Johannes Karl Schlömann (* 28. Dezember 1894 in Holzhausen, Landkreis Osnabrück; † 24. März 1957 in OesedeSchlömann, Johannes. In: Rainer Hehemann, Landschaftsverband Osnabrück (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück (= Schriftenreihe Kulturregion Osnabrück des Landschaftsverbandes Osnabrück e.V., Band 3). Bramsche, Rasch 1990, ISBN 3-922469-49-3, S. 226.50 Jahre Johannes-Schlömann-Schule – Katholische Landvolkshochschule Oesede. Festschrift 1929–1979. Levien, Osnabrück 1979, S. 5.Niedersächsisches Landesarchiv, Sterbeurkunde Standesamt Oesede Nr. 12/1957) war ein deutscher Pädagoge und Schulgründer. Er galt als ein Pionier der katholischen, ländlichen Erwachsenenbildung in Deutschland.

Leben und Wirken Schlömann war der Sohn eines Landlehrers. Aus seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg wurde er als Offizier entlassen. Anschließend studierte er unter anderem bei Theodor Heuss an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin.Johannes Voetlause: In memoriam Johannes Schlömann. In: Institut für Erwachsenenbildung (Hrsg.): Erwachsenenbildung: Vierteljahresschrift für Theorie und Praxis, , 3. Jahrgang (1957), Heft 2, S. 58–61. Seine pädagogische Laufbahn begann in den 1920er-Jahren als Volksschullehrer in Haste bei Osnabrück. Er gründete in den Dörfern des Osnabrücker Landes Landjugendgruppen, die er als Lehrer anführte, und gab zudem zeitweise mit dem Junglandboten auch eine eigene Zeitschrift für das junge Landvolk heraus. Im Herbst 1927 begann er mit mehrtägigen Kursen zur Fortbildung der Landjugend auf dem Gut Nette, die im Februar 1929 in das Jugendheim Haste verlegt wurden und mit mehrwöchiger Dauer die Form eines Schulbetriebs annahmen.Heinrich Warner: So fingen wir an…. In: Johannes-Schlömann-Schule (Hrsg.): 40 Jahre Katholische Landvolkshochschule Johannes-Schlömann-Schule 1929–1969. Oesede 1969. [Festschrift] Mit Unterstützung des Osnabrücker Bischofs Wilhelm Berning und des Regierungspräsidenten Adolf Sonnenschein konnte er 1931 in Sutthausen die Niedersächsische Bauernschule Sutthausen gründen, eine katholische Landvolkshochschule in Trägerschaft eines Vereins, deren Rektor er war.Manfred Heinemann (Hrsg.): Sozialisation und Bildungswesen in der Weimarer Republik (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Band 1). Klett, Stuttgart 1976, ISBN 978-3-12-926980-0, S. 350.Die Glocke, 4. Oktober 1932, S. 4 (zeitpunkt.nrw)

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Bauernschule im März 1934 geschlossen, sodass Schlömann wieder als Volksschullehrer tätig werden musste. 1940 wurde er erneut zum Kriegsdienst verpflichtet und geriet bei Kriegsende als Hauptmann der Reserve in britische Gefangenschaft, aus der er 1946 wieder zurückkehrte. Anschließend wurde er mit der Organisation des landwirtschaftlichen Berufsschulwesens im Landkreis Osnabrück beauftragt, bevor ihn der Osnabrücker Bischof in die kirchliche Landvolkarbeit berief. 1948 konnte er die Landvolkshochschule in Rulle mit anfänglich nur zwölf Schülern in angemieteten Räumen wiederbegründen. In der Folge setzte er sich für den Bau eines eigenen Schulgebäudes ein, das auf einem gestifteten Grundstück auf der Gartmannshöhe bei Oesede errichtet werden sollte. Ihm gelang es nach intensivem Einwerben von Spendengeldern den erforderlichen Eigenanteil des Trägervereins aufzubringen, sodass mithilfe der Restfinanzierung durch das Land Niedersachsen und den Bund bis 1954 die Katholische Landvolkshochschule Oesede (später auch „Johannes-Schlömann-Schule“) entstehen konnte.Geschichte, Katholische Landvolkhochschule Oesede Zudem initiierte er seinerzeit die Gründung des Verbands Katholischer Landvolkshochschulen Deutschlands und war zeitweise dessen stellvertretender Vorsitzer sowie Mitbegründer und erster Vorsitzender des Verbands ländlicher Heimvolkshochschulen Deutschlands.

Anfang März 1957, nur wenige Wochen vor seinem Tod, wurde dem zu diesem Zeitpunkt schon erkrankten Schlömann in Anerkennung seiner pädagogischen Lebensleistung das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.Heiner Lotze: Johannes Schlömann †. In: Kulturarbeit: Monatsschrift für Kultur und Heimatpflege, 9. Jahrgang, Heft 6/1957 (Juni 1957), S. 119. Er hinterließ seine Ehefrau Maria Katharina geb. Niemann (1899–1990), mit der er acht Kinder hatte, und wurde in Ohrbeck beigesetzt.Niedersächsisches Landesarchiv, Heiratsurkunde Standesamt Osnabrück-Landbezirk Nr. 6/1922 Seine Tochter Mechtild Höflich (1925–2009), eine promovierte Soziologin, wirkte ebenfalls auf vielfältige Weise in der Erwachsenenbildung und war Hochschullehrerin in Köln.Lebenslauf. In: Mechtild Schlömann: Die Denksoziologie Wilhelm Jerusalems. Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München 1953.

Literatur Johannes Voetlause: In memoriam Johannes Schlömann. In: Institut für Erwachsenenbildung (Hrsg.): Erwachsenenbildung: Vierteljahresschrift für Theorie und Praxis, , 3. Jahrgang (1957), Heft 2, S. 58–61. Heiner Lotze: Johannes Schlömann †. In: Kulturarbeit: Monatsschrift für Kultur und Heimatpflege, 9. Jahrgang, Heft 6/1957 (Juni 1957), S. 119. Schlömann, Johannes. In: Rainer Hehemann, Landschaftsverband Osnabrück (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück (= Schriftenreihe Kulturregion Osnabrück des Landschaftsverbandes Osnabrück e.V., Band 3). Bramsche, Rasch 1990, ISBN 3-922469-49-3, S. 226.

Weblinks Katholische Landvolkshochschule Oesede – Geschichte

Einzelnachweise

Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Schulleiter (Deutschland) Kategorie:Erwachsenenbildung in Niedersachsen Kategorie:Person der Erwachsenenbildung Kategorie:Person des Katholizismus Kategorie:Person (Landkreis Osnabrück) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann