mini|Parlamentssaal Die Wahl zur 26. Knesset in Israel findet am 27. Oktober 2026 statt. Es werden 120 Abgeordnete gewählt.

Ausgangslage

Nach der vorgezogenen Neuwahl 2022 wurde eine Koalitionsregierung gebildet, bestehend aus Likud, Otzma Jehudit, Noam, Ha-Ichud HaLeumi – Tkuma, Vereinigtes Thora-Judentum und Schas. Ministerpräsident wurde Benjamin Netanjahu, der das Amt bereits 1996–1999 und 2009–2021 bekleidete. Die Regierung gilt als die am weitesten rechts stehende und religiöseste, die Israel je hatte.

Wegen des Gazakrieges existierte von Oktober 2023 bis Juni 2024 ein Kriegskabinett, dem auch Oppositionspolitiker angehörten.

Stand Dezember 2025 besteht das Kabinett aus den Parteien Likud, Mafdal – HaTzionut HaDatit, Otzma Jehudit und Tikwa Chadascha. Schas trat im Juli 2025 aus der Regierung aus, blieb aber Teil der Koalition.

Im Mai 2026 kündigte die Regierung eine vorgezogene Neuwahl an und reichte im Parlament einen solchen Antrag ein, der in einer ersten Lesung ohne Gegenstimmen angenommen wurde, am Ende nicht umgesetzt wurde. Die Legislaturperiode wurde somit am 17. Juli regulär beendet, und die Wahl findet turnusgemäß am 27. Oktober 2026 statt.

Die politische Teilhabe der arabischen Israelis wurde durch einen Ausschluss sämtlicher arabischer Parteien durch das zentrale Wahlkomitee im September 2026 in Frage gestellt, während die rechtsextreme Partei Otzma Jehudit zugelassen wurde. Betroffen sind die Vereinigte Arabische Liste von Mansour Abbas sowie die Gemeinsame Liste.

Wahlrecht Die Wähler haben eine Stimme zur Wahl einer Liste. Die 120 Sitze werden nach dem D’Hondt-Verfahren proportional unter den Listen verteilt, die mindestens 3,25 % der Stimmen erhalten. Die der Liste zugefallenen Sitze werden ihren Kandidaten gemäß der Listenreihenfolge zugeteilt. Im Parteiregister eingetragene Parteien oder Verbunde von zwei oder mehr Parteien können eine gemeinsame Liste einreichen.

Wegen der stark zersplitterten Parteienlandschaft werden häufig gemeinsame Listen gebildet, um ein Scheitern an der Sperrklausel zu verhindern. Zwei Listen können zudem eine Listenverbindung eingehen: Ihre Stimmen werden für die Sitzverteilung zusammengezählt, sofern beide jeweils die Sperrklausel überwinden. Innerhalb der Listenverbindung werden die Sitze nach dem D’Hondt-Verfahren verteilt.

Parteien und Wahlbündnisse Bei der Parlamentswahl treten eine Vielzahl von Parteien und Parteienbündnissen an. Im Nachfolgenden sind jene Parteien und Bündnisse aufgeführt, die von politischer Relevanz sind und in Umfragen aufgeführt werden. Dabei lassen sich vier verschiedene Blöcke bilden: Ein Block rund um die aktuelle Regierung von Ministerpräsident Netanjahu einschließlich von Parteien, die diese Koalition aktiv stützen oder zumindest für eine künftige Unterstützung in Frage kommen. Des Weiteren der Block rund um die israelischen Oppositionsparteien der Anti-Netanjahu-Allianz, angeführt von Gadi Eizenkot. Den dritten Block bildet diejenige israelische Opposition, die sich aktuell weder dem Netanjahu-Lager noch dem Anti-Netanjahu-Lager zuordnet und eine lagerübergreifende Regierung präferiert. Den vierten Block bilden die arabischen Parteien, wobei diese sich insofern unterscheiden, als dass eine wie auch immer gestaltete Zusammenarbeit zwischen Ra'am und dem Anti-Netanjahu-Lager zumindest theoretisch denkbar sein könnte. +Aktuelle Regierung und der Regierung potentiell nahestehende ParteienPartei/WahlbündnisAusrichtungFührende PolitikerLikudNationalkonservatismus Wirtschaftsliberalismus

RechtspopulismusBenjamin NetanjahuOtzma JehuditReligiöser Zionismus Ultranationalismus

RechtsextremismusItamar Ben-GvirVereinigtes Thora-Judentumultraorthodoxes Judentum (aschkenasisch) Gesellschaftskonservatismus

Ökonomisch: Mitte-LinksMosche GafniSchasultraorthodoxes Judentum (sephardisch und mizrachisch) Gesellschaftskonservatismus

Ökonomisch: Mitte-LinksArje DeriMafdal – HaTzionut HaDatit + ZehutReligiöser Nationalismus Ultranationalismus

LibertarismusBezalel Smotrich Mosche FeiglinAmcha YisraelNationalkonservatismus RechtspopulismusOfer Winter +OppositionsallianzPartei/WahlbündnisAusrichtungFührende PolitikerJascharPolitische MitteGadi EizenkotBejachad (Bennett 2026 + Jesch Atid)Liberalismus Mitte-RechtsNaftali Bennett Jair LapidDie DemokratenSozialdemokratieYair GolanIsrael BeitenuSäkularismus NationalismusAvigdor Lieberman +Lagerlose israelische OppositionPartei/WahlbündnisAusrichtungFührende PolitikerReservisten + New EconomicMitte-Rechts ReservisteninteressenKachol LavanPolitische MitteBenny Gantz +Arabische ParteienPartei/WahlbündnisAusrichtungFührende PolitikerRa'amZweistaatenlösung Arabischer KonservatismusMansour Abbas Joav SegalowitzVereinte ListeAnti-Zionismus Arabischer Linksnationalismus

Im September 2026 entschied die Zentrale Wahlkommission auf Antrag der Regierungskoalition, Ra'am und die Vereinte Liste nicht zur Wahl zuzulassen, da sie Israels Existenz als jüdischer und demokratischer Staat ablehnten, Rassismus schürten und den bewaffneten Kampf gegen Israel durch einen feindlichen Staat oder durch eine terroristische Organisation unterstützten. Der Entscheid kann noch vor dem Obersten Gericht angefochten werden.Wahlkommission in Israel stimmt für Ausschluss arabischer ParteienCentral Elections Committee bars Arab Ra'am, Joint List parties from running in October elections

Umfragen

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Siehe auch Liste der politischen Parteien in Israel Politisches System Israels Knesset Liste der Ministerpräsidenten von Israel Wahl in Israel

Einzelnachweise

#2026 Israel