2030.

Regierungsrat Der Regierungsrat umfasst fünf Sitze, die nach dem Majorzwahlrecht vergeben werden. Im ersten Wahlgang ist gewählt, wer das absolute Mehr erreicht. Sollten nicht alle Sitze im ersten Wahlgang besetzt werden, findet ein zweiter Wahlgang statt. Hier genügt das einfache Mehr, es sind also die Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt. Bei Stimmengleichheit im zweiten Wahlgang entscheidet das Los (Art. 39–41 GPR).

Wählbar sind Schweizer Staatsangehörige ab 18 Jahren mit Wohnsitz im Kanton Graubünden. Allerdings gilt eine Anmeldepflicht. Nur Personen, die sich vorgängig für die Wahl angemeldet haben, sind wählbar (Art. 19a GPR). Die Amtszeitbegrenzung sieht vor, dass Regierungsräte höchstens zweimal wiedergewählt werden können.

Abweichend von der Amtszeit des Parlamentes beginnt die Amtsperiode der Regierung erst am 1. Januar 2027 und endet am 31. Dezember 2030.

Ausgangslage Grosser Rat 25 bisherige Mitglieder des Parlamentes haben angekündigt, nicht mehr für eine neue Amtszeit zu kandidieren. Anders als bei den letzten Wahlen wird die Grüne Partei mit einer eigenen Listengruppe antreten, womit sechs Listengruppen (Mitte, SP, FDP, SVP, GLP und Grüne) zur Wahl stehen. Im gesamten Kanton kandidieren 522 Personen für einen Sitz im Grossen Rat. Das sind 31 Menschen mehr als bei der letzten Wahl. Aufgrund des Wahlrechtes haben die Parteien ein Interesse daran, in möglichst allen Wahlkreisen anzutreten. Dies ist lediglich der SVP gelungen. Die drei übrigen grossen Parteien (Mitte, SP und FDP) können in fünf bis zehn Kreisen mangels Kandidaturen nicht antreten. Grüne und GLP treten sogar in der Hälfte der Wahlkreise nicht an. Der Frauenanteil bei den Kandidaturen beträgt 34 Prozent, wobei es zwischen den Listen erhebliche Unterschiede gibt. SP und Grüne haben mit 56 bzw. 51 Prozent ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis, bei der Mitte-Partei und der GLP beträgt der Frauenanteil weniger als ein Drittel und als Schlusslicht figurieren SVP und FDP. Bei der FDP liegt der Frauenanteil sogar unter 20 Prozent.

Die Listennummern wurden am 7. April 2026 ausgelost:

Liste 1: FDP Liste 2: GLP Liste 3: Mitte Liste 4: SVP Liste 5: Grüne Liste 6: SP

Regierungsrat Aufgrund der Amtszeitbeschränkung kandidierte Jon Domenic Parolini (Mitte) nicht mehr. Die vier übrigen bisherigen Regierungsräte Marcus Caduff (Mitte), Martin Bühler (FDP), Peter Peyer (SP) und Carmelia Maissen (Mitte) kandidierten für eine weitere Amtszeit. Für die Mitte-Partei kandidierte neu Aita Zanetti. Die seit dem Ausschluss 2008 nicht mehr im Regierungsrat vertretene Schweizerische Volkspartei trat mit Valérie Favre Accola an. Die kleinste Fraktion im Grossen Rat – die Grünliberale Partei – kandidierte mit Nora Saratz Cazin zum ersten Mal seit 2014 wieder für die Regierung. Die Freisinnig-Demokratische Partei wollte mit Maurizio Michael einen zweiten Regierungssitz dazugewinnen. Die FDP war somit bei den Grossratswahlen die Partei mit dem tiefsten Frauenanteil und trat für den Regierungsrat mit einem reinen Männer-Ticket an. +KandidatParteiBisher/NeuPeter PeyerSPBisherMarcus CaduffMitteBisherCarmelia MaissenMitteBisherMartin BühlerFDPBisherMaurizio MichaelFDPNeuAita ZanettiMitteNeuValérie Favre AccolaSVPNeuNora Saratz CazinGLPNeu Ergebnisse der Grossratswahlen mini|450px Die SVP konnte von der starken Mobilisierung durch eine parallel abgehaltene eidgenössische Volksabstimmung profitieren und gewann 10 Sitze dazu. Sie ist damit neu die stärkste Partei im Bündner Parlament. Auch die Grünen gehörten zu den Wahlsiegern und konnten fünf Mandate dazugewinnen. Die GLP konnte ihren Besitzstand bewahren, während die drei übrigen Parteien (Mitte, FDP und SP) alle herbe Sitzverluste registrieren mussten. Partei Wähler Prozent Sitze (+/−) Schweizerische Volkspartei 18'811 29,41 % 35 +10 Die Mitte 14'771 23,10 % 28 −6 FDP.Die Liberalen 12'414 19,41 % 23 −4 Sozialdemokratische Partei 10'709 16,75 % 20 −5 Grünliberale Partei 3'784 5,92 % 7 ±0 Grüne 3'460 5,41 % 7 +5

Ergebnisse der Regierungsratswahlen Neben den vier bisherigen Regierungsratsmitgliedern gelang Valérie Favre Accola (SVP) die Wahl in den Bündner Regierungsrat. Sie ist erst die vierte Frau in dieser Position. Die übrigen Kandidaturen verpassten das Absolute Mehr. Während Nora Saratz Cazin (GLP) und Aita Zanetti (Mitte) nur wenige Stimmen unterhalb des Absoluten Mehrs blieben, scheiterten der FDP-Präsident Maurizio Michael sowie der unbekannte und parteilose Student Reto Bott deutlich. Sie hätten ihre Stimmenzahl mehr als verdoppeln (bzw. sogar verdreifachen) müssen, um gewählt zu werden. Kandidat Partei Stimmen % Ergebnis Martin Bühler (bisher) FDP 42'299 59,5 % gewählt Marcus Caduff (bisher) Mitte 40'153 56,5 % gewählt Carmelia Maissen (bisher) Mitte 34'519 48,6 % gewählt Peter Peyer (bisher) SP 32'856 46,2 % gewählt Valérie Favre Accola SVP 32'141 45,2 % gewähltAbsolutes Mehr 25'604 36,0 % Nora Saratz Cazin GLP 24'908 35,0 % Aita Zanetti Mitte 24'742 34,8 % Maurizio Michael FDP 13'827 19,5 % Reto Bott parteilos 10'593 14,9 %

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Informationen und Termine zu den Grossratswahlen Informationen und Termien zu den Regierungsratswahlen

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