Die Burg Schlossberg – mitunter auch nur Schlossberg (französisch Château Le Schlossberg) genannt – ist der Überrest der abgegangen zur Festungsanlage ausgebauten Burg der französischen Stadt Forbach im Département Moselle und in der Région Grand Est. Die Burg auf dem gleichnamigen auch Kapellenberg genannten Hügel ist ein Wahrzeichen der Stadt.
Lage und Geographie Der Schlossberg liegt im Südwesten der Stadt Forbach. Der Berg ist 328 m ü. NN. hoch. Die Burg steht unweit seiner höchsten Stelle.
Geschichte mini|Blick auf einen ehemaligen Toreingang in der Burganlage Schlossberg Forbach mini|Detailansicht des Turmes mini|Blick auf den Hochseilgarten Forbach Erstmals erwähnt wurde eine Burganlage im Jahr 1257 durch Théoderich de Werde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich unterhalb der Burg bereits seit dem 11. Jahrhundert eine Siedlung unterhalb des Schlossbergs, das heutige Forbach.
Die Anlage entwickelte sich in mehreren Bauphasen: Ein frühgotischer Kern wurde unter Arnold VI. von Sierck, ein treuer Verbündeter von Herzog René von Anjou, in der Spätgotik erweitert. 1437 wurde der erste Turm errichtet. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ein Renaissancebau ergänzt.
Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg erfuhr die Burg weitere bauliche Veränderungen, nach dem sie an die Grafen von Leiningen-Westerburg und Eberstein gefallen weiter. So entwickelte sich die Burg zur ovalen Festungsanlage. Dennoch wurde die Burg am 14. Dezember 1634 auf Befehl von Ludwig XIII. unter Marschall Jacques Nompar de Caumont La Force gesprengt, da er sie als Bedrohung für französische Interessen in Lothringen ansah.
1591 wurde die Burg von Truppen des Fürsten Christian von Anhalt eingenommen, gesprengt und nicht wieder vollständig aufgebaut. Dieser unterstützte den französischen König Heinrich IV. im Kampf gegen den damaligen Herzog von Lothringen. In den nachfolgenden Jahrhunderten zerfiel die Burg und diente spätestens ab 1795 auch sie als Steinbruch.
Ab 1886 wurde mit archäologischen Ausgrabungen auf dem Burggelände begonnen. Dabei wurde 1891 der neogotische Aussichtsturm mit romantisierenden Zinnen und Pechnasen versehen. Federführend bei dieser Rekonstruktion war der Metzer Dombaumeister Paul Tornow. Heute sind nur noch dieser wiederhergestellte Bergfried und einige Mauerreste erhalten. Die Bauarbeiten wurden damals durch die lokale Industriefamilie Adt, insbesondere Gustave Adt, finanziert.
Im Zweiten Weltkrieg wurde weite Teile der Burg zerstört. Der Turm wurde anschließend in den 1950er Jahren restauriert.
Architektur Der ikonische oktogonale acht Meter hohe Turm der Burg Schlossberg ist das Wahrzeichen von Forbach. Der Turm ist 28 m hoch und steht auf den Überresten eines alten runden Eckturms, der als Roter Turm bekannt war. Der Turm kann in den Sommermonaten bestiegen werden. Von der Spitze bietet sich eine gute Aussicht auf die Saarregion. Der Turm wird seit dem 19. Jahrhundert Tour Saareck genannt.
Schlossbergpark Im Jahr 1919 wurde die Grünanlage rund um das Schloss in einen städtischen Park umgewandelt. Sie bietet üppige Grünflächen, die teilweise bewaldet sind. Im Park befanden sich ursprünglich auch eine Windmühle, das sogenannte Schweizer Chalet und ein Rosengarten, die jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.
Am Fuße des Schlossbergs steht ein ehemaliges Försterhaus, das einst die Residenz des Parkwächters war. Im Laufe der Jahre wurde der Park mehrfach umgestaltet und beherbergt nun verschiedene Anlagen, die hauptsächlich im Sommer zur Verfügung stehen, die vom Tourismusbüro Forbach organisiert werden. Zu diesen Anlagen gehört der Hochseilgarten.
Ein ehemaliger Bauernhof im Schlossbergpark dient heute als Restaurant, in der Speisen aus der lokalen Küche angeboten werden. In unmittelbarer Nähe befinden sich zu dem eine Kongresshalle, ein Spielplatz, das Stade du Schlossberg und die Kirche St-Rémi.
Im Park befindet sich neben Buchen und Eichen auch ein Ginkgobaum.
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Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Forbach (Moselle) Kategorie:Burg in Lothringen