Nowica () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Wilczęta (Landgemeinde Deutschendorf) im Powiat Braniewski (Kreis Braunsberg). mini|Pfarrkirche in Nowica (Neumark)
Geographische Lage Nowica liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 16 Kilometer nordöstlich von Pasłęk und 20 Kilometer südlich der heutigen Kreismetropole Braniewo ().
Geschichte Das einst Neumarkt genannte Kirchdorf wurde vor 1344 gegründet und hieß nach 1344 Neuenmarkt, vor 1785 Neumarkt und nach 1785 Neumark.Dietrich Lange: Neumark, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1820 zählte das Dorf 290 Einwohner.
Am 21. Mai 1874 wurde Neumark Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Neumark/Schlodien Zu ihm gehörten die Dörfer Ebersbach (polnisch Stare Siedlisko), Fürstenau (Księżno) und Neumark.
Der Amtsbezirk Neumark wurde bereits am 18. August 1881 aufgelöst. Das Dorf Ebersbach wurde in den Amtsbezirk Lauck (polnisch Ławki), die Dörfer Fürstenau und Neumark in den Amtsbezirk Schlodien (Gładysze) umgegliedert.
In Neumark waren im Jahre 1885 648 und im Jahre 525 Einwohner registriert. Im Jahre 1933 waren es 400 und im Jahre 1939 435.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt Neumark die polnische Namensform Nowica. Heute ist das Dorf eine Ortschaft im Verbund der Gmina Wilczęta (Landgemeinde Deutschendorf) im Powiat Braniewski (Kreis Braunsberg), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Nowica 173 Einwohner.
Religion Kirchengebäude Bei der bis 1945 evangelischen Kirche in Nowica handelt es sich um einen verputzten Ziegelbau auf Feldsteinfundament.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 76 Sie wurde im 18. Jahrhundert anstelle einer früheren Fachwerkkirche errichtet. Der Turm stammt von 1900. Die Ausstattung war ursprünglich sehr schlicht. Der Kanzelaltar in der Mitte der Südwand stammte einst aus der Erbauungszeit. Das Geläut der Kirche bestand aus zwei Glocken, die 1676 bzw. 1679 gegossen wurden und die Inschrift Herr zu Dohna trugen.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 146 Die Taufe ist aus Sandstein.
Die Kirche ist heute ein römisch-katholisches Gotteshaus und wurde baulich den veränderten liturgischen Bräuchen angepasst.
Kirchengemeinde Die Kirche in Neumark resp. Nowica wurde 1483 gegründet.GenWiki: Kirchbuchbestände Neumark
Evangelisch mini|Historische Grabsteine in Nowica Geschichte Bis 1720 war die Kirche in Karwinden (polnisch Karwiny) Filialkirche, danach bestanden bis 1945 die Vereinigten Kirchengemeinden Neumark-Karwinden mit dem Pfarrsitz in Neumark.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußen, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 471–472. Sie gehörten zum Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahre 1925 zählte der Sprengel Neumark der Vereinigten Kirchengemeinden 840 (von insgesamt 1.150) Gemeindegliedern. Das Kirchenpatronat oblag den Burggrafen bzw. Grafen zu Dohna-Schlodien.
Heute gehören in Nowica lebende evangelische Kirchenglieder zur Kirchengemeinde in Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte Zum Kirchspiel Neumark gehörten bis 1945 die Dörfer Fürstenau (polnisch Księżno), Fürstenwille (Księża Wola) und Neumark.
Pfarrer Clemens Busch, 1628 Laurentius Dawonius, 1634–1674 Andreas Otto, 1675–1706 Peter Hoffmann, 1707–1726 Andreas E. Pfeiffer, 1726–1732 Friedrich Christoph Hoffmann, 1733–1751 Friedrich Wilhelm Matthös, 1751–1752 Gottfried Sommer, 1753–1759 Gottlob Christ. Siegfried, 1759–1762 Carl Friedrich Neumann, 1762–1769 Christ. Martin Wannowius, 1769–1799 Christian L. Susemihl, ab 1800 Carl Hermann Schiefferdecker, 1841–1849 Constantin Friedr. Wilh. Wannowius, 1847–1858 Heinrich Eduard Reimann, 1858–1869 K. Richard Schiefferdecker, 1869–1874 Rudolf Gutjahr, 1874–1878 Herm. Hch. Eduard Fauck, 1878–1883 Jul. Fr. W. August Meinhold, 1883–1890 Oskar Waldem. Emil Ristow, 1890–1898 Heinrich Jamrowski, 1898–1916 Ernst Rud. Emil Olland, 1917–1927 Richard Jäschke, 1927–1932 Alfred Meyrahn, ab 1935 Kurt Boldt, bis 1944
Römisch-katholisch Bis 1945 waren die katholischen Kirchenglieder in Neumark nach Mühlhausen i. Ostpr. eingepfarrt. Heute besteht in Nowica eine PfarreiDiecezja Elbląg: Nowica: Parafia, die der Gottesmutter von Częstochowa gewidmet ist und zu der die Filialkirchen Stare Siedlisko (Ebersbach) und Dębiny (Borchertsdorf) gehören. Sie ist Teil des Dekanats Pasłęk I im Bistum Elbląg.
Verkehr Nowica liegt an der Woiwodschaftsstraße 509, die die Städte Elbląg (Elbing), Młynary (Mühlhausen i. Ostpr.) und Orneta (Wormditt) verbindet. In Nowica trifft die von Chruściel (Tiedmannsdorf) kommende Woiwodschaftsstraße 506 auf die Woiwodschaftsstraße 509.
Die nächste Bahnstation ist Młynary an der allerdings nicht mehr regulär befahrenen Bahnstrecke Malbork–Braniewo, einem Teilabschnitt der einstigen Preußischen Ostbahn.
Persönlichkeit Friedrich Christoph Hoffmann (* 18. August 1708 in Neumark; † 16. Juni 1758 in Tapiau), evangelischer Theologe, Großvater des Dichters E. T. A. Hoffmann
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Wilczęta