Kunigunde Niklasin († 1457 in Nürnberg) war eine Ordensfrau, die die Schreibschule des Dominikanerinnenklosters St. Katharina gründete.

Leben Es ist nicht bekannt, woher Kunigunde Niklasin stammte, überliefert ist ihr Wirken in der Schreibstube des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in Nürnberg. Sie begründete in dem Kloster die Schreibschule. Dort waren etwa zehn Schreiberinnen mit dem Abfassen eines Buches beschäftigt. Kunigunde Niklasin zählte zu den bedeutenden Schreiberinnen des Konvents und hat 31 Bücher von Hand geschrieben, zudem die anderen Nonnen angeleitet. Dabei erlebte die Klosterbibliothek in dieser Zeit ihre Blüte. In den Jahren 1451 bis 1457 legte sie als Buchmeisterin ein Verzeichnis aller Handschriften der Bibliothek an, in dem nicht nur die Titel der Bücher aufgezeichnet wurden, sondern auch die Namen der Buchbesitzerin und der Schreiberin. So sind die Namen vieler der Schreiberinnen des Klosters bekannt, im Gegensatz zu den meisten anderen Frauenkonventen. Die Bibliothek umfasste bei ihrer Auflösung im Zuge der Reformation etwa 500 Bände und war eine der größten Klosterbibliotheken der Zeit.Anja Freckmann: Rezension des von Antje Willing herausgegebenen Buches Die Bibliothek des Klosters St. Katharina zu Nürnberg. In: sehepunkte, Ausgabe 13 (2013), Nr. 11, abgerufen am 4. September 2026.

Kunigunde Niklasin starb 1457 in Nürnberg.

Nachleben In Nürnberg wurde Kunigunde Niklasin mit einem FrauenOrt geehrt. Im Stadtteil Gebersdorf wurde 2025 eine Straße nach ihr benannt.

Literatur Sara S. Poor: The literary agency of medieval women. Kunigund Niklasin and the library of St. Catherine’s in Nuremberg. Oxford University Press, Oxford 2026, ISBN 978-0-19-899363-6.

Weblinks FrauenOrt für Kunigunde Niklasin [Kunigunde Niklasin https://www.die-unsichtbare-nbg.de] auf der Nürnberger Website „die Unsichtbare“

Einzelnachweise

Kategorie:Dominikanerin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1457 Kategorie:Frau