mini|alt=Al Zubaidi. 2022.|Al Zubaidi. 2022 Aidarus Qassem Abdulaziz Al-Zubaidi (; geb. 1967) ist ein jemenitischer Politiker, der von 2017 bis zu dessen Auflösung im Jahr 2026 Vorsitzender des Südlichen Übergangsrats war und dann Vizepräsident des Präsidialen Führungsrats () ab 2022. Zuvor war er Gouverneur des Gouvernement ʿAdan von Dezember 2015 bis April 2017.
Leben Zoubaidi wurde am 23. Juli 1967 in Zubayd, einem Dorf in den Bergen des Gouvernements ad-Dāliʿ im Südjemen, geboren. Seine Familie gehört dem Stamm der Zubayd-Himyar an. In Zubayd absolvierte er die Grund- und Sekundarschule, bevor er in die südjemenitischen Streitkräfte eintrat. Er zog nach Aden, wo er an der Luftwaffenakademie studierte und 1988 als Leutnant abschloss. Anschließend diente er bis Ende 1989 als Offizier in den Luftverteidigungskräften. Nach der Wiedervereinigung des Jemen im Jahr 1990 wurde er zur Zentralen Sicherheitsorganisation () des Innenministeriums versetzt, wo er als Stabschef eines Bataillons für den Schutz diplomatischer Truppen in der Hauptstadt Sanaa diente, bevor er später zu den Spezialeinheiten wechselte.
Während des jemenitischen Bürgerkriegs von 1994 () schloss sich Zoubaidi der abtrünnigen Demokratischen Republik Jemen an und kämpfte an der Seite sezessionistischer Kräfte gegen die Nordjemeniten. Nach der Niederlage der Südjemeniten floh er im Juli 1994 nach Dschibuti. 1996 kehrte er in den Jemen zurück und gründete die Hatham-Bewegung, eine in ad-Dāliʿ ansässige Rebellengruppe, die sich für das Selbstbestimmungsrecht des Südens einsetzte. Von 1997 bis 1998 verübte die Gruppe eine Mordkampagne gegen Militärangehörige im Norden, wofür Zoubaidi in Abwesenheit verurteilt und zum Tode verurteilt wurde.
Das gegen Zoubaidi verhängte Todesurteil wurde im Jahr 2000 von Präsident Ali Abdullah Salih aufgehoben. Anschließend engagierte er sich in der jemenitischen Politik durch die Zusammenarbeit mit den Joint Meeting Parties. Bis 2002 war die Hatham-Bewegung inaktiv geworden. Im Zuge der Proteste im Jemen 2011 reaktivierte Zoubaidi die Gruppe und bekannte sich zu mehreren Angriffen auf die jemenitischen Streitkräfte in ad-Dāliʿ. 2013 kam es erneut zu Zusammenstößen mit seinen Truppen im Süden. Anfang 2014 verkündete Zoubaidi die Gründung des Südlichen Widerstands (Southern Resistance), einer mit der Southern Movement () verbündeten militanten Gruppe. In seiner Erklärung bekräftigte er sein Engagement für den bewaffneten Widerstand gegen die jemenitische Regierung bis zur Errichtung eines autonomen südlichen Staates.
Jemenitischer Bürgerkrieg und Gouverneur von Aden Nach Ausbruch des jemenitischen Bürgerkriegs schloss sich Zoubaidi der international anerkannten Regierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im Kampf gegen die Huthis an. Seine Südliche Widerstandsbewegung begrüßte den Beginn der Operation Decisive Storm der von Saudi-Arabien angeführten Koalition im März 2015. Zoubaidi führte seine Truppen gegen eine Huthi-Offensive in ad-Dāliʿ und erzwang bis zum 25. Mai deren vollständigen Rückzug aus dem Gouvernement – dem ersten im Süden, das von der Huthi-Präsenz befreit wurde. Später rückten seine Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt al-Anad in Lahidsch vor und nahmen an der Schlacht um Aden an der Seite von Koalitions- und Regierungseinheiten teil. Am 4. August erklärte er alle Gebiete im Süden für von den Huthis befreit.
Hadi erkannte seinen Einfluss im Süden und ernannte Zoubaidi am 7. Dezember 2015 per Präsidialerlass zum Gouverneur von Aden. Er folgte auf Jaafar Mohammed Saad (), der durch einen Autobombenanschlag ermordet worden war, zu welchem sich der Islamische Staat – Provinz Jemen (IS-YP, ) bekannte.Hadi appoints Aidarus Al Zubaidi governor of Aden. Emirates 24/7. 8. Dezember 2016. Zoubaidi trat sein Amt in einer Zeit großer Instabilität in Aden an, in der Gruppen wie IS-YP und al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) Gebiete in mehreren Bezirken besetzt hielten. Während seiner Amtszeit bekannte sich IS-YP zu vier Attentaten auf Zoubaidi, drei davon waren Autobombenanschläge.Yemen crisis: Aden governor survives 'IS bomb attack'. BBC News. bbc.com 5. Januar 2016. Als Reaktion darauf ordnete Zoubaidi Anfang März 2016 eine großangelegte Operation zur Befreiung aller Gebiete in Aden von den militanten Gruppen an, die später im selben Monat abgeschlossen wurde. Adam Baron vom European Council on Foreign Relations bezeichnete diese Operationen lediglich als „unbeholfenen Fortschritt“, und Aden sei Ende des Jahres weiterhin von bewaffneten Gruppierungen geprägt gewesen.
Während Zoubaidis Amtszeit wuchs sein Einfluss in der Region erheblich, doch sein Verhältnis zur Zentralregierung verschlechterte sich. Er und sein Sicherheitsdirektor Shalal Ali Shaye agierten weitgehend unabhängig von der Regierung und kooperierten eigenständig mit ausländischen Akteuren wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, während sie die Zusammenarbeit mit der von Nordjemeniten dominierten Hadi-Regierung mitunter verweigerten. Am 10. September 2016 schlug er öffentlich die Einrichtung einer unabhängigen politischen und Sicherheitsbehörde im Süden vor und äußerte die Hoffnung auf Anerkennung durch die Regierung und die von Saudi-Arabien geführte Koalition.
Südlicher Übergangsrat Er wurde am 27. April 2017 von Präsident Hadi entlassen. Am 3. Mai fanden in Aden große Kundgebungen statt, um gegen Hadis Entscheidung zu protestieren.
Eine Woche später wurde der Südliche Übergangsrat (STC) gegründet; zu seinen Mitgliedern gehörten die Gouverneure der Gouvernements ad-Dāliʿ, Shabwa, Hadramaut, Lahidsch, Sokotra und Al-Mahra. Al-Zoubaidi wurde Mitglied der Südlichen Bewegung und Präsident des Südlichen Übergangsrats.
Am 29. Januar 2018, während der Schlacht um Aden, rief al-Zubaidi den Ausnahmezustand in Aden aus und erklärte, der Südübergangsrat habe mit dem Sturz Hadis im Süden begonnen.„the STC has begun the process of overthrowing Hadi’s rule over the South.“ Im April 2020 verkündete der STC die Selbstverwaltung im Südjemen. Am 7. Januar 2026 verkündete Rashad al-Alimi die Entlassung al-Zoubaidis aus dem Präsidialen Führungsrat. Er erklärte, al-Zoubaidi habe Hochverrat begangen und ordnete eine Untersuchung an. Gleichzeitig wurde berichtet, dass al-Zoubaidi den Friedensverhandlungen in Riad zum jemenitischen Bürgerkrieg ferngeblieben war. Der Präsidiale Führungsrat beschuldigte al-Zoubaidi, stattdessen mit einer großen Anzahl von STC-Kämpfern in das Gouvernement ad-Dāliʿ geflohen zu sein, obwohl der STC angab, al-Zoubaidi befinde sich noch in Aden. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition im Jemen erklärte später, al-Zoubaidi sei mit dem Boot nach Berbera gereist, habe dort ein Flugzeug bestiegen und sei über Mogadischu nach Abu Dhabi geflogen.
Siehe auch Südjemen-Aufstand Jemenitische Sozialistische Partei
Einzelnachweise
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