mini|hochkant|Ayame Katsura 2009 mini|hochkant|Familienwappen der Katsura-Familie, dreiblättriges Eichenblatt Ayame Katsura III. (, wirklicher Name: Iritani Yuka (); geboren 1. FebruarBisweilen findet man auch den 31. Januar als Geburtsdatum. Die Angabe folgt dem Profil auf ihrer eigene Webseite. 1964 in Kōbe, Präfektur Hyōgo) ist eine japanische Rakugo-Erzählerin und als solche nominell die dritte Generation der Katsura Bunta-Familie.Seit 1982 wird sie als 5. Generation geführt. Sie ist Mitglied der „Kamigata Rakugo Association“. Ihr Kennzeichen war anfänglich ein Yukata mit Schwertlilien, den sie bei ihren Auftritten trug. Ihre Schwester Iritani Kazume ist ebenfalls im Sprechtheater als Rakugo-Erzählerin und als Hayashi, das heißt als Begleitmusikerin im japanischen Theater, also im Kabuki, Nō und hier besonders im Sprechtheater, aktiv. Ihr Schwager Hayashiya Kosome V. (1963–2024) war zeitlebens, ihr Neffe Hayashiya Somehachi III. ist ebenfalls Rakugo-Erzähler.

Leben und Schaffen Ayame wurde 1964 in Kōbe geboren. Sie besuchte die Shukugawa-Mittelschule, die sie nicht beendete, begeisterte sich schon früh für Rakugo und erhielt ab der zweiten Mittelschulklasse außerhalb der Schule Unterricht im Rakugo. Laut Katsura Bunta besuchte Ayame gerne die Aufzeichnung der Fernsehsendung „Shirōto meijinkan“ (, etwa: Varietétheater mit namhaften Künstlern und Laien) der Mainichi Hōsō. In der Sendung ist es üblich, dass Laien aus dem Publikum während der Aufführung auf der Bühne einspringen und dazu ihren Namen und ihre Herkunft nennen. Hier sammelte sie erste Bühnenerfahrungen.

Von Sommer 1982 an wurde sie Schülerin von Katsura Bunta und legte sich den Bühnennamen Katsura Hanashi () zu.Der Vorname Hanashi () ist vermutlich lautmalerisch gemeint. Die beiden Schriftzeichen bedeuten zwar „Blütenzweig“, die Lautung hanashi ruft jedoch auch die Bedeutung Plauderei, im Sinne von lustiger Geschichte (geschrieben 話 bei gleicher Lautung) auf. Ihren ersten Auftritt absolvierte sie im November 1982 in Kyōto. Da weibliche Rakugo-Erzählerinnen zu dieser Zeit selten waren, wurde eine Tonaufnahme der Aufführung aufgezeichnet. Kopfzerbrechen bereitete Schülerin Ayame und ihrem Lehrer, dass es kaum Rakugo-Stücke gab für Frauen, die auch als Frauen auftraten. Im Alter von 24 Jahren heiratete Ayame einen vier Jahre älteren Lichttechniker, von dem sie sich jedoch drei Jahre später wieder scheiden ließ.

1992 geriet Ayame in die Schlagzeilen, weil sie von dem sogenannten „Snackbar-Mama-Serienmord“ () betroffen war. Innerhalb weniger Wochen hatte von Dezember 1991 bis Januar 1992 ein 35 Jahre alter Täter vier Imbissbetreiberinnen überfallen und ermordet. Zwei Menschen wurden angegriffen und verletzt, einer davon war Ayame, die bei einem Besuch in einem benachbarten Imbiss vom Täter angegriffen und gewürgt worden war. Er stahl 140.000 Yen (ca. 900 Euro) und flüchtete. Der Täter wurde wenig später gefasst, zum Tode verurteilt und 2017 hingerichtet.

Da auch ein Imbiss mit dem Namen Hanashi überfallen worden war, änderte Ayame 1992 ihren Bühnennamen in Ayame Katsura. Noch im selben Jahr trat sie zusammen mit ihrem Mentor Kobun und mit Katsura Bunbuku in der Seattle Opera auf. 1995 musste Ayame einen weiteren Schicksalsschlag verkraften. Beim Großen Kansai-Erdbeben kam ihre Mutter ums Leben. Zu dieser Zeit musste sie sich verstärkt um ihren Vater kümmern, der in schlechter körperlicher Verfassung war. Über diese Zeit sprach sie 1995 in der Fernsehsendung „Tetsuko no heya“ (, etwa: Tetsukos Stube) von Tetsuko Kuroyanagi.

Zusammen mit Hayashiya Somejaku bildete Ayame 1999 die Manzai und Musik-Kombo „Anesama Kings“ ().Die Namensgebung lehnt sich an die erfolgreiche Männerkombo „Donosama Kings“ () von 1967 an. Anesama lässt sich etwa mit „ehrenwerte Schwestern“, Donosama mit „ehrenwerter Fürst“ wiedergeben. 2002 wurde Ayame Mutter und brachte eine Tochter zur Welt, um die sie sich alleinerziehend kümmert. Der Name des Vaters wurde nicht öffentlich. von 2003 bis 2007 trat Ayame auf der Chausuyama-Kleinkunstbühne im Stadtbezirk Tennōji in Ōsaka auf. 2009 arbeitete sie als Leiterin des Exekutivausschusses für das Hikohachi-Fest (), das alljährlich in Ōsaka stattfindet. Zugleich wirkte sie in dem Kurzfilm Anata no tame nara doko made mo (, etwa: Deinetwegen bis ans Ende der Welt) mit, der beim Fest gezeigt wurde.

Gemeinsam mit der Shamisen-Spielerin Utsumi Eika (* 1960), der Darstellerin und Tänzerin Megu Mariko (* 1968), der Akrobatin Kokko (* 1970), einer Zauberkünstlerin bekannt als die „wundervolle Yoshie“ () und der Schauspielerin Keiko Haruno (* 1973) rief Ayame 2012 die „Frauen-Kabarett-Nacht“ () ins Leben. Einmal monatlich, am letzten Montag des Monats, veranstalteten sie eine Bühnenshow mit wechselnder Besetzung. Daneben bildete Ayame mit Eika und Mariko ein Trio, das als Oshō-sanzu (, etwa Die jungen Fräuleins) als Musik-Manzai-Kombo auftrat.

In ihren Programmen thematisiert sie u. a. die Themen Gleichstellung der Geschlechter und Gender-Pay-Gap. Sie tritt auch im Ausland, etwa in Brasilien, der Dominikanischen Republik und in England auf. Sie nimmt immer wieder auch Stellung zu Themen der Gegenwart und veröffentlicht neue Rakugo-Geschichten.

Auszeichnungen (Auswahl) 1987 Grand Prix für Debütanten der ABC-Comedians ()Benannt nach einem Wettbewerb für Comedians, der von 1980 bis 2011 von TV Asahi veranstaltet und gesendet wurde. 1994 Kirameki-Preis, Kunst- und Kulturpreis der Stadt Kyoto 1996 Sakuyako no Hana-Preis (in der Kategorie populäre Unterhaltung) 2002 Preis des Bunka-chō-Kunstfestivals 2007 Großer Preis des Hanjōtei, Yose Theater 2018 Kulturförderpreis der Stadt Kobe

Weblinks

YouTube-Kanal von Ayame Katsura

Anmerkungen

Einzelnachweise

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