mini|Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst Das Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst (Eigenschreibweise KINDL) ist ein seit 2016 bestehendes Ausstellungshaus für internationale Gegenwartskunst in Berlin. Es befindet sich im Berliner Stadtteil Neukölln im Rollbergviertel in einem ehemaligen Gebäudekomplex der Berliner Kindl Brauerei, der 2011 privat erworben und anschließend saniert wurde. Künstlerische Direktorin des Kindl ist Kathrin Becker, die 2020 die Leitung vom Gründungsdirektor Andreas Fiedler übernahm.
Beschreibung Das Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst ist ein privat betriebener, unabhängig kuratierter Ausstellungsort, der der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst gewidmet ist. Die Programmatik des Hauses beinhaltet Malerei, Film- und Videopräsentation sowie Skulptur und Installationsarbeiten. Das Kindl verfügt über 1.600 m² Ausstellungsfläche. Die drei Etagen des ehemaligen Maschinenhauses bieten jeweils etwa 400 m² Ausstellungsflächen für Einzel- und Gruppenausstellungen sowie seit 2020 den M1 VideoSpace. Im 20 Meter hohen Kesselhaus werden jährlich wechselnde, ortsspezifische Werke renommierter internationaler Künstler realisiert.
Die Ausstellungen werden von einem umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm mit Performances, Gesprächen, Filmscreenings, Führungen und Workshops begleitet.
Im ehemaligen Sudhaus ist das vegane Cafe Babette verortet. Im Sommer betreibt das Kindl einen Biergarten im Außenraum.
Seit 2009 braut die Privatbrauerei am Rollberg im Gebäude des Kindl Bier.
Das Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst arbeitet gemeinnützig. Sämtliche Einnahmen fließen in den Ausstellungsbetrieb zurück.
Neben dem Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst befinden sich auf dem Kindl-Areal zwischen Neckar-, Rollberg- und Mainzer Straße auch das Berlin Global Village und sich das im Bau befindliche Kultur- und Gewerbezentrum Vollgut eG.
Geschichte Das Gebäudeensemble des Kindl ist heute denkmalgeschützt und wurde zwischen 1926 und 1930 nach dem Entwurf der Architekten Hans Claus und Richard Schepke im Stil des Expressionismus erbaut. Von 1933 bis 1945 war die Brauerei in das nationalsozialistische Wirtschaftssystem eingebunden und profitierte von Zwangsarbeit.Arolsen Archives, 2.1.5.1. / 135, 192, 214, 217. Nach Kriegszerstörungen wurde das Gebäudeensemble um das Sudhaus der Brauerei in den frühen 1950er Jahren unter Gerhard Fritsche wieder aufgebaut. Die Nutzung durch die Berliner Kindl Brauerei endete 2005.
Das Gebäude des heutigen Kindl wurde 2011 durch Salome Grisard und Burkhard Varnholt erworben und anschließend saniert.
2014 wurde als erste Ausstellungsfläche des Kindl das Kesselhaus mit der Installation Kitfox Experimental von Roman Signer eröffnet. Der reguläre Betrieb des Kindl begann 2016 mit der Inbetriebnahme der Ausstellungsflächen des Maschinenhauses.
Kooperationen Das Kindl arbeitet regelmäßig mit anderen Kultureinrichtungen zusammen. Dazu gehörten in Berlin unter anderem die Komische Oper Berlin, der KinderKultur-Club, das KW Institute for Contemporary Art sowie berlinweite und regionale Festivals wie Tanz im August und 48 Stunden Neukölln.
Im Rahmen des 2017 initiierten Projekts Die Blaue Bücher kooperiert das Kindl mit der benachbarten Hermann-Boddin-Schule. Die Schüler der Schule besuchen über die gesamte Grundschulzeit regelmäßig das Kindl als außerschulischen Lernort.
Ausstellungen (Auswahl)
Weblinks
Homepage des Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste: Am Sudhaus 3, Brauerei und Sudhaus. Literatur von und über das Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Quellen
Kategorie:Kunst (Berlin) Kategorie:Berlin-Neukölln Kategorie:Gegründet 2016 Kategorie:Organisation (Zeitgenössische Kunst)