Walter Lyons Brown (* 11. Oktober 1924 in Charlottesville, Virginia; † 29. Oktober 2017 in Basking Ridge, New Jersey) war ein US-amerikanischer Physiker und Materialwissenschaftler. Leben

Walter L. Brown wurde als Sohn von Frederick and Maude Brown geboren und war in seiner Jugend ein begeisterter Pfadfinder. Seit Vater war Professor für Physik an der University of Virginia. Brown besuchte die Lane High School in Charlottesville und das Davidson College bevor er in das V-12 Navy College Training Program einstieg und bis 1946 in der US Navy diente. Am 14. Juni 1946 heiratete er Lucie Oakes, mit der er vier Kinder hatte: Stephen, Stuart, Virginia und Keit.

Im Rahmen des Navy-Programms studierte Brown an der Duke University und erwarb 1945 einen Bachelor in Physik. Es folgten weitere Studien an der Harvard University, mit einem Masterabschluss 1947 und PhD 1951. Sein akademischer Lehrer war Edward M. Purcell, der 1952 für die Entdeckung der Kernspinresonanz mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Wirken

Am 1. Dezember 1950 begann der Experimentalphysiker seine 51-jährige Karriere bei den Bell Laboratories. Hier arbeitet er zunächst mit den späteren Physik-Nobelpreisträgern John Bardee, Walter Brattain und William B. Shockley an der Entwicklung des Transistors. Die von ihm damals gemachte Beobachtung des Feldeffekts auf die Oberflächenleitfähigkeit von Germanium bezeichnete er später als seinen wichtigsten wissenschaftlichen Beitrag. 1959 wurde er Leiter einer neuen Halbleiterphysik-Abteilung mit dem Namen „Radiation Physics“, in der er erstmals in den Bell Laboratories Kernphysikforschung etablierte. Mit der Entwicklung von Detektoren für die Satelliten Telstar 1 und 2, leistete seine Abteilung Anfang der 1960er-Jahre einen Beitrag zum Wettlauf ins All und entwickelte später immer leistungsfähigere Detektoren für Satelliten der NASA, wie die Voyager-Raumsonden.

Später entwickelte sich seine Abteilung zu einer führenden Einrichtung für die Erforschung der Wechselwirkung zwischen Teilchen und Festkörpern. Industriell relevant war das für den Einsatz von Ionenstrahlen in der Halbleiterdiagnostik und Verarbeitung von Halbleiter. Mit Ionenstrahlen lassen sich gezielt Fremdatome in das Silizium einbringen – eine Methode, die zur weiteren Entwicklung der Halbleitertechnologie beitrug.

Nach seinem Ausscheiden bei den Bell Labs (inzwischen Teil von Lucent/Agere Systems) nahm Brown 2002 eine Stelle als Honorarprofessor an der Lehigh University an, wo er Studenten auf dem Gebiet Materialforschung betreute.

Brown war Mitglieder der American Association for the Advancement of Science (AAAS) und der Materials Research Society. 1987 übernahm der die Chefredaktion des im Jahr zuvor gegründeten Journal of Materials Research.

Auszeichnungen

1954: Mitglied der American Physical Society 1984: Von Hippel Award der Materials Research Society 1986: Mitglied der National Academy of Sciences 1986: Mitglied der National Academy of Engineering

Siehe auch

Bell Laboratories

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Harvard University Kategorie:Hochschullehrer (Lehigh University) Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der National Academy of Engineering Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann